﻿BAS GlOBÜLÏN BES BLtJTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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Graham’s Beschreibungen seiner Versuche zu ersehen ist (ib. p. 30 u. 61). Hier begegnen wir zu allererst gleichsam Widersprüchen gegen Denis’ und auch gegen Pa-num’s und Schmidt’s Lehre, da sowohl Denis’ Albumin als auch Schmidt’s Globulin sogar nach der Entfernung der Salze und Alkalien gelöst bleiben!
Im Jahre 1864 (177 p. 306) fand jedoch Wittich, dass Hühnereiweiss im Dialysator aus vegetabilischem Pergament gegen destillirtes Wasser schon nach einigen Stunden einen weissen unlöslichen Niederschlag ausscheidet, wobei der Wassergehalt in der Diffusionszelle grösser wird. Nach dem Abfiltriren des Niederschlags und bei weiterer Dialyse der Filtrats während 48 Tagen, bemerkte Wittich am 8-en Tage, dass die im Dialysator befindliche Flüssigkeit mit basischem Bleiacetat und Kupfersulfat keinen Niederschlag mehr ausschied; die Flüssigkeit trübte sich wohl, wurde aber nach einem Zusatz von Essigsäure oder Phosphorsäure wieder klar. Ueberhaupt verhielt sich die Flüssigkeit der Wärme, der Salpetersäure, dem Sublimat und dem Alkohol gegenüber wie gewöhnliches Hühnereiweiss.
Reynolds’ Beobachtungen (143 p. 3), die. wie es scheint, den Chemikern wie auch den Biologen unbekannt geblieben sind, sind nicht nur durch die erhaltenen Resultate sondern auch dadurch von hohem Interesse, dass dieser Forscher der erste war, der eine Salzlösung des Globulins der Dialyse unterwarf! Mit 2 Vol. Wasser versetztes Hühnereiweiss wurde durch Leinwrand filtrirt, das Filtrat genau mit Essigsäure neutralisirt und dann stark mit Wasser verdünnt, wronach der aus-geschiedeue Niederschlag, den Reynolds Albumin nannte, in einer gesättigten Ka-lisalpeterlösung aufgelöst wurde. Darauf dialysirte man die Lösung solange, bis in einem Tropfen der Flüssigkeit aus dem Dialysator sich keine Asche mehr nachweisen liess. In der Diffusionszelle blieb eine Flüssigkeit zurück, welche reines, sauer rea-girendes Albumin enthielt, das sich leicht oft sogar durch einfaches Schütteln niederschlug. Reynolds findet hier im allgemeinen die Reactionen des Hiihnereiweis-ses. Etwas anders und ziemlich complicirt bearbeitet Hoppe-Seyler (85 p. 184) Serum oder Hydroceleflüssigkeit um „nahezu“ reines „Albumin“ zu erhalten. Zu den unverdünnten Flüssigkeiten wdrd tropfenweise sehr verdünnte Essigsäure bis zum Erscheinen flockenartiger Niederschläge zugesetzt. Nachdem das Filtrat mit Natriumcarbonat neutralisirt worden ist, wird es in flachen Schalen bei 40° bis zu einem geringen Volum abgedampft. Darauf bringt man die Flüssigkeit in die Diffusionszelle und wechselt das Wasser alle 6 Stunden. Nach der Abtrennung der Salze wird das Dialysat bei 40° auf dem W a s s e r b a d e zur Trockne abgedampft. Der Troekenrest, den Hoppe-Seyler „Albumin“ nennt, enthält Salze und verliert seine Wasserlöslichkeit nicht einmal durch Trocknen bei 100° (ib.). Alkohol fällt- dieses „Albumin“, wird aber die Flüssigkeit vom Niederschlag rasch abgegossen, so wird dieser wieder in Wasser löslich; bei längerem Stehen unter dem Alkohol verliert sich jedoch die Löslichkeit. Kohlen-, Essig-, Wein- und Phosphorsäure fällen dieses Albumin nicht, und nach der Neutralisation derselben treten dessen frühere Reactionen wieder hervor (ib. p. 185). Indem Hoppe-Seyler mit einem gleichen Volum Wasser verdünntes und zerschnittenes Hühnereiweiss ebenso, aber mit Ausschluss des Säurezusatzes behandelte, erkannte er dessen vollständige Analogie mit dem „Albumin“ des Serums.
Die zuletzt genannten Autoren hielten sich an die ältere Vorstellung von dem Albumin; infolgedessen sollte man diesen Ausdruck entweder mit dem Namen des Autors verknüpfen, z. B. Hoppe-Seyler’s Albumin vom Jahre 1862 sagen, oder wenigstens der Darstellungsart desselben erwähnen, um ungefähr einen Begriff davon zu geben, was für ein Präparat unter dem Wort Albumin verstanden wird; dies um so mehr, als auch die Dialyse dazu beigetragen hat, die Anzahl der