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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
bei der Verdünnung mit Wasser, in Essigsäure und Salzlösungen (ib.p. 109,113 und 115> lösbare Niederschläge ausschieden; wurden aber diese noch feucht an der Luft liegen gelassen, so büssten sie vollständig oder beinahe vollständig die Fähigkeit ein, sich nicht nur in Salzlösungen sondern auch in Essigsäure aufzulösen. Ueberdies stellte Scherer auch noch quantitative Bestimmungen an und fand, dass z. B. pleuritisches Exsudat beim Kochen in Gegenwart von Essigsäure 4,77% Albumin gab, bei der Verdünnung mit Wasser dagegen nur 0.456% (ib. p. 108), in einem andern Falle beim Kochen mit Essigsäure—2,27%, mit Wasser—1,19% Albumin auschied (ib.p. 115). Desgleichen findet auch Zimmermann (181 p. 211), dass die Verdünnung eines jeden Menschen- oder Ochsenserums mit sehr viel Brunnenwasser einen Niederschlag von eben derselben Anzahl von Albumin-Molecülen bewirkt, wie die Verdünnung mit ebenso viel Wasser einer gleichen Menge, aber neu-tralisirten Serums (ib.p. 511). Wird das Serum entweder mit Quellwasser oder mit destillirtem Wasser in dem Verhältniss von 10:18 verdünnt, so bilden sich Niederschläge erst nach 12—24 Stunden, im allgemeinen geht die Fällung durch destillir-tes Wasser langsamer und spärlicher von statten (ib. p. 212—3). Einen besonders merklichen Unterschied in der Menge des erhaltenen Niederschlags bei um 3-, 4-f 5-, 6-, 8-mal stärkerer Verdünnung hat Zimmermann nicht beobachtet (ib.p. 216); er führte die Verdünnung noch weiter, bis auf 1 : 50 und sogar 1 : 100 (1847, 182 p. 47). Die erhaltenen Niederschläge lösen sich in neutralen Salzen und werden durch Wasser wieder gefällt. Auch in Essigsäure *) sind diese Niederschläge leicht löslich. Das Ausfallen des Albumins aus den Salzlösungen bei der Verdünnung mit Wasser erklärt Zimmermann dadurch, dass das Albumin in einer wenig concentrirten Salzlösung, die nicht mehr im Stande ist Albumin zu lösen, nicht Zurückbleiben kann (ib p. 215). Demgemäss verhindert die Zugabe einer geringen Menge eines neutralen Salzes (wie z. B. Kalium- und Natriumcarbouat, Kalium- und Natriumsulfat, Chlornatrium und- kalium, Kalium- und Natriumphosphat, Kalium- und Natriumsalpeter, weinsaures Kalium und Natrium, Cyankalium, Iodkalium, Ferrocyankalium, Ammoniumcarbonat und -phosphat, Magnesiumsulfat) das Ausfallen des Albumins bei der Verdünnung des Serums mit Wasser. Auf Grund seiner Beobachtungen glaubt Zimmermann, das Albumin werde im Serum sowohl von Natriumphosphat und Kochsalz als auch von Aetz-natron gelöst erhalten (ib. p. 319). Schon früher hatte Brett (1838, 17 p. 3) im Blute drei Protemkörper angenommen, wovon der eine selbständig, der andre durch Einwirkung von Wärme gerinnen, der dritte mit Natrium verbunden sein sollte. Fast zu derselben Zeit sprach auch Marchand (1844,110 p. 235) die Meinung aus, dass das Albumin an sich selbst in Wasser nicht löslich sei, in den proteïnhalti-gen Flüssigkeiten aber durch Alkalicarbonate in Lösung erhalten werde. Sowohl diese als auch die übrigen Alkalisalze besässen das Vermögen Albumin in Lösung zu erhalten, demgemäss der Fall eintreten könne, dass bei der Neutralisation der natürlich vorkommenden proteïnhaltigen Flüssigkeiten das Albumin nicht ausfällt; werden diese aber mit Wasser verdünnt, so scheidet sich das Albumin aus2). Ebenso spricht auch Lehmann, sowohl im J. 1850 (97 p. 356) als auch im J. 1853 (99 p. 313), indem er das Albumin im Eiweiss für ein Natriumalbuminat erklärt, sich dahin aus, dass bei der Verdünnung des Hühnereiweisses mit Wasser nicht nur die Eiweissmembranen
*) „Durch Neutralsalze löst sich das Albumin-sediment sehr leicht und kann aus der Lösung durch Zuguss von Wasser wieder niedergeschlagen werden“ (182 p. 213).
-) „Es ist dasselbe nämlich an und für sich in
Wasser durchaus unlöslich, und wird nur aufgelöst gehalten durch die geringe Quantität des kohlensauren Natrons, mit welchem es in dem Serum verbunden ist“; u. s. w. (110 p. 235).