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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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kung der Wärme auf das Seru m und auf das E i w e i s s studirt wurde; zweitens—weil sich eine besondere Beständigkeit der Temperatur nicht kundgegeben hat, drittens—weil dieser Satz eine irrtümliche, partielle Charakteristik für das „Albumin“ aus dem Eiweiss und aus dem Serum enthält und, so zu sagen, Grund zu der Unterscheidung von zwei Arten von „Albumin“, eines dem Serum und eines-anderen dem Eiweiss angehörigeig giebt, was in der Wirklichkeit nicht der Fall ist. Die Hauptsache aber ist die, dass die Prote'insubstanz des Serums und des Eiweisses in der Wärme zwar erhärtet, diese Veränderung aber, wie wir später sehen werden, ganz von den anorganischen Bestandteilen genannter Flüssigkeiten a b h ä n g t. Schliesslich hat noch niemand die Temperatur der „Gerinn u n g“ des reinen, ausgeschiedenen „Albumins“ beobachtet.
Die entstehenden Missverständnisse lassen sich viel einfacher erklären. Wie wir schon erwähnt haben, wurden, dem Geständnisse einiger Autoren nach, die Eigenschaften und Eigentümlichkeiten lier albuminhaltigen Flüssigkeiten in Bezug auf die Wärmewirkung auf das Albumin selbst, über welches es an Angaben fehlte, übertragen. Am deutlichsten ist dies bei Klaproth (88 p. 40-—50) ausgedrückt, der geradezu darauf hinweist, dass er es mit Eiweiss zu thun hatte, dieses aber, gleichsam zufällig, „Eiweissstoff“ nennt. Wenn man diesen wissentlichen „Druckfehler“ berichtigt, so findet man nichts Erstaunliches darin, dass das Eiweiss (nicht der Ei-weissstoff) bei 74° gerinnt 1 2). Auf diese Weise gewöhnten sich die Autoren die Benennungen „Eiweiss“—„ albumen“—mit dem Albuinin zu verwechseln; sie identifi-cirten zuerst das Eiweiss mit dem Serum und übertrugen, in ihrer Unkenntniss der Eigenschaften des Eiweisses, auf das Albumin das, was sie am Eiweiss und am Serum beobachteten: die Gegenwart dieses besondern Körpers unterschied ja die sogenannten prote'inhaltigen Flüssigkeiten von den andern damals bekannten! Es ist begreiflich, dass alle Eigenschaften dieser Flüssigkeiten durch die Gegenwart des unbekannten Albumins erklärt wurden. In dem gegenwärtigen Zustande der Frage, wo es schon anerkannt ist, dass einen wesentlichen Teil des Eiweisses und des Serums das Globulin bildet, muss man sich über die Hartnäckigkeit wundern, mit welcher einige Autoren auf einer bestimmten und constanten Gerinnungstemperatur „der Albumine“ des Hühnereiweisses und des Serums, bestehen; dies ist um so erstaunlicher, als es in der Geschichte der Albumine nicht an Beispielen gefehlt hat, wo andere Beobachter die Irrthümlichkeit der Annahme einer constanten Fällungstemperatur eingesehen hatten. Wenn Berzelius, der von dieser Beständigkeit überzeugt war, im Jahre 1830 den Unterschied in den Temperaturen der Fällung des Eiweisses in Dumas & Cahour’s (659) und Chevreul’s (61°) Beobachtungen durch nichts anderes als einen Fehler in den Angaben der Thermometer, die, seiner Meinung nach, aus uncalibrirten Glasröhren angefertigt waren, zu erklären vermochte (5 p. 65—6), so war er 10 Jahre später gezwungen, seine Meinung zu ändern. Nachdem Berzelius die Sache näher betrachtet hat, findet er, dass die Temperatur der Fällung des Albumins von verschiedenen Umständen abhängt, wodurch die Widersprüche der verschiedenen Autoren sich erklären lassen 3). Seit-
’) „Der Eiweissstoff löst sich niu- in kaltem Wasser auf, wie wohl er seiner Klebrigkeit wegen sich nicht leicht mit demselben vermischt. Wird der Eiweisstoff bis zu einer Temperatur von 165° erhoben, so gerinnt er zu einer weissen festen Masse“ (88 p. 50).
2) „V ird diese Lösung erhitzt, fängt sie unge-
fähr bei+ 60° an trübe zu werden, erstarrt, wenn sie einigermaasen concentrirt war, darauf bei+ 64°. und geht dabei in den coagulirten Zustand über. Die Temperatur, hei welcher dieser Uebergang erfolgt, beruht übrigens sehr auf der Concentration der Lösung, denn mit mehr Wasser kann diese, besonders wenn zugleich Alkali zugegen ist, sich
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