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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DÈS Et WEISSES.
gerinnt. In Bezug auf diesen Körper behauptet Denis, dass derselbe nach Wunsch auch dargestellt werden könne, indem man zu dem Serum ein Alkali zusetzt und dann mit 40°-igem Alkohol fällt; nach Auswaschen mit 30°-igem Alkohol und Auflösen des Niederschlags in Wasser erhielt Denis Albuminoselösungen (34 p. 175—6).
Da es an irgend einem allgemeinen, zusammenhängenden Satze bei Denis fehlt, so ist es schwer von der gegenseitigen Beziehung der von ihm angenommenen Prote'inkörper des Serums-irgend eine Vorstellung zu erhalten; dies ist noch klarer aus einen Vergleich des oben Dargelegten mit der folgenden Tabelle der Darstellung^- und Abscheidungsmethoden dieser Körper zu ersehen.
Doch zeigt ein Vergleich der in Tabelle II gegebenen Facta miteinander, abgesehen von deren Vergleich mit solchen aus den dreissiger Jahren, dass Denis selbst keinen klaren Begriff von dem Unterschiede der von ihm untersuchten Niederschläge hatte, so dass man keinen Grund hat zu behaupten, Denis hätte einen Körper mit einem andern nicht verwechseln können.
Auf Grund obiger Auseinandersetzungen würde wohl schwerlich jemand sich entschlossen zu sagen, was unter Denis’ Serin zu verstehen sei, wenn dabei die Darstellungsweise dieses Körpers nicht angegeben wäre. Da Denis die Arbeiten seiner Vorgänger in Bezug auf die Wirkung der Salze unbekannt waren, so gab er sich auch nicht die Mühe die Niederschläge, welche durch Sättigung mit Salzen entstehen. mit denjenigen, die bei der Verdünnung und Neutralisation erhalten werden, zu vergleichen.
Eins kann jedenfalls nicht bestritten werden, nämlich, dass Denis sowohl durch Einwirkung von Säuren (Salzsäure und Essigsäure) als auch durch Einwirkung von Magnesiumsulfat, welches vor der Sättigung eingeführt wurde, und auch von Aether in Wasser unlösliche, aber in Salzen lösliche Niederschläge (gelöstes Fibrin, Globulin und Serin) aus Serum und Eiweiss (albumine proprement dite) erhalten hat: darin besteht auch hauptsächlich sein Verdienst.
Wenn man Denis’ und Panum’s Angaben vergleicht, so unterliegt keinem Zweifel, dass Panum’s „Serumcasem“ und Denis’„Serin“ identisch sind, wobei letzteres nichts anderes als Denis’ Albumin bis zum Jahre 1840 vorstellt. Diese Ueber-zeuaung gewinnen wir nicht nur aus dem oben Dargelegten, sondern auch, im Gegensatz0 zu der Ansicht einiger Autoren jener Zeit *), aus Denis’ eigener Behauptung, dass Panum das Serin nach einem alten, von ihm, d. h. Denis selbst, angewandten Verfahren ausgeschieden und dasselbe fälschlich Casein benannt hatte 3).
Aus diesem Grunde kann man bei Hinweisen auf Denis’ Arbeiten weniger als in irgend einem andern Falle sich darauf beschränken, dieser oder jener der von ihm gegebenen Benennungen zu erwähnen; es ist notwendig die Quelle, die Methode murhäufig auch die charakteristischen Eigenschaften des von ihm mit diesem oder jenem Namen bezeichneten Körpers anzugeben.
Wenn man an dem alten Grundsätze festhält, dass in der Chemie der Pro-temkörper der Ort (die anatomische Gegend oder die Flüssigkeit), die Darstellungsmethode und, wenn auch nicht immer in Abhängigkeit von letzterer, die Reaction den gegebenen Körper bis jetzt cliarakterisiren, so ist es leicht*den damali-
4) Einige Verfasser von Lehrbüchern, wie z. B. Wurtz (178 p. 74), Hoppe-Seyler (85 p. 184), auch Frédérieq (48 p. 457) u. a., die Denis’ Arbeiten nicht genügend kannten, klentificiren das Sérin mit dem heutigen Albumin, was Denis Ansicht gänzlich widerspricht (s. die obenstehende Anmerkung).
2) „M. Panum, de Copenhague, qui l’a obtenue mêlée de fibrine, sortout s’il a opéré sur du sérum de sujets atteints d’inflammations, a reproduit, comme chose nouvelle, mon ancien procédé d’extraction de la sérine, substance qu’il nomme à tort caséine“ (34 p. 82).