﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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als auch die Wärme nicht als unfehlbare Reagentien auf die proteünhaltigen Flüssigkeiten. um so mehr auf das Albumin, angesehen werden können.
Man darf nicht vergessen, dass von den mitgeteilten historischen Thatsachen hauptsächlich nur die positiven—die Eigenschaft durch Säuren und Alkohol gefällt zu werden—als Grundlage zur Charakteristik des „Albumins“ gedient haben. Zieht man aber auch die negativen und auch bloss die in dieser Richtung erworbenen historischen Thatsachen in Betracht, so darf man wohl sagen, dass diese Eigenschaft von Säuren, vielleicht auch von Alkohol, gefällt zu werden keine unantastbare Eigentümlichkeit der proteünhaltigen Flüssigkeiten ist, und die Fällung durch obengenannte Reagentien ganz von den übrigen Bestandteilen dieser Flüssigkeiten abhängt, wobei die Mengenverhältnisse des Albumins eine untergeordnete Rolle spielen können. Hier, wie auch in andern Fällen, wurden die Eigenschaften des Hühnerei w e i s s e s und des Serums, und zwar auch in Bezug auf Säuren und Alkohol gewisser Concentration, auf das hypothetische „Albumin“ übertragen.
Nachdem die Chemiker die Wirkung der Wärme und der Säuren gesondert als Fällungsmittel erkannt und von der Unbeständigkeit dieser Agentien bei der Fällung der proteünhaltigen Flüssigkeiten sich überzeugt hatten, fingen sie bald an, behufs kräftigerer Wirkung auf diese, oder wenn diese Flüssigkeiten von den genannten Reagentien einzeln ungenügend gefällt wurden, Wärme und Säuren gleichzeitig einwirken zu lassen. Indem (122 p. 535) Prout fluidum hydrocéphale untersuchte, erhielt er, augenscheinlich bei 71°—77°, zu wenig Niederschlag; dies bewog ihn, zugleich mit der Wärme auch Salpetersäure anzuwenden, worauf Fällung erfolgte. Später fand Lehmann (97 p/177), dass Neutralisation und sogar Ansäuern bei nachfolgendem Kochen nicht immer Fällung bewirkt. Er schreibt überhaupt allen auf Fällung beruhenden Reactionen nur eine relative Bedeutung zu (96 p. 321 u. 354). Obgleich seitdem 40 Jahre verflossen sind, wird dieselbe Reaction—Fällung durch Wärme in Gegenwart von Säuren—in Lehrbüchern der Physiologie, z. B. von Hammarsten (69 p. 15; 70 p. 25), bis jetzt als eine für das Albumin besonders charakteristische empfohlen.
Das Verhalten der proteünhaltigen Flüssigkeiten andern Agentien gegenüber bietet auch noch jetzt nichts für die Charakteristik des Albumins Hervorragendes, weshalb wir die Betrachtung dieser Agentien auf die speciellen Kapitel über diesen Gegenstand verschieben.
3) W i r k u n g ~d e s Wassers auf die proteünhaltigen Flüssigkeiten. Wasserberg (1780, 157 p. 314) scheint der erste gewesen zu sein, der seine Aufmerksamkeit dem interessanten Verhalten des Wassers den proteünhaltigen Flüssigkeiten gegenüber zuwandte. Dieses Verhalten mochte natürlich schon vor ihm beobachtet worden sein, da, infolge der Zähigkeit des Hühnereiweisses und der Gegenwart von Häutchen darin, es ziemlich schwer ist, dasselbe so, wie es aus dem Ei kommt, einer chemischen Bearbeitung zu unterwerfen. Während des Verdünnens des Eiweisses mit Wasser bemerkte Wasserberg, dass sich Niederschläge bildeten und nannte diesen Vorgang ebenfalls Gerinnung (ib.p. 315) *). Auch Schnaubert (134 p. 77) erwähnt der Fällung des Eiweisses durch destillirtes Wasser. Was die Trübung oder Bildung von Niederschlägen im Blutserum unter der Einwirkung von Wasser anbetrifft, so werden seit Mitte der 50-er Jahre des NIX Jahrhunderts die ersten hierher gehörigen Beobachtungen Scherer, Zimmermann und Panum zugeschrieben. Es ist besonders Zimmer-
o „Aber warum gerinnt das Eyerweiss doch,	Alkohol) mit etwas Wasser verdünnt hat (157
wenn man es auch vor der Vermischung (mit	p. 315).