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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UDN DES EIWEISSES.
(ib.), was im ganzen schon einer Verdünnung des Serums mit 16—20, und des Hühnereiweisses mit 32—40 (!) Teilen Wasser entspricht, da letzteres vor der Dialyse mit 1 Volum Wasser verdünnt worden war (ib. p. 79,80). Offenbar war die Möglichkeit vorhanden, dass bei einer solchen Verdünnung nicht nur das „Albumin“ sondern auch das Globulin sich nicht niederschlug, in Lösung verblieb, wie historische Thatsaehen zeigen (p. n. 68). Dabei konnte die Flüssigkeit auch bei viel geringerer Verdünnung dieselben Reactionen geben wie Aronstein-Schmidt’s salzfreies Albumin (p. n. ib.). Bei Schmidt finden wir sogar einen Hinweis darauf, dass es so sein muss (p. n. 137). Um Misverständnissen vorzubeugen und dessenungeachtet, dass Aronstein und Schmidt und, nach ihrem Beispiele, auch andre Autoren solche Flüssigkeiten, wie die beschriebenen, „dialysirte Albuminlösung“ (158 p. 105) genannt haben, wollen wir sie „dialysirtes Serum“ und -„dialysirtes Eiweiss“ nennen. Demgemäss unterscheiden sich verdünntes Serum und verdünntes Eiweiss von denselben aber dialysirten Flüssigkeiten durch grösseren Gehalt an Proteïnsubstanzen, da bei dem Dialysationsprocesse viel mehr Proteïnsubstanzen ausgeschieden und dazu noch alle löslichen Salze entfernt werden! Zu Gunsten dieses Schlusses zeugt auch noch der Umstand, dass sowohl der trockne Rückstand von gewöhnlichem Serum und Eiweiss als auch derjenige von dialysirtem Serum und Eiweiss in Wasser löslich ist (ib. p. 109).
Aronstein’s Versuche fortsetzend, schritt Schmidt (ib. p. 100), ausser zu dem erwähnten Verfahren, in manchen Fällen, um das Serum vom Globulin zu befreien, vor der Dialyse auch noch zur Neutralisation mit Salzsäure oder zur Sättigung mit gepulvertem Kochsalz. Nach dem Abfiltriren des erhaltenen Niederschlags wurde die Flüssigkeit der Dialyse unterworfen, wobei Schmidt dasselbe Product wie-Aronstein (ib. p. 100) erhielt und das Albumin ebenfalls wasserlöslich fand (ib. p. 104). Dialysirtes Serum und Eiweiss réagirai neutral, opalesciren beim Kochen und zwar so stark, dass die Flüssigkeit, wie Schmidt findet (ib. p. 105) undurchsichtig scheint und wie geronnen aussieht, weshalb er empfiehlt dieselbe erst mit 8—10 Teilen Wasser zu verdünnen *). Essigsäure bis zu kaum merklicher Reaction zugesetzt, bewirkt in dialysirtem Eiweiss und Serum in der Siedhitze einen Niederschlag, während bei einem Ueberschuss der Säure keine Fällung erfolgt (ib. p. 105). Beim Kochen in Gegenwart von Kochsalz scheiden dialysirtes Eiweiss und Serum Niederschläge aus, aber je mehr Wasser die Lösung enthält, desto mehr Salz ist nötig, um beim Kochen „Gerinnung“ zu bewirken. Die Wirkung des Kochsalzes auf die Fällung des Eiweisses wird jedoch durch Zusatz von Wasser verhindert; wird somit zum dialysirten Eiweiss oder Serum soviel Kochsalz zugesetzt, wie in den genannten Flüssigkeiten enthalten ist, so beobachtet man beim Kochen die Bildung eines Niederschlags; verdünnt man es danach aber mit 10—15 Teilen Wasser, so gewahrt man beim Kochen nur Opalescenz, als ob gar keine Salze vorhanden wären 3). Folglich gesteht Schmidt ein, dass nicht das absolute Nichtvorhandensein sondern die verhältnismässigen Mengen der Salze
*) „Man bemerkt die Opalescenz am besten, wenn man die Eiweisslösung vor dem Kochen stark verdünnt, etwa mit 8—10 Volum destillir-tem Wasser. Die unverdünnte Lösung opalisirt so mächtig, dass sie ganz undurchsichtig erscheint, und man an eine Coagulation glauben könnte. Nachträgliche Verdünnung zeigt alsdann, dass keine Spur einer wirklichen Eiweissgerinnung stattgefunden hat“ (158 p. 105).
2).......verdünnt man sie jedoch mit 10—15
Theilen Wasser, so bewirkt das Kochen nur Opalescenz, und man hat modificii’tes Albumin erzeugt, so gut wie beim Kochen im salzfreien Zustande; die Salze sind also so gut wie gar nicht mehr vorhanden“ (158 p. 106, vergleichen p.n. 136).