﻿DÂS GtOfcULIN DÉS BLUTSERUMS UND DÉS EIWETRSéS,
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gezwungen dem gefällten, weder in der Mutterlauge noch in Wasser löslichen, Albumin das in Lösung befindliche entgegenzustellen; denn in was für einem andern Zustande, schien es, konnte das Albumin in den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten enthalten sein als in dem gelösten?..
Auch vom practischen Standpunkte aus schien die Frage auf befriedigende Weise beantwortet zu sein.
So zeigten Zetzell (160 p. 242), Fourcroy (54 p. 817), John (85 p. 251), Che-vreul (20 p. 39), Hünefeld (81 p. 238) in Bezug auf das Hühnereiweiss, Hewson (77 p. 107) hinsichtlich des Serums und Thouvenel (149 p. 27) in Bezug auf beide, dass diese Flüssigkeiten beim Abdampfen unter ihrer Gerinnungstemperatur, z. B. hei 37,5° nach Hewson, bei 25° nach John, bei 56°—62° nach Hünefeld, nach Berzelius hei 60° oder besser hei 50° (6 p. 32) und endlich nach Thouvenel nach vorangegangenem Ausfrieren des Wassers und späterem Abdampfen bei niedriger Temperatur, einen Trockenrest geben, welcher in der verdampften Quantität Wasser lösbar ist *). Wie Chevreul (20 p. 41) und nach ihm Berzelius (5 p. 66) gezeigt haben, kann das hei niedriger Temperatur getrocknete Eiweiss sowie das Serum eine Zeitlang sogar bis auf 100°—110° erhitzt werden, ohne dass der Trockenrest der genannten Flüssigkeiten die Fähigkeit verliere, sich in Wasser aufzulösen.
Nach Thomson, verliert Hühnereiweiss heim Troknen 0,8 am Gewicht, nach Chevreul (20 p. 39; 21 p. 380) — 86,15 Teile auf 100. Nach 2-jährigem Trocknen eines Hühnereies an der Luft fand Prout (123 p. 239), dass es alle 24 Stunden 3/4 Gran verlor, während der ganzen Zeit also 544,5 Gran von den anfänglichen 907,5 Gran verloren hatte, wobei Fäulnisserscheinungen fehlten, dieses Ei jedoch nach Zutritt von Wasser das frühere Aussehen eines frischen Eies wiedergewann.
Schon die angeführten Thatsachen zeigen, dass Eiweiss und Serum, die durch Abdampfen, von der Zimmertemperatur an bis zur Temperatur des Festwerdens dieser Flüssigkeiten, entwässert worden sind, einen Trockenrest hinterlassen, der in dem abgedampften Quantum Wasser löslich ist und die Fähigkeit behalten hat, von Säuren, Alkohol u. s. w. beim Ko.chen gefällt zu werden.
Es waren zum Teil die soeben beschriebenen Beobachtungen, welche zu der Annahme Veranlassung gaben, dass der Eiweissstoff—das Albumin—in Wasser löslich sei, wie z. B. hei Berzelius (5 p. 538). Ausserdem begegnet man aber auch noch andern, ganz merkwürdigen Gründen zu dieser Annahme, z. B. hei Klaproth (88 p. 49). Von dem Satze ausgehend, dass wir von dem Albumin nichts wissen und uns über dessen Eigenschaften auf Grund der Eigenschaften der Flüssigkeiten, in denen es enthalten ist, ein Urteil bilden müssen, sagt Klaproth unmittelbar darauf, das „Albumin“ sei in Wasser löslich (!), da das aus dem Ei herausgelassene Hühnereiweiss (!) sich mit 2—3 Volum Wasser vermische, ohne sich zu verändern i) 2). So sind auch Simon’s Worte (142 p. 51—2) zu deuten, welche dieselbe Ansicht über die Löslichkeit des Albumins in Wasser ausdrücken,
In einem jeden einzelnen Falle ist es zwar leicht auf den Ursprung des gegebenen Irrtums hinzuweisen und, wie in den angeführten Fällen, durch Ersatz des unrichtigen Ausdrucks durch den richtigen, dem Satze einen den Thatsachen entsprechenden Sinn zu verleihen. Dennoch haben sich bei dem allgemeinen Hange, na-
i) Wenn mehr Wasser hinzugefügt wird, so 2) „Der Eiweissstoff löst sich in kaltem Wasser entsteht, wie Hewson bemerkt, eine Lösung, die auf, wie wohl er seiner Klebrigkeit (?!) wegen in der Wärme nicht mehr gerinnt (s. p. n. 41). sich nicht mit demselben vermischt“ (88 p. 50).
Offenbar ist hier vom Eiweiss die Bede.