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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
zufällig beobachtete; auch das Hühnereiweiss bildet im luftleeren Raume bei 30°— 35° geléeartige Flocken, welche später in fadenförmige übergehen. Derselben Methode bediente sich, nach Johnson’s Worten (1874, 87 p. 734), noch vor Setschenoff, Miller; derselbe trocknete Eiweiss unter der Glocke der Luftpumpe über Schwefelsäure bei 50°, wobei er fand, dass das Eiweiss teilweise in den unlöslichen Zustand ühergeht 1).
Dieser entscheidende Einfluss der Kohlensäure sowohl auf die Gerinnungstemperatur als auch auf das Aussehen der Gallerte oder der Flüssigkeit nach dem Kochen lässt sich sehr leicht demonstriren. In unserem Laboratorium hat wohl selten ein Studirender es unterlassen, seine Wissbegierde zu befriedigen, indem er aus (zweifach) verdünntem, in der Wärme gut gerinnendem Eiweisse die Gase durch Auspumpen entfernte und dadurch eine Flüssigkeit erhielt, die nicht mehr die Fähigkeit besass durch Wärme gefällt zu werden, und nach dem Kochen eine schwach opalescirende Flüssigkeit vorstellte. Nach dem Einleiten von Kohlensäure in letztere kehrte die Fähigkeit in der Wärme zu gerinnen wieder, nach abermaligem Auspumpen ging dieselbe aufs neue verloren u. s. w. Ein durch 5—10 fache Verdünnung mit Wasser des Gerinnungsvermögens beraubtes Hühnereiweiss braucht nach sorgfältigem Auspumpen mit der gewöhnlichen Luftpumpe nur mit 1—2 Volumina Wasser verdünnt zu werden (abgesehen davon, dass das Eiweiss bei dem Auspumpen einen Teil seines Wassers verlieren konnte), damit die Flüssigkeit beim Kochen nur opalescire, bei genügendem Abdampfen aber eine durchsichtige Gallerte bilde. Noch erstaunlicher ist der Einfluss der Kohlensäure auf das Eiweiss der Sperlingsvögel (z. B. der Kornkrähe, der Krähe u. a.). Nach Durchleitung eines Kohlensäurestroms und darauffolgendem Kochen wird aus dem Eiweiss keine durchsichtige Gallerte, sondern eine Masse erhalten, die sich von der gewöhnlichen, undurchsichtigen Gallerte des Hühnereiweisses wenig unterscheidet. Nimmt man aber verdünntes Eiweiss der Sperlingsvögel oder Schwimmvögel (von 1 : 1 bis 1:4 H20 und höher), so beginnt eine solche Lösung, welche in der Wärme weder Niederschläge noch Gallerte bildet, bei der Durchleitung von Kohlensäure in der Wärme sich niederzuschlagen. Ausser uns fand auch Tarehanoff (144 p. 79), dass das Eiweiss der Sperlingsvögel in einer Kohlensäureatmosphäre die Eigenschaft des Hühnereiweisses in der Wärme zu gerinnen erwirbt.
Zieht man dies alles in Betracht, so gewinnt man die Möglichkeit das Vorhandensein eines in seiner natürlichen Gestalt nicht gerinnbaren Eiweisses zuzugeben, worauf zuerst von Frémy & Valanciennes hingewiesen wurde. Indem sie Gänse- oder Schwaneneiweiss, welches circa 4% Albumin enthält, verdünnten, erhielten diese Forscher eine Flüssigkeit, in welcher mehr als 1 °/0 Eiweiss enthalten war, die aber trotzdem in der Wärme nicht gerann (57 vergl. pp. 135,136 u. 139). Solche Verhältnisse, welche von der Gegenwart von 1% Albumin im Eiweiss bedingt werden, anzunehmen ist um so mehr zulässig, als das Eiweiss der Schildkröte (Testudo europaea), unseren Beobachtungen nacfl, zwar Albumin enthält, doch nur in sehr geringer Menge, weshalb es beim Kochen auch nicht gerinnt.
b. Die Gallerte des Blutserums. Wie das Eiweiss, so geht auch das Serum in eine weisse, undurchsichtige Masse über, welche dieselben Eigentümlichkeiten wie die Eiweissgallerte besitzt, nämlich Durchsichtigkeit in dünnen Schichten nebst Opalescenz. Was die Beobachtungen am Eiweiss gezeigt haben, gilt auch für das Serum; bei der Verdünnung mit Wasser werden ähnliche Verän-
3) Miller remarks, that when soluble albumin,	over sulphuric acid, is treated with water, a portion
dried either at 122° F. (50° C.), or i n vacuo	of it always remains undissolved“ (86 p. 746).