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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UKD DES EIWEISSES.
Eiweiss entweichen. Doch behauptet er an derselben Stelle, dass, wenn zu dem Eiweiss mehr kohlensaures Natron zugegeben wird, als darin enthalten sein kann, bei darauffolgender Einführung von Säuren auch keine Gasbläschen entweichen 1). Das hier Dargelegte zeugt eher, in Gestalt eines Beweises „ad absurdum“ dafür, dass das Alkali im Eiweiss als kohlensaure Verbindung vorhanden ist. Gegen die Gegenwart von freiem Alkali in den protemhaltigen Flüssigkeiten redet auch Prout’s Beobachtung (122 p. 5B5), nach welcher in einem Falle von hydrocephalus die Flüssigkeit rotes Lakmuspapier blau und durch Alkali vorher braun gewordenes Curcumapapier wieder gelb färbte. Auf Grund seiner elektrolytischen Untersuchungen der protemhaltigen Flüssigkeiten spricht Brande (1816, 17 p. 302) sich dahin aus, dass das Eiweiss aus Albumin, Alkali und Wasser besteht. Schliesslich waren Marcet, Berzelius, J. Davy, Hünefeld u. a. der Ansicht, dass im Serum nicht freies sondern an Kohlensäure gebundenes Natron enthalten sei. Es ist interessant, dass Hünefeld ein ähnliches Verhalten des Serums der Curcuma gegenüber beobachtete, wie Prout es früher seitens der Hydrocephalusflüssigkeit gesehen hatte. Hünefeld sah, dass Serum, welches eine Zeitlang gestanden hatte, auf Curcuma Dicht mehr reagirte, nach dem Kochen aber diese Eigenschaft wiedergewann, und erklärt diese Reaction dahin, dass sich ein Bicarbonat bildet. Endlich zeigte Hermann (75 p. 312) im Jahre 1834 an Lakmuspapier, dass Serum nicht nur kein freies Alkali sondern einen Ueberschuss an Kohlensäure enthält [111 p. 141).
Das nähere Studium der mineralischen Bestandteile der protemhaltigen Flüssigkeiten in Verbindung mit der alkalischen Reaction letzterer, andererseits die Eigenschaft dieser Flüssigkeiten durch Säuren gefällt zu werden, endlich die Lösbarkeit der in diesem Falle erhaltenen Niederschläge in Alkalien, das alles diente als Grundlage der damals allgemein verbreiteten Ansicht, dass das „A 1 b u m i n“ es nur den Alkalien v e r d a n k e, in den protemhaltigen Flüssigkeiten im gelösten Zustande vorhanden zu sein. Sich auf ihre eignen und Rouelle’s Beobachtungen stützend, sagen Parmentier & Deyeux (118 p. 471) geradezu aus, dass die Löslichkeit des Eiweissstoffes durch das Alkali bedingt wird, da es mit demselben verbunden ist, wobei das jedenfalls schwache Band .durch die Einwirkung von Wärme, Säuren u. dergl. gelöst wird, und das Albumin nach der Fällung die Fähigkeit sich wieder aufzulösen einbtisst (ib. p. 471). Im allgemeinen erinnert, nach der Lehre genannter Autoren, die Verbindung des Albumins mit dem Alkali in Bezug auf die Färbung der vegetabilischen Pigmente an die Seifen (ib. p. 436). In diesem Sinne muss auch Fourcroy verstanden werden, wenn er erklärt, dass die Säuren eine den Alkalien entgegengesetzte Wirkung auf das Albumin ausüben: indem sie das Albumin fällen, führen sie das Alkali in ein neutrales Salz über. Auch Dumas & Prévost finden auf Grund ihrer Untersuchungen über das Verhalten des Eiweisses und des Serums der Wärme (36 p. 53), dem Alkohol (ib. p. 54) und den Säuren (ib. p. 55) gegenüber, dass der Eiweissstoff im Serum und im Eiweiss seine Löslichkeit dem Natron verdankt, und dass die Fällung des Eiweissstoffs durch Alkohol und Säuren von Abtrennung des Alkali begleitet ist (ib. p. 54). Dem Gedankengange dieser Autoren folgend, nennt Lassaigne (93 p. 97) die hypothetische Verbindung des Eiweissstoffes mit dem Alkali „Natriumalb uminat“.
*) „.... on peut, avec raison, croire que le blanc d’oeuf contient de la soude, on a encore cru que la soude y était contenue à l’état caustique, mais je n’ai pu trouver aucun procédé certain pour décider cette question, car ayant ajouté du carbonate de soude à une dissolution de blanc d’oeuf, en
quantité beaucoup plus considérable que celle qu’il contient naturellement, et ayant saturé par l’acide sulfurique, il n’y eut point d’efferverscence; je crois donc ne pouvoir point décider cette question“ (9 p. 60).