﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND Ï)ES EIWEISSES.
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handensein im Diffusât nach weisen lasse, und man sagen könne, dass ungeachtet der Gegenwart von Salzen das Diffusât dieselben Reactionen giebt wie Schmidt’s und Aronstein’s „Albumin“! Erinnern wir an ein noch charakteristischeres Beispiel: beim Auswaschen trocknen Serums auf dem Filter erhielt Scherer (p. n. 100) ein Filtrat mit einem bedeutendem Gehalt sowohl an Albumin als auch an Salzen: dennoch gerann es in der Wärme nicht. Aronstein und Schmidt kannten aber weder Eichwald’s und Scherer’s Beobachtungen noch auch diejenigen der andern von uns genannten Autoren (p. n. 67—9), weshalb sie auch den Umstand, dass das Serum-und Eiweissdialysat in der Wärme nicht gerann, so überraschend fanden. Hätte Aronstein und nach ihm Schmidt im Diffusât in der Wärme ungerinnbares Albumin erkannt, so würde ihnen die Sache viel erklärlicher geschienen haben.
In demselben Jahre (1874) beobachtete Heynsius (76 p. 526), der mit Hui-zigna’s kästen- und sackförmigen Dialysoren experimentirte, dass bei der Dialyse des Hühnereiweisses gegen Regenwasser die Flüssigkeit im Innern des Dialysors nach der Abtrennung des Niederschlags auf Kosten des äusseren Wassers sich stark vermehrt hatte und beim Erwärmen bis auf 45° einen bedeutenden Niederschlag ausschied, bei 35° sich trübte (ib. p. 528). Dasselbe beobachtete er auch bei 7-tägigem Dialysiren von Hühnereiweiss, welches vorher mit Kochsalz gefällt worden war, unter täglichem Wechsel des Regenwassers. Auch hier schied das dialysirte Eiweiss bei 45° einen Niederschlag aus, wobei dieser in Kochsalz sich nicht löste (ib.). Des Filtrat wurde weitere 7 Tage dialysirt: auf dem Diaphragma schied sich ein neuer Niederschlag aus, doch in geringerer Menge, und war dieser noch schwerer löslich als der erste. Das neue Filtrat trübte sich schon bei 28°, und bei 40° fiel auch ein Niederschlag aus, der in der abgekühlten Mutterlauge und auch in einer Kochsalzlösung sich wieder auflöste. Doch setzt längeres Erwärmen bei einer und derselben oder kürzeres bei erhöhter Temperatur die Löslichkeit sehr herab oder hebt sie sogar vollständig auf. Dieses dialysirte Eiweiss enthält 4,3°/0 fester Substanzen und 0,05% Asche, d. h. 1,16% fester Substanz, wobei die Asche neutral reagirt. Ferner findet Heynsius, dass, wenn in diese Flüssigkeit eine Kochsalzlösung eingeführt wird, deren Gerinnungstemperatur zugleich mit dem Procentgehalt des Kochsalzes steigt, so bewirkt die Versetzung mit einem gleichen Volum 32%-iger Kochsalzlösung Trübung bei 65° anstatt bei 28° und Ausscheidung des Protemkörpers erst bei 102° (76 p. 529). Noch erstaunlicher sind Heynsius’ Beobachtungen an Ochsen- und Pferdeserum. Nach der Behandlung des mit 10 Teilen Wasser versetzten Serums zuerst mit Kohlensäure, dann mit Essigsäure concentrirte Heynsius das Filtrat bis zu dem anfänglichen Volum, bewirkte durch Sättigung mit Kochsalz abermalige Fällung, worauf erst dieses letzte Filtrat 9-tägiger Dialyse unterworfen wurde. Die vom Niederschlag abfiltrirte Flüssigkeit gerann bei 43° (ib. p. 530). Wird jedoch die Flüssigkeit unmittelbar mit Kochsalz gesättigt und dann dialysirt, So trübt sich Ochsenserum bei 9-tägiger Dialyse bei 41°; nach ll-tägigem Diffundiren zeigt dieses unter gleichen Bedingung Trübung bei 40°, Pferdeserum—bei 38°, Hühnereiweiss bei 30° (ib. p. 531). Dem Alkohol und Aether gegenüber verhalten die dialysirten Flüssigkeiten sich analog—sie scheiden einen Niederschlag aus (ib. p. 533). Die soeben mitgeteilten Thatsachen erhielt Heynsius, indem er Huizigna’s sackförmigen Dialysor und Regenwasser benutzte. Bei Benutzung des Kastendialysors und destillirten Wassers fand Heynsius, dass in diesen Fällen die erhaltenen Flüssigkeiten bei niedrigen Temperaturen sich nicht trüben. Obgleich auch hier ein verhältnissmässig geringer Niederschlag ausfälltr so weicht doch die Temperatur der Fällung der dialysirten Flüssigkeiten von der für dieselben gewöhnlichen nicht ab, steigt aber ein wenig für das dialysirte Serum. Zudem bemerkte Heyn-