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1)AS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
Säureanhydrid enthalte. Von solchen Säurelösungen wird überhaupt nur soviel zugegeben, bis das Gemisch eine deutlich saure Reaction bekommt und die Niederschläge, wenn solche sich bilden sollten, wieder in Lösung übergehen. Die erhaltenen sauren Lösungen werden dialysirt und zwar am besten im Filterdialysor mit beständigem, wenn auch langsamem Wasserwechsel (123 p. 214). Nach 16, 24, 48 und mehr Stunden verwandelt sich die Lösung im Dialysor in eine neutrale gallertartige Masse oder in gallertartige Flocken, die in einer ganz neutralen Flüssigkeit (Wasser) schwimmen, welche nicht einmal Spuren von Protemsubstanzen enthält. Auch die gallertartige Masse scheidet, auf den Filter gebracht, ein Filtrat aus, welches ebenfalls keine Spuren von Proteïnstoffen aufweist. Die abfiltrirten Niederschläge hinterlassen in beiden Fällen entweder von vornherein keine Asche, besonders Blutserum, oder geben, wie das oft mit Hühnereiweiss der Fall ist, nur eine unbedeutende Quantität Asche, namentlich im Vergleich mit der Aschenmenge des trocknen Rückstandes von Eiweiss. welches keinerlei Bearbeitung erfahren hatte.
Die besten Resultate giebt Salzsäure, danach Essigsäure. Jedenfalls wird durch die auf erwähnte Art (p. n. 167) erprobte Reaction Alkalinität der Asche nicht angezeigt. Sollte noch Asche verbanden sein, so werden die Niederschläge in l°/oo—2%0 Salzsäurelösung aufgelöst, was sehr leicht von statten geht, wenn dieselben nur nicht lange unter Wasser gelegen haben, und die Lösungen aufs neue dialysirt. Man kann nun mit Sicherheit erwarten, dass nach erneuter Ausscheidung die Niederschläge schon keine Asche mehr enthalten — aschenfrei sind. Zieht man in Betracht, dass seit Schmidt (154 p. 437 —454) von Hammarsten und vielen andern Forschern, wie wir weiter, bei der Darlegung der Lehre von dem Verhalten des Globulins zu den Säuren sehen werden, anerkannt wird, dass wenig concentrirte Säurelösungen weder das „Albumin“ noch das „Globulin“ verändern, so gewinnt die Methode der Darstellung dieser Körper mit Hilfe von Säuren auch vom Gesichtspunkte der Verfechter der Existenz eines „wasserlöslichen Albumins“ keine geringe Bedeutung.
Ueberdies besitzen die bei der Dialyse der sauren Lösung erhaltenen N i e d e r-schlage, welche, mit Ausnahme einer unbedeutenden durch das Diaphragma gedrungenen Quantität, die sämmtlichen Proteinkörper des Serums un d des Eiweisses vor stellen, ausschliesslich die Reaction en des „Globulin s“, sind nämlich in Wasser unlöslich, aber löslich in Lösungen von Salzen der Alkalien und Erdalkalien verschiedener Concentration. Die Löslichkeit des „Globulins“, vermindert sich jedoch sowohl bei der Vergrösserung der Concentration bis zur Sättigung der gegebenen Lösung mit dem Salze, so auch bei der Verringerung des Salzgehaltes durch Verdünnung mit Wasser unter 0,5% und weiter, so dass die Niederschläge in solchen Salzlösungen entweder sich nicht lösen oder aus früher bereiteten Lösungen ausscheiden. Die Niederschläge sind in Säure-und Alkalilösungen l%o und sogar darunter löslich. Kurz, diese Niederschläge besitzen alle charakteristischen Eigentümlichkeiten des Globulins und werden in besondern Kapiteln (s. Kap. XI und folg.) eingehend behandelt werden.