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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.	133
musste Eichwald mit grossen Mengen Wasser arbeiten, da auf V Teil des angesäuerten Serums 400—600 Teile Wasser kamen. Der Niederschlag bildet sich (nach 8—12 Stunden) und fällt langsam (48 Stunden lang) zu Boden. Das Filtriren geschah durch einen 12-fach zusammengelegten Filter aus schwedischem Papier, wobei das Ansäuern wiederholt werden musste, da wieder die frühere Reaction sich einstellte (ib. p. 88—94).
Jedenfalls wird nach dem Filtriren und Abdampfen eine so geringe Quantität Prote'insubstanz in der Flüssigkeit gefunden, dass nur zwei ganz extreme Deutungen möglich sind: entweder dass alles Albumin ausgeschieden oder dass eine ganz ge-ringfügige Menge einer besonderen wasserlöslichen Substanz im Serum vorhanden ist. Die erste dieser Deutungen scheint Eichwald die wahrscheinlichere, um so mehr als die lösende Wirkung der Salze des Serums nur abgeschwächt ist, die Salze aber nicht entfernt sind (ib. p. 94).
Eichwald’s Arbeit beschliesst somit eine Reihe von Belegen für den von Denis auf Grund seiner im J. 1837 gemachten Beobachtungen aufgestellten Satz, dass » die Proteünsubstanz des Serums durch die Einwirkung von Salzen und Alkalien in Lösung erhalten wird. Wenn Denis auf die Unlöslichkeit der gesammten im Serum enthaltenen Proteïnsubstanzen in Wasser nur aus der Quantität des Niederschlags, die er durch Einwirkung schwacher Säuren aus dem verdünnten Serum erhalten hatte, schloss, so zeigte Eichwald, dem Denis’ Ansichten über diesen Gegenstand unbekannt waren (ib. p. 75), d a s s, in der That, durch Verdünnung und Einwirkung einer schwachen Säure nicht nur die ersten Portionen, sondern auch die gesammte übriggebliebene Proteinsubstanz unter derselben Gestalt—als in Wasser unlöslicher Niederschlag—aus dem Serum ausgeschieden wird.
Die Dialyse *) als analytisches Hilfsmittel. Sind die Proteïnsubstanzen des Serums nur unter der Einwirkung der in demselben enthaltenen anorganischen Stoffe löslich, oder löst sich, wenn auch nur ein Teil davon, unabhängig von diesen und selbstständig in Wasser? Eine unmittelbare Lösung dieser Frage, cl. h. die Ausscheidung der Proteïnsubstanz aus dem Serum und der Versuch auf dessen Löslichkeit in Wasser,—ergab negative Resultate: sobald die Substanz ausgeschieden ist, ist sie schon in Wasser unlöslich, wenngleich sie die Fähigkeit in Salzen sich aufzulösen nicht einbüsst.
Möglich ist aber auch noch ein anderer Weg, um zu der Lösung dieser Frage zu gelangen, nämlich die Entfernung aller anorganischen Substanzen, überhaupt aller Krystalloïde aus den prote'inhaltigen Flüssigkeiten. Obgleich von Denis an alle Autoren in diesem Sinne verfuhren,— denn indem sie die sauren und alkalischen Flüssigkeiten mit viel Wasser verdünnten, setzten sie zugleich das Vermögen der Salze das Protein in Lösung zu erhalten herab — litt diese Methode in Hinblick auf die sehr bedeutende Löslichkeit des Globulins in diesen Salzen doch an offen-
einbaren, nacli welcher das Albumin in IDO löslich ist. Ich habe versucht, durch sehr weit gehende Verdünnung des angesäuerten Serums das Albumin vollständig in Form des Syntonins auszufällen. Es ist mir dieses nach manchen vergeblichen Versuchen unter Anwendung gewisser Vorsichtsmaassregeln ziemlich gelungen. Ehe ich zu diesen Versuchen übergehe, will ich mir erlauben, diejenigen Gründe zu beleuchten,
mit welchem man bis heute die Existenz eines in HsO löslichen Albumins zu beweisen sucht, sowie diejenigen Thatsachen, um deren Willen seit lange die entgegengesetzte Ansicht wiederholt ausgesprochen worden ist“ (45 p. 83—4).
‘) Die Dialysationsmethoden sowie die Beschreibung verschiedener Diffusionszellen (122 p. 453) wird man weiter unten in dem Kapitel XI über das Verhalten des Globulins zu den Salzen finden.