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1)AS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
Niederschlag aber beim Stehen der Flüssigkeit oder beim Einblasen von Luft aus den Lungen in dieselbe ensteht, dabei bemerkt er, dass es eben die Kohlensäure ist,, die nicht nur die Fällung von mit 9 Vol. Wasser verdünntem Serum beschleunigt, sondern auch die Menge des Niederschlags bedeutend vermehrt, wobei aber letzterer dieselben Eigenschaften besitzt wie der durch ausschliessliche Einwirkung von Wasser erhaltene. Dieser Umstand „brachte“ Panum auf den Gedanken, mit Wasser verdünntem Serum Essigsäure tropfenweise zuzusetzen, wobei jedoch bei einem gewissen Ueberschuss von Säure die entstandene Trübung wieder verschwindet. Deshalb giebt Panum die Essigsäure—gewöhnliche oder sogar hundertfach mit Wasser verdünnte—vorsichtiger zu. Das Resultat einer solchen Behandlung ist ein voluminöser weisser Niederschlag, der ebenfalls in einem sehr geringen Ueberschuss von Essigsäure löslich ist (ib. p. 254).
Unter solchen Bedingungen scheidet nicht nur Menschenserum sondern auch das Serum von Ochsen, Kälbern, Schafen und Schweinen einen bedeutenden Niederschlag, aus. Es ist sehr interessant zu bemerken, dass in diesem Falle, nach dem Abfiltriren des Niederschlags, das klare Filtrat nach dem Kochen einen bedeutenderen Niederschlag absetzt als vor der Zugabe von Essigsäure (ib. p. 255—6). Ferner findet Panum, dass die Niederschläge, ob einfach durch Wasser oder durch Wasser im Verein mit Essigsäure erzeugt, sich den Reagentien gegenüber ganz gleichartig verhalten: sie lösen sich in verdünnten Säuren gleich gut, wobei sie aus den Lösungen in verdünnter Essigsäure durch Ammoniakflüssigkeit, Aetzkali und Aetznatron ausgefällt werden. Die Niederschläge sind in wässerigen Lösungen von Aetzalkalien und Alkali-carbonaten sowie in Lösungen von Natriumphosphat, Magniumsulfat, Ammonium-chlorid, Chlornatrium und Chlorcalcium, und auch in „anderen neutralen Salzen“ leicht löslich. Aus den Lösungen des Niederschlags in Natriumphosphat wird derselbe durch verdünnte Essigsäure ausgefällt, wobei er sich in einem Ueberschuss derselben wieder auflöst (ib. p. 256). Flocken und Fäden entstehen auch bei der Einwirkung von Wasser auf Hühnereiweiss, doch lösen sie sich in neutralen Salzen schwerer auf (ib. p. 257).
Das ist das Wesentlichste in Panum’s Arbeiten aus den J. 1850—51. Alles von ihm Dargelegte war schon vor ihm bekannt gewesen. Seine Kentnisse sind, bemerken wir unsererseits, auch für jene Zeit sehr beschränkt. Seiner eignen Aussage nacli (ib. p. 263—4), hatte er nur Zimmermaim’s Arbeit aus dem J. 1844 (180 p. 1) gelesen; von der aus dem Jahre 1847 (182 p. 1 und folg.) stammenden sagt Panum, er habe darin „nicht gefunden“, was ihm gepasst hätte! Entweder aber verwechselt er diese zwei Arbeiten, oder hat er die zweite garnicht gelesen, da, wie wir schon gesehen haben (p. n. 102), Zimmermann in dieser Arbeit gerade das darlegt, was Panum wissen sollte. Darauf führt Panum die unwichtige Angabe Vogel’s (Pathol. An. d. mensch. Körpers. 1845) an, dass Serum durch Wasser gefällt werde und der Niederschlag in neutralen Salzen löslich sei, sowie dass dasselbe auch am Eiweiss beobachtet werden könne (128 p. 254). Endlich stellt Panum in einem ganz falschen Lichte den Sinn von Liebig’s Beobachtungen dar, indem er sagt, dass Liebig der Fällung des Serums durch Wasser und Essigsäure nur als Curiosum *) ervähnt habe (ib. p. 263—4), giebt dabei aber nicht an. wo er solche Kenntisse über Liebig geschöpft. Panum weiss nichts weiter über diese Frage. Wenn Eichwald (45 p. 16) sagt, Panum habe schon zum dritten Mal die Fällbaikeit des Serums durch Wasser entdeckt, so vtirden wir dem
‘) „Liebig fand vor längerer Zeit, dass aus gefällt rverden kann (128 p. 263).................anstatt die
einem mit Essigsäure neutralisirten Blutserum	Erscheinung falsch zu deuten und als Curiosum.
durch Wasser ein körniges „Albuminsediment“	bei Seite zu legen“ (ib. p. 264).