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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
Selbstverständlich hat es auch unter den russischen Physiologen und Chemikern nicht wenige gegeben, die die Ausdrücke „Eiweiss“ und „Eiweissstoff“, „albumen“ und „albumin“ ganz richtig gebraucht haben, so z. B. Chodneff, der im Jahre 1847 (23 p. 231 u. a.) ein Originalwerk, „Physiologische Chemie“ benannt, herausgab, und noch früher, 1823, Iwanoff (87 p. 10), der seine Arbeit in lateinischer Sprache schrieb, u. s. w.
Mithin darf man kühn behaupten, dass bis zu der zweiten Hälfte der dreissiger Jahre des XIX Jahrhunderts, richtiger bis zu Denis’Zeit, eigentlich die Eigenschaften der album in haltigen Flüssigkeiten studirt wurden, da das freie Albumin im unveränderten Zustande, folglich auch dessen wahre Eigenschaften, unbekannt waren. Mit der Einführung des Wortes „Albumin“ war etwa nur das Eingeständniss gemacht worden, dass der eigentümliche, scharfe Charakter der protein haltigen Flüssigkeiten von der Gegenwart einer besonderen organischen Substanz ab hängt, nichts weiter. Fourcroy selbst, der das Wort „Albumin“ eingeführt, interessirte mehr die etymologische Seite der Verwandlung von „Albumen“ in „Albumin“. Seiner Meinung nach, widersprach „Albuinen“ einerseits dem Geiste der französischen Sprache, andererseits den allgemeinen Regeln der „wissenschaftlichen Nomenclature deren Aufgabe, fügen wir unsererseits hinzu, in diesem, wie auch in vielen andern Fällen, sich darauf beschränkte, die verschiedensten Ausdrücke mit der Endung „in“ zu versehen *).
Eigenschaften der p roteïnhalti g enFl ü ssigkeite n. 1.Einfluss der Wärme. A. Festwerden a) Gallertbildung, b) Ge-r i n n u n g und c) Fällung. Eine der wesentlichsten Eigenschaften der prote'in-haltigen Flüssigkeiten, sich unter dem Einfluss der Wärme zu verändern, wurde am Eiweiss seit uralten Zeiten, am Blutserum seit Harvey (147 p. 183) studirt. Der Process, durch den das Hühnereiweiss und das Blutserum bei dem Erhitzen in eine weisse feste, undurchsichtige Masse übergehen, wird gewöhnlich Gerinnung—coagulation, das Product—Gerinnsel—coagulum genannt.
Le Fevre’s (1669,94 p. 82—3) Aussage nach, wurde unter dem Worte „coagulation“ Fällung im allgemeinen verstanden, während „congélation“ die Verwandlung fester Körperteile in Gallerte bedeutete (ib. p. 91). Dieselbe Bedeutung gab dem Worte „coagulatio“ hundert Jahre später Boerhaav (1753, 7 p. 931), welcher auch noch Krystallisation, Fällung von Salzen, namentlich aber, was hier besonderes Interesse verdient, die Fällung des Serums und des Eiweisses durch Alkohol, und der Milch, der Molken und des Eiweisses durchs aure Salze (ib. p. 932) dazu rechnete; doch versteht schon Baumé (2 p. cli) im J. 1773 unter dem Namen „coagulum“ eine Art Gallerte (gelée), die sich entweder in einer, oder durch Vermischung zweier oder mehrerer Flüssigkeiten bildet; so nennt Baume geronnene (saure) Milch „coagulum“, erwähnt aber, dass mit diesem Namen auch Krystallisationsproducte a) genannt wurden. Macquer 3) (1778, 100 p. 367) und auch
*) „Cependant ce mot (albumen) est peut-être trop latin; sa terminaison, sa signification propre appliquée de tout temps au blanc d’oeuf proprement dit......ainsi les chimistes modernes ont-ils
presque toujours employé l’espèce de paraphrase matière albumineuse pour indiquer ce genre de substance; mais dans la marche sévère & méthodique de la nomenclature moderne il n’est plus permis de sé servir de deux mots, l’un vague et indéterminé, l’autre sous forme d’adjectif,
pour nommer un corps; nous adopterons donc le mot albumine“ (1792, 49 p. 11).
2) „Espèce de gelée provenant d’une ou de plusieurs liqueurs qu’on mêle ensemble. On nomme coagulum le caillé du lait.... On dit quelquefois qu’un sel se coagule pour dire qu’il se crystallise....“ (2 p. cli).
*) „Coagulum, ce mot latin, est usité en chimie pour distinguer les concrétions en forme de caillé ou de gelée...“ (100 p. 367).