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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
bei erhöhter noch hei gewöhnlicher Temperatur durch destillirte Essigsäure gefällt wird.
Es scheint, als sollten wir in den Säuren, namentlich in den Mineralsäuren und im Alkohol unfehlbare Reagentien auf „Albumin“ haben. Doch wurde schon Anfang des vorigen Jahrhunderts mit Bestimmtheit auf die Unbeständigkeit des Verhaltens der genannten Agentien den proteïnhaltigen Flüssigkeiten gegenüber hingewiesen. Klaproth (88 p. 50) sowohl als Cheyreul (20 p. 47) sagen bestimmt aus, dass stark mit Wasser verdünntes Eiweiss die Fähigkeit einbüsst, von Säure und von Alkohol gefällt zu werden (88 p. 50). Thomson findet, dass diese Veränderungen im Eiweiss bei der Verdünnung mit 10 Volumina Wasser eintreten, wonach dasselbe schon weder durch Säuren noch durch Alkohol gefällt wird. Fourcroy (52 p. 143) spricht sich allgemeiner dahin aus, dass Serum nach vorangegangener Vermischung mit irgend einem Alkalicarbonat durch Säuren nicht gefällt wird *). Später sah Marcet die Säuren für ein unsicheres (infidèle) Reagens auf die proteïnhaltigen Flüssigkeiten an. Er findet, dass verdünnte Schwefelsäure und Salzsäure diese Flüssigkeiten nicht fällen, dass verdünnte Salpetersäure zwar die Bildung eines Niederschlags bedingt, dieser aber beim Kochen löslich 3 4) ist. Säuren von gewöhnlicher Concentration fällen die proteïnhaltigen Flüssigkeiten, wobei aber der durch Schwefel- oder Salzsäure hervorgerufene Niederschlag bei Hinzufügung einer hinlänglichen Quantität Wasser schon bei gewöhnlicher Temperatur, noch besser in der Wärme, in der Mutterlauge löslich ist, während der durch Salpetersäure erhaltene Niederschlag in der Kälte in einem Ueberscliuss von Wasser unlöslich ist. Nicht weniger interessante Thatsachen in Bezug auf das Eiweiss der Sperlingsvögel und der, Klettervögel finden wir bei Frémy & Valanciennes. Das Eiweiss dieser Vögel wird nicht nur beim Kochen nicht fest, sondern auch durch Salpetersäure nicht gefällt (57 p. 138).
Unsere eigenen Beobachtungen (112 p. 80) über das Eiweiss des Bienenfalken und zahlreicher Arten Sperlingsvögel haben uns gezeigt, dass in vielen Fällen Salpetersäure dem Eiweiss, mit Ausnahme des Zeisigeiweisses, das Aussehen einer halb-fiüssigen, gallertartigen, durchsichtigen Masse giebt. Beim Kochen nahm in diesen Fällen die Flüssigkeit eine noch'gelbere Färbung, ohne weitere Veränderungen, an. Ein eben solches Verhalten wurde auch seitens der Schwefel-, Salz- und Essigsäure beobachtet. Alkohol gab in allen Fällen weisse, undurchsichtige Niederschläge. Bei der Verdünnung des Eiweisses der obengenannten Vögel mit geringen Mengen von Wasser (1 : 1 und mehr) wird bei der Einführung der erwähnten Säuren Bildung gallerartiger Massen auch nicht mehr wahrgenommen; bei grösserer Verdünnung des Serums mit Wasser verliert auch der Alkohol nach und nach die Fähigkeit das verdünnte Eiweiss niederzuschlagen. Bemerken wir unter anderem, dass, wenn zu dem unverdünnten Eiweiss des Bienenfalken und der Sperlingsvögel Kochsalz zugegeben wird, es möglich wird, das Eiweiss durch Behandlung mit den genannten Säuren und auch mit Essigsäure in Gestalt weisser Niederschläge, wie sie. unter denselben Umständen aus Hiihnereiweiss entstehen, zu erhalten (112 p. 80) Aehnliclie Beobachtungen machte auch Tarchanoff (144 p. 81).
Nach allem, was über die Wirkung der Säuren, teils auch des Alkohols gesagt worden ist, ist es wohl kaum noch nötig zu erwähnen, dass sowohl diese Agentien
3) „On. empêche la coagulation du sérum par les acides en le mêlant, avant d’y ajouter ceux-
ci, une certaine quantité de dissolution d’un carbonate alcalin“ (52 p. 143).
4) „Les acides sulfuriques et muriatiques étendus ne firent point naître de flocons, tandis que l’acide nitrique faible y détermine un précipité blanc qui disparaît par l’ébullition“ (103 p. 45).