﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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doppelten Gewicht Wasser verdünntem Serum Aetzkali bis zu kaum merklicher Wirkung auf Curcumapapier *) hinzugefügt wird, wonach die Flüssigkeiten beim Kochen nicht mehr gerinnen.
4. Fällung durch Wasser. Denis’ Ansicht, dass das Albumin in den proteünhaltigen Flüssigkeiten zum Teil in Verbindung mit Salzen vorhanden sei, und die Salzlösungen des Albumins durch Wasser fällbar seien, hat ihre Begründung in der Wirkung von blossem Wasser auf die prote'inhaltigen Flüssigkeiten. Ausser den Beobachtungen der ersten Periode, die wir in Kapitel III (p. n. 78) dargelegt haben, fand, fast zu derselben Zeit wie Denis, Dutrochet (1833, 42 p. 369 in der Anmerkung), gleich den Autoren der zweiten Periode, dass Eiweiss durch Wasser gefällt wird; trägt man es aber in Wasser tropfenweise ein, so beziehen die Tropfen sich gleichsam mit einem Häutchen, das beim Umschütteln der Flüssigkeit sich in Flocken verwandelt, welche Dutrochet für geronnenes Albumin ansieht. Demgemäss glaubt dieser Forscher, dass das Eiweiss zwei Substanzen, eine unter der Einwirkung von VTasser gerinnende und eine in Wasser lösliche, enthält (ib.p. 369). In der Folge behauptete Dutrochet (1837,43 p. 42—3) fest, dass bei der Einwirkung von Wasser sich nicht Häutchen auscheiden, in denen das Albumin enthalten ist, sondern dass dieses selbst sich ausscheidet und zwar im „geronnenen“ Zustande2). Gleich Denis (1839, 32 p. 17) beobachteten auch Simon (164 p. 51 und 56) und Dumas & Ca-hours (41 p. 405 und 407). dass bei Verdünnung mit Wasser das Hühnerei-weiss einen Niederschlag auscheidet, der, ihrer Ansicht nach, aus den Häutchen besteht, welche das Eiweiss durchziehen (tela cellulosa—164 p. 51 und 56). Doch fanden Lehmann & Messerschmidt im J. 1842 (102 p. 244),'dass bei der Verdünnung mit sehr viel Wasser Hühnereiweiss zwar eine grosse Menge weisser Flocken auscheidet, diese Flocken sich jedoch leicht in Salmiak- und Kochsalzlösungen auflösen, und dass die erhaltenen Lösungen ihrerseits durch Wasser gefällt werden, wobei die Niederschläge aufs neue in Salzen löslich sind 3). Auch Lehmann & Messerschmidtbeobachteten, dass bei der Neutralisation mit sehr verdünnter Milchsäure der sich dabei aus dem Eiweiss abscheidende Niederschlag in den erwähnten Salzlösungen (102 p. 234) löslich ist. Nasse (1842, 124 p. 128) erwähnt gleichfalls, dass Serum hei der Verdünnung mit Wasser sich trübt. Scherer (149, p. 77, 107—9, 115 und 167) fand, dass Transsudate (der Pleura, des Peritoneums) und auch Serum (ib. p. 82)
*) „Ganz frisches reines Blutserum wurde mit seinem doppelten Gewichte destillirten Wassers vermischt und dieser Flüssigkeit etwas weniges flüssiges Aetzkali zugesetzt. Die alkalische Reaction des Aetzkali verschwindet, wenn man nicht zu viel zusetzt, beinahe ganz. Hat man das Verhältniss in der Art genommen, dass noch einige Reaction auf Curcumapapier stattfindet und erhitzt nun diese Flüssigkeit zum Kochen, so findet keine Coagulation des Eiweisses mehr statt“ (148 p. 21).
l) „Lorsqu’on met l’albumen de l’oeuf de poule dans de l’eau, celle - ci dissout une quantité d’abord assez faible d’albumine, et la surface de l’albumen immergé se couvre d’une enveloppe blanchâtre;... Un chimiste célèbre pense que l’albumen de l’oeuf est composé d’un réseau solide, dans les mailles duquel l’albumine soluble est contenue, et que l’eau venant à dissoudre cette dernière, le réseau solide reste à nu; ce serait lui qui formerait cette enveloppe blanchâtre qui
recouvre l’albumen plongé dans l’eau. Mes expériences ne me permettent point d’adopter cette manière de voir, que réprouve également la physiologie.... La substance blanchâtre qui appa-
raît à la surface de l’albumen plongé dans l’eau est le résultat d’une véritable coagulation de l’albumine, coagulation qui est opérée par le contact de l’eau“ (43 p. 42—3).
3) „Verdünnt man das Eiweiss aus Eiern, besonders solchen, die längere Zeit in Kalkwasser eelegen haben, mit viel Wasser, so scheiden sich eine Menge weisser Flocken aus, die von Salmiak und Kochsalzlösung sehr leicht wieder aufgelöst werden; verdünnt man diese Lösung wieder mit Wasser, so scheiden sich von Neuem Flocken aus, die auf Zusatz einer Salzlösung alsbald wieder verschwinden; besser noch lässt sich dies an mit Wasser angerührtem Eidotter trotz der durch das Fett bedingten Trübung beobachten“ (102 p. 234).