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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
siiis, '• dass bei der Dialyse gegen Regenwasser neutrale Reaction erhalten wird, während diese hei destillirtem Wasser alkalisch bleibt, demzufolge Heynsius die Temperaturerhöhung der dialysirten Flüssigkeit durch die Gegenwart des Alkali erklärt. Uebrigens hatte auch unmittelbare Versetzung des Serums mit 20 Vol. Regenwasser neutrale Reaction zur Folge, während Verdünnung mit derselben Menge destillirten Wassers die Reaction nicht änderte: die Flüssigkeit blieb alkalisch. Diese Verdünnung wurde auch noch von einer andern bekannten Erscheinung—der Bildung eines Niederschlags—begleitet, doch bewirkte das destillirte Wasser nur einen unbedeutenden Niederschlag, während das Regenwasser einen ungewöhnlich starken (énorme) Niedersehlag erzeugte. Diesen Unterschied in der Wirkung erklärt Heynsius dadurch, dass das Regenwasser kohlensaures Zink enthielt, da es von Zinkdächern gesammelt wordeti war, und directe Bestimmungen das Vorhandensein dieses Salzes darin zeigten. Aehnliche Resultate wie mit Regenwasser wurden endlich durch Versetzung des destilirten Wasser mit Zinkcarbonat erhalten (ib. p. 534). Heynsius findet sogar, dass es überflüssig sei, das Serum oder das Eiweiss zu dialysiren, da es genüge dieses und jenes mit Zinkcarbonatlösung zu versetzen, um dieselben Resultate, d. h. Flüssigkeiten, die bei verhältnissmässig niedriger Temperatur (38°, 50°) gerinnen, zu erhalten (ib.p. 535).
Auf Grund dieser Thatsachen wurde Heynsius, wie er übrigens auch selbst bemerkt, zu einem Aronstein’s und Schmidt’s Resultaten ganz entgegengesetzten Schlüsse geleitet. 4-tägige Diffusionsversuche mit deutschen und englischen Papiersorten gegen destillirtes Wasser zeigten ihm, dass Globulin sich auch hier auf dem Diaphragma ausscheidet, das Filtrat des Dialysats in der Siedhitze aber nicht gerinnt (ib. p. 537).
Aronstein’s und Schmidt’s Beobachtungen erklärt Heynsius im allgemeinen dahin, dass genannte Autoren mit einer alkalischen Albuminlösung experimentirten; eine solche gerinnt beim Kochen nicht und wird durch Alkohol nicht gefällt, wenn nur die Lösung wenig Salze enthält, was Schmidt, nach Heynsius, auch in Bezug auf eine Globulinlösung gefunden hatte *). Heynsius hält es nicht für möglich, mittels deutschen oder englischen Pergamentpapiers salzfreies Albumin zu erhalten (76 p. 541).
Gleichsam als Ergänzung zu Heynsius’ Beobachtungen, fand auch Kossel bei seinen Dialysationsversuchen (93 p. 174), dass, das Albumin in den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten sich in Verbindung mit Natriumcarbonat befindet. Seine Untersuchungen in dieser Richtung fortsetzend, gelangt Heynsius (1875, 78 p. 626) zu dem Schlüsse, dass das Albumin aus Serum und auch aus Eiweiss im freien Zustande, trotzdem es in Wasser nicht geronnen war, unlöslich ist 2). In Ermangelung solchen Pergamentpapiers. wie er es wünschte, stellte Schmidt seine Versuche mit Hilfe gewöhnlichen, nur frisch geleimten Wechselpapiers an. Schmidt’s Versuche mit dem Papier-dialysor zeigten, dass bei der Dialyse des Serums und des Eiweisses zuerst die neutral reagirenden, dann die auf Lakmuslösung, doch nicht auf Lakmuspapier, alkalisch reagirenden Salze übergehen. In diesem Stadium der Dialyse weist die Asche weder Chloride noch Phosphate auf, zeigt aber Spuren von Sulfaten und reagirt schwach alkalisch, folglich, sagt Schmidt, enthält die Asche Spuren von
*) „Sie experimentirten mit einer alkalischen Eiweisslösung die beim Sieden nicht coagulirt und auch durch Alkohol wenig gefällt wird, wenn sie arm an Salzen ist. Schmidt selbst hat dies früher für die alkalische Paraglobulinlösung ausführlich bewiesen“ (76 p. 538).
!) In dem von uns angeführten Satze von Heynsius hatte sich ein grober Druckfehler eingeschlichen: anstatt „unlöslich“ stand „1 ö s-lich“, was natürlich den Sinn von Heynsins’ Schlüssen ganz entstellt. In der Folge, verbesserte Heynsius selbst diesen Fehler (79 p. 571).