﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND BES EIWEISSES.
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dass Trennung in einen festen und einen flüssigen Körper beobachtet würde. So zeigte auch Bostock (9 p. 55—6) hinsichtlich des Hühnereiweisses, dass bei dessen Verdünnung mit einem halben Volum Wasser, nach dem Erhitzen des Gemisches eine feste Masse erhalten wird, die mit dem Messer zerschnitten werden kann, wobei die Eiweissstücke ihre Form behalten, d. h. nicht auseinanderfliessen 1). In der Folge fand Marchand (104 p. 233), dass eine proteünhaltige Flüssigkeit, welche 8% oder mehr Albumin in sich schliesst, bis auf 60° erhitzt, eine einzige feste Masse bildet ä).
Der einzige Umstand, welcher die Autoren verhinderte das durch Wärme erhärtete Eiweiss oder Blutserum Gallerte zu nennen, scheint die weisse Farbe und die Undurchsichtigkeit gewesen zu sein, da die gewöhnliche Glutingallerte durchsichtig wie Glas ist. Wie wir aber schon erwähnt, ist das zu Gallerte gewordene Hühnereiweiss und das Serum von Ochsen- und Hundeblut in dünnen, aus grossen Stücken mit dem Basirmesser bereiteten Schnitten oder in dünnen auf dem Deckglase erhärteten Schichten von Eiweiss- oder Serumflüssigkeit (s. die Methode die Versuche mit Tropfen auszuführen 111 p. 207) durchsichtig und stark opalescirend. Ausserdem verwandeln sich Eiweiss und Serum durch Austrocknen in eine glasähnlich, durchsichtige Masse, was eine Eigenschaft der Gallerte, nicht aber der körnigen oder feinflockigen, wenn auch eine einzige Masse bildenden Niederschläge und auch nicht der Gerinnsel, wie Fibrin, ist. Es giebt endlich auch Beispiele, dass unter derselben Einwirkung von Wärme und bei einem gewissen Eingreifen des Experimentators, doch ohne Teilnahme starkwirkender Agentien, aus natürlichen Flüssigkeiten durchsichtige farblose Gallerte erhalten wurden (s. Aussehen der Gallerte).
Ausser dieser Gerinnungsweise (Gallertbildung) des mit Wasser unverdünnten Eiweisses und Blutserums wurde schon seit Quesnay’s (124 p. 349), Boerhaav’s (7 p. 614), Neumann’s (114 p. 527) u. a. Zeiten häufig Festwerden des Eiweisses und Blutserums, wenn dieselben in heisses Wasser eingegossen wurden, beobachtet, wobei, je nach den Umständen, Flocken von verschiedenem Aussehen und verschiedener Grösse als Niederschlag zu Boden fallen; hier werden im allgemeinen schon keine Erscheinungen von Gallertbildung oder Gerinnung mehr beobachtet, sondern liegen alle charakteristischen Eigentümlichkeiten der Fällung vor. Hierher ist auch die gewöhnliche Fällung des Eiweisses und des Blutserums durch Säuren, Alkohol und andere chemische Agentien zu rechnen, welche auch von den obengenannten Autoren studirt worden ist. Wenn wir mit den angeführten Agentien auch auf unverdünntes Eiweiss oder Serum einwirken würden, so wäre der Unterschied zwischen der hier beobachteten Erscheinung und der weiter oben beschriebenen Gallertbildung ein sehr grosser; unter der Einwirkung von Säuren, Alkohol u. a. erhärten die protemlialtigen Flüssigkeiten nur teilweise, indem sie in eine Flüssigkeit und einen Niederschlag, welcher sich leicht abpressen, von der Flüssigkeit abtrennen lässt, zerfallen. Auch diese Art von Festwerden war schon genau beobachtet und charakterisirt worden, z. B. von Gmelin (1789, 62 p. 725) durch das Wort „Scheiden“ für die Trennung des flüssigen Teils der proteïnhaltigen Flüssigkeiten von dem festen. Auch Bourget unterschied diese Abtrennung des festen Teils (des Albumins) (14 p. 464) von dem Wasser, indem er diesen Process im allgemeinen „Gerinnung“ nannte. Schon diese Thatsachen sollten, däucht mir, die For-
’) „J’ai vu que le blanc d’oeuf, étendu de moitié de son poids d’eau, avoit la propriété de se coaguler, au point de pouvoir être coupé avec un couteau, sans que les morceaux perdissent leur forme....“ (9 p. 56).
2) „Enthält die Flüssigkeit 8% Albumin und darüber, so gerinnt sie schon durch eine Erhij-zung bis auf 60°, und bildet dann eine einzige feste Masse“ (104 p. 233).