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t)AS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
geachtet dessen, dass Kühne das Globulin aus dem Serum scheinbar sorgfältig abgeschieden hatte, scheidet sich auch dieses „Serumalbumin“ bei der Dialyse zum Teil aus, was mit der allgemeinen Ansicht Kühne’s über die Unlöslichkeit des Albumins in Wasser in Einklang steht; andererseits aber unterscheidet sich dieser Niederschlag in nichts vom Globulin. In der That wurde dieser durch Dialyse des globulinfreien „Serumalbumins“ erhaltene Niederschlag später auch wirklich mit dem Globulin identificirt. Somit finden wir in Kühne’s Beobachtungen den Grund zu einer weiteren Anfechtung der Vorstellüng vom „Albumin“, in quantitativer Beziehung: dasselbe fängt an, seine dominirende Rolle im Serum einzubüssen und dem Globulin abzutreten. Im allgemeinen nimmt Kühne an, dass sowohl das Albumin als auch das Globulin in Wasser nicht löslich seien, und die ge-sammte nach der Abscheidung des Globulins in Lösung gebliebene Proteünsubstanz für Albumin anzusehen sei, ohne dabei den Begriff von dem Albumin mit der Wasserlöslichkeit zu verbinden. Ueberdiess dickte Kühne die nach der Entfernung auch des Dialysationsniederschlages erhaltene Flüssigkeit wieder ein, neutralisirte die zurückgebliebene Essigsäure und erhielt aufs neue einen Niederschlag, wonach die Flüssigkeit in der Wärme noch einen Niederschlag absetzen konnte. Diese Beobachtungen veranlassen Kühne anzunehmen, das „Serumalbumin“ sei durch die Einwirkung der Salze löslich (94 p. 179). Wenn man diese Schlüsse Kühne’s mit Denis’ Schlüssen vergleicht (1837, p. n. 91), so findet man einen Unterschied etwa nur darin, das ersterer mehrere, und zwar 3 Arten eines und desselben in Wasser unlöslichen, in Salzen und Alkalien aber löslichen Prote'inkörpers annimmt, nämlich: einen in Salzen löslichen und durch Kohlensäure fällbaren, einen zweiten—in Salzen im Verein mit Alkalien löslichen und durch Essigsäure fällbaren und einen dritten durch diese Agentien unfällbaren. Denis sieht hier gleichsfalls eine in Wasser unlösliche Substanz—das Albumin—welche zum Teil in Salzen, zum Teil in diesen im Verein mit Alkalien löslich ist.
Nicht weniger interessant sind Kühne’s Beobachtungen über das Eiweiss, welche seine Ansicht bestätigen oder das Gesagte ergänzen; seiner Meinung nach, enthält das Hühnereiweiss hauptsächlich in Salzen gelöstes Albumin, eine geringe Menge Kalialbuminat und Spuren von Globulin. Bei der Verdünnung des Eiweisses mit viel Wasser scheidet sich das Albumin aus, während die andern Bestandteile in Lösung bleiben und sich nur bei vorsichtiger Einführung von Essigsäure nieder-schlagen. Nach den genannten Operationen bleibt in der Lösung ein unbedeutender Teil der Protein Substanz zurück, der beim Kochen eine unbedeutende Trübung bildet *). Diesen Angaben gemäss erweist es sich, dass das Albumin durch Wasser sogar leichter gefällt wird als das Globulin! Wie dem auch sei, es muss, wiederholen wir, bei der Benutzung der von den Autoren vorgeschlagenen Benennungen die grösste Vorsicht gebraucht werden.
Gleichzeitig mit Kühne’s Arbeit und gleichsam als Vervollständigung der Lehre von der Löslichkeit des „Albumins“ in Wasser unter der Einwirkung von Salzen sowie zur Illustration des Gesagten erschienen die Arbeiten von Monoyer (120 p. 444), Schtscherbakofl (167 p. 23—5), Danilewski (27 p. 18; 29 p. 312) und Good-mann (56 p. 1042), die den durch Wasser im Hühnereiweiss bewirkten Nieder-
*) „Es enthält hauptsächlich in Salzen gelöstes Albumin, wenig Kalialbuminat und nur Spuren von Globulin. Mit viel Wasser versetzt scheidet es fast alles nur in Salzen gelöstes Albumin aus, während die übrigen Eiweissstoffe in Lösung bleiben, die dann durch vorsichtiges Zusetzen
von Essigsäure gefällt werden. Ein geringer Rest des nicht mit ausgefällten Albuminkörpers, der in der entstandenen sehr verdünnten Salzlösung gelöst bleibt, bewirkt in dem letzten sauren Filtrate schwache Trübung beim Kochen“ (94 p. 553).