﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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Wasser noch eine grosse Menge geronnenen Albumins zu Boden fallen1). Ein Jahr später nennt Zimmermann (182 p. 47) den Niederschlag, welcher sich 24 Stunden nach der Verdünnung des Serums mit Wasser im Verhältniss von 1 : 50 gebildet hat. schon geradezu moleculäres Albumin. Ausserdem erhielt er analoge Resultate, indem er Serum mit 10 Teilen Wasser bis auf 110 Vol. des anfänglich genommenen Serums brachte. Dabei bemerkt Zimmermann, dass mit Wasser verdünntes Serum in der Wärme niemals gerinnt (ib. p. 48). Erwähnen wir hier gleich, dass Zimmermann ein Jahr früher ebenfalls von der Ungerinnbarkeit des mit Wasser verdünnten Serums im Gegensatz zu dem neutralisirten, in der Wärme gerinnenden Serum gesprochen hatte (1846,181 p. 197).
Derartige und zwar mit einander übereinstimmende Angaben genannter Autoren konnten von den Verfassern von Lehrbüchern nicht unbeachtet bleiben. In der That sagt Lehmann in seinem Lehrbuch (1850), dass neutralisirtes und dann mit 20—30 Vol. Wasser (97 p. 341 und 344) verdünntes Eiweiss oder Serum Albumin ausscheidet, welches vorher in Verbindung mit einem Alkali in Lösung gewesen war; den Process selbst erklärt Lehmann, in Uebereinstimmung mit anderen Autoren, dadurch, dass nach der Neutralisation das neugebildete Salz das Eiweiss gelösst hält, dass aber nach starker Verdünnung das Salz die Fähigkeit einbüsst das Albumin in Lösung zu erhalten a).
2. F ä 11 u n g durch Alkohol. Die von Denis gelieferten Thatsachen finden ihre Bestätigung auch von einer andern Seite. Wir haben schon von der Fällbarkeit der protemhaltigen Flüssigkeiten durch Alkohol und der Löslichkeit solcher Niederschläge in Wasser (p. n. 83) gesprochen. Berzeliüs fand, dass bei Zimmertemperatur getrocknetes Serum nicht nur nach der Verreibung zu Pulver und Behandlung mit Aether und danach in kleinen Portionen mit Alkohol, sondern auch beim Trocknen bei 100° seine Löslischkeit in Wasser nicht einbüsst und dessen Albumin in den coagulirten Zustand nicht übergeht (14 p. 32). Uebrigens hatte schon vor Berzelius Denis vorgeschlagen, Serum unter 74° zu trocknen und dann den Trockenrest mit Wasser zu extrahiren; die erhaltene Lösung nannte er früher Albumin (1830, 30 p. 101), was mit seiner Lehre gleichsam im Widerspruch steht. Eine ganz befriedigende Erklärung dieser Erscheinung finden wir jedoch bei Berzelius (p. n. 87), sowie auch bei späteren Autoren. So spricht Zimmermann (182 p. 70) in seiner Arbeit von 1846, und auch im J. 1847 die feste Ueber-zeugung aus, dass nicht nur mit absolutem oder verdünntem Alkohol sondern auch mit Wasser allein es schwer sei, das aus Serum mit absolutem Alkohol ausgefällte Albumin sowohl von dem kohlensauren als auch von dem schwefelsauren Natron zu befreien; das Wasser wäscht eher das Chlornatrium als das Alkali aus. Dasselbe Verhalten der anorganischen Bestandteile dem Albumin gegenüber bei der Fällung mit Alkohol beobachteten Marchand & Colberg an der Lymphe (111p. 131). In demselben Sinne spricht sich auch Lehmann aus, der unter löslichem Eiweiss und löslichem Serum (er nennt sie „lösliches Albumin“ oder „lösliche Modification“ desselben) über Schwefelsäure im leeren Raum oder unter gewöhnlichen Bedingungen nicht über 50° getrocknetes Eiweiss oder Serum, mit nachfolgender Behandlung mit Alkohol und Aether, versteht. Selbstverständlich konnte Lehmann nicht umhin anzuerkennen, dass in den genannten Fällen die erhaltenen Präparate keineswegs frei von mineralischen Bestandteilen angesehen werden dürfen (97 p. 344—5). Dazu
*)	„. ... eine grosse Menge	coagulirten Albn-	te Albumin	wird durch die Salze gelöst erb alten,
-mins zu Boden“ (181 p. 197).	durch starke	Verdünnung verlieren diese aber ihre
2)	„Die Erklärung der letzten Erscheinung ist	Lösungkraft,	und das Albumin scheidet sich allmä-
die:	das von Alkali durch die	Essigsäure befrei-	lig aus“ (97	p. 341).