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Ausserdem ist es interessant, den Angaben dieses Autors nach, hervorzuheben, dass dialysirtes Eiweiss beim Kochen sich trübt, Opalescenz aber erst bei Versetzung des dialysirten Eiweisses mit Wasser, wie Aronstein und Schmidt verfuhren, ein-tritt (ib. p. 71). Dies giebt Laptschinski das Recht zu behaupten, dass dieselben Resultate durch einfache Verdünnung mit Wasser erreicht werden können, wobei beim Kochen und durch Alkohol Fällung auch nicht erfolgen könne, — dabei beruft Laptschinski sich auf Lehmann (p. n. 79). Die saure Reaction des dialysirten Eiweisses glaubt er durch die Gegenwart von Zucker erklären zu können (96 p. 68), Jedenfalls sind Graham’s, Kühne’s und Schmidt’s Verdienste in der Geschichte der Proteïnstoffe sehr gross. Diese Forscher waren es, die den Grund zu der Untersuchungsmethode der proteünhaltigen Flüssigkeiten legten, welche der früher gebräuchlichen ganz entgegengesetzt ist.—Der Auscheidung der Protemkörper wird hier die Abtrennung alles dessen, was kein Protemkörper ist. entgegengestellt; dort bestrebte man sich die Bedingungen des Uebergangs des Ausgeschiedenen in die Lösung zu studiren, hier dasselbe in der Lösung zu erhalten und das Lösungsmittel so zu sagen bis zum Wasser zu vereinfachen. Wie dem auch sei, Aronstein und Schmidt hielten und die andern, weiter oben erwähnten Autoren erklärten den Körper, der nach sorgfältiger und lange andauernder Dialyse des Serums und des Eiweisses in Lösung bleibt, für „Albumin“, alles dagegen, was aus den pro-teïnhaltigen Flüssigkeiten auf dem Diaphragma bleibt, für Globulin. Trotz gewichtiger Einwürfe seitens Heynsius und andrer Forscher ging diese Einteilung auch in die Lehrbücher über. Im allgemeinen, wenn die Dialyse für die Löslichkeit des „Albumins“ ausser dessen Verbindung mit anorganischen, Asche zurücklassenden Körpern auch keine directen Beweise geliefert hat, so könnte man wohl die Asche des dialysirten „Albumins“ entweder für einen unabtrennbaren Bestandteil des „Albumin“ genannten chemischen Molecüls betrachten, oder, wie Schmidt es zu wünschen scheint, dieselbe ganz ausser Acht lassen und die Frage nach der Wasserlöslichkeit des Albumins, nun aber ohne jegliche Beziehung desselben zur Asche, aufstellen. Es erweist sich jedoch, dass trotz aller Zugeständnisse und Bedingungen zu Gunsten der Wasserlöslichkeit des Albumins eben die Dialyse als entscheidende Verfah’rungsmethode nicht dienen kann, da das Globulin aus seinen Salzlösungen auch durch Diffusion bei weitem nie ht vollständig aus gefällt wird, wie die Beobachtungen solcher Verfechter der Löslichkeit des Albumins wie Schmidt und Hammarsten gezeigt haben. Erinnert man sich aber Aronstein’s und Schmidt’s erster Versuche (p. n. 134), so ist Grund genug vorhanden anzunehmen, dass das, was sie für Albumin gehalten hatten, ein Gemisch von Globulin und dem gesuchten Albumin war! In diesem Gedanken bestärkt uns auch Hammarsten, welcher geradezu erklärt, dass das, was unter „Albumin“ verstanden und von Aronstein und Schmidt für „Albumin“ gehalten wurde, kein reines Präparat sondern ein Gemenge von Albumin und Globulin sei *); deshalb schlägt, er auch einen andern Weg zur Abscheidung des Albumins vor, nämlich das Globulinj zuerst mit Magnesiumsulfat zu fällen, da es durch Dialyse nicht vollständig gefällt werde, und erst, dann das Filtrat der Dialyse zu unterwerfen!
*) „Es muss dies von grosser Bedeutung sein, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass gerade diese 2 Serumarten am öftesten zur Reingewinnung des Serumalbumins benutzt werden. Die dabei übliche Methode besteht bekanntlich hauptsächlich darin, dass das Paraglobulin nach irgend
einer der älteren Methoden, am besten durch Dialyse möglichst vollständig entfernt wird..... Der bisher als Serumalbumin beschriebene Stoff ist allem Anscheine nach ein Gemenge von Globulin und Seruraalbumin gewesen,... “ (64 p. 467).