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DAS GLOBULIN DLS BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
keine Fällung stattfindet: die Mischung bekommt das Aussehen einer wässerigen Seifenlösung, nichts weiter. Dasselbe beobachteten Darcet (27 p. 51) und Scheele (129 p. 150); letzterer fand, dass bei 10-facher Verdünnung mit Wasser das Ei-weiss die Fähigkeit verliert in der Wärme sich niederzuschlagen. Klaproth (88 p. 50), Chevreul (20 p. 46) und Berzelius (5 p. 66) bestätigen diese Angaben; Chevreul und, nach ihm, Berzelius erwähnen nur, dass bei der Verdünnung mit dem 20-fachen Volum Wasser das Eiweiss in der Wärme nicht gerann. Auch Arnold (1 p. 122) beobachtete bei der Verdünnung des Hühnereiweisses mit 2,5—10 Vol. Wasser, dass das Filtrat beim Kochen keinen Niederschlag ausschied. Bostock (8 p. 141) giebt iüteressante Angaben, wobei er gleichsam das allgemeine Gesetz aufstellt, dass, wenn der Albumingehalt einer Flüssigkeit den i/ao Gewichtsteil ausmacht, dieselbe wohl trübe wird, sich aber kein Niederschlag bildet, und das Filtrat ebenfalls trübe ist. Leider sind diese Thatsachen wenig von Belang, da die Fähigkeit einen Niederschlag zu bilden nicht bloss von dem quantitativen Albumin oder von dem Wassergehalt ahhängt. Jedenfalls erkannte auch Berzelius (6 p. 32) die enge Beziehung zwischen der Veränderung der Temperatur, bei welcher ein Niederschlag sich bildet, und der Menge des eingeführten Wassers: so steigt die Temperatur der Fällung hei der Verdünnung mit Wasser von 60°—64° auf 70°—74° und bei weiterer Zufuhr von Wasser—auf 90°—100°. Etwas später fand Zimmermann, dass mit Wasser verdünntes Serum beim Kochen nicht gerinnt (161 p. 48; 163 p. 48). Auch von anderer Seite wurde die Beobachtung gemacht, dass das Eiweiss bei der gewöhnlichen Koclrweise nicht so fest wird wie in dem Falle. vTenn es in kochendem MeerwTasser oder in Oel auf 280° erhitzt ward, wie Wasserberg beobachtete (157 p. 312—3). In der Folge zeigten Frémy & Valanciennes (57 p. 139), dass das Eiweiss nicht nur des Huhns, sondern auch aller Hühnerarten (Gallinaceae) bei mehrfacher Verdünnung mit Wasser die Fähigkeit zu gerinnen verliert, während das Eiweiss der Wasservögel und Strandläufer diese Fähigkeit schon bei 3-faeher Verdünnung einbüsst.
Nach meinen eigenen Beobachtungen, steigt bei der Verdünnung des Gänsc-eiweisses schon mit dem gleichen Volum Wasser die Temperatur der Gerinnung des Filtrats von 74° auf 77°; unter denselben Umständen gerinnt das Eiweiss der Truthenne, anstatt bei 65°, bei 70°, bei zweifacher Verdünnung—bei 100°, und endlich verändert es sich, mit 3 Volumina Wasser ’vermischt, auch heim Kochen gar nicht mehr. Das Eiweiss frischer Eier der verschiedenen Hühnerrassen gerinnt schon bei 5-faclier Verdünnung nicht mehr.
Béchamp (3 p. 17) erwies ebenfalls, dass das Eiweiss des Huhns, der Gans, der Ente, des Strausses beim Kochen unverändert bleibt, wenn 2 gr. davon getrocknet und dann in 50 cc. Wasser aufgelöst werden.
Wenn man die Thatsachen über die Verdünnung der protemhaltigen Flüssigkeiten, welche die Unfähigkeit letzterer in der Wärme zu gerinnen zur Folge hat, und andererseits Wasserberg’s Beobachtungen mit einander vergleicht, so wird man zu dem Gedanken geleitet, dass die gewöhnliche Fällungstemperatur zur vollständigen Fällung der Proteünsubstanz nicht ausreicht, und ein Teil dieser Substanz im fiüssigen Zustande verbleibt. Hewson (77 p. 106) fand, dass bei 70° nicht alles Serum gefällt wird; nach Thouvenel (149 p. 23), ist dies nicht einmal bei 100° der Fall, d. h. ein Teil des Albumins bleibt ungeronnen. Im Hinblick auf eine so veränderliche Wirkung der Wärme auf die Protemsubstanzen hat man schon längst angefangen dieser Reaction zu mistrauen; so beobachtete Marcet (103 p. 44) im Lymphserum beim Kochen keine Gerinnung, nahm aber dennoch die Gegenwart von Eiweiss in demselben an, desgleichen auch Bostock (9 p. 63) und in der Folge