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DAS GLOBÜLÎN • DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
Substanz erhalten wird, ist es interessant, dass auch dieser Niederschlag, der den durch Essigsäure erzeugten an Menge übertrifl't, dieselben Eigenschaften wie der durch Kohlensäure allein erhaltene, d. h, das Globulin, besitzt. Die Eigenschaften der durch Kohlensäure und Essigsäure sowie der durch Kohlensäure und Kochsalz erhaltenen Niederschläge mit einander vergleichend, fand Heynsius keinen Unterschied (ib. p»ll—14) und erklärt, dass durch die Kohlensäure nicht das sämmtliclie Globulin ausgefällt wird, sondern, infolge der Leichtlöslichkeit desselben in neutralen Salzen (ib. p. 20) '), ein Teil davon in Lösung bleibt. Diese Leichtlöslichkeit des Seroglobins schien ihm so charakteristisch, dass er geneigt war, dieselbe als einziges Unterscheidungsmerkmal von den übrigen Proteïnkürpern zu betrachten 2). Endlich spricht Panum selbst (1869) sich gegen Kühne’s Benennungen aus und schlägt seinerseits für den durch Kohlensäure bewirkten Niederschlag die höchst originelle Benennung „fibri noplastischer Bestandteil des Serumcaseins“, für den im weiteren durch Essigsäure ausgefällten und von Kühne „ Natronalbuminat“ genannten — nie htfibri noplastischer Teil des S e r u m c a s e i ns vor (131 p. 91—2); dadureh wollte er einerseits dieselben identificiren, andererseits in Bezug auf deren Einfluss auf die Blutgerinnung gleichsam unterscheiden, wozu weder Schmidt’s Arbeiten bis 1869 noch auch spätere einen Anhaltspunkt geben. Auch Eichwald (49 p. 51) findet, dass, im allgemeinen, je länger die Kohlensäure durchgeleitet wird, desto mehr Niederschlag sich bildet. Ausserdem scheidet das Filtrat nach der Abtrennung des in 10-fach mit Wasser verdünntem Serum durch Kohlensäure bewirkten Niederschlags nach 6—24—ständigem Stehen einen zweiten Niederschlag aus, nach dessen Abtrennung sich im Filtrat noch ein dritter Niederschlag ausscheidet u. s. w. (ib. p. 51—2). Die Bildung dieser Niederschläge geht noch rascher vor sich, wenn das Serum nach und nach mit immer grösseren Wassermengen verdünnt und die Durchleitung von Kohlensäure fortgesetzt wird. Durch diese Thatsachen widerlegt Eichwald zugleich Pa-num’s (128 p. 259) und Kühne’s (94 p. 175) Angaben, dass schon einmal mit 10 Teilen Wasser verdünntes Serum, nach der Abtrennung des durch Kohlensäure bewirkten Niederschlags, bei weiterer Verdünnung und Durchleitung desselben Gases nicht mehr im Stande .sei Niederschläge auszuscheiden. Eichwald fand, dass 10-fach verdünntes Serum nach der Abtrennung des durch Kohlensäure erzeugten Präcipitats nach abermaliger 10-facher Verdünnnng und Durchleitung von Kohlensäuregas nicht nur einen zweiten Niederschlag ausscheidet, sondern dass auch das zweite Filtrat bei weiterer Verdünnung mit 10 Teilen Wasser und Behandlung mit Kohlensäure noch einen dritten Niederschlag absetzt, wobei das zu einem geringen Volum eingedickte neue Filtrat in der Siedhitze nicht „gerinnt“, obgleich Essigsäure einen Niederschlag erzeugt (ib. p. 120—1). Dabei löst sich der nach Kühne durch Essigsäure erhaltene Niederschlag—Kühne’s „Serumcasem“, wie ihn jetzt Eichwald 3) nennt—ebenfalls leicht— nach Eichwald „augenblicklich“—in einer geringen Menge Chlornatrium, wenngleich er nach längerem Verweilen am Boden des
9 „Gerade die leichte Löslichkeit in neutralen Alkalisalzen beweist nach meiner Meinung, dass die durch Kochsalz aus Kuhserum gefällte Substanz nichts anderes ist, als ein Theil des Paraglobulins, welches bei der Gegenwart von Salzen und yon Alkali durch Kohlensäure nicht präci-pitirt wird“ (75 p. 20).
5) „In der That ist diese Leichtlöslichkeit, sei sie nun dem Paraglobulin an und für sich eigen-
thümlich oder von beigemischten Stoffen abhängig, das einzige Kennzeichen, wodurch es sich von anderen Eiweisskörpern unterscheidet“ (ib.).
3) „Im Folgenden werde ich übrigens den Ausdruck „Serumcasein“ im Sinne Kühne’s gebrauchen, da mir seine Benennung als Natronalbuminat aus später anzuführenden Gründen nicht ganz zutreffend scheint“ (45 p. 49).