﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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.«her Säure- oder Salzlösungen das Serumalbumin sich nicht verändert, empfiehlt Hammarsten (69 p. 495—6) das Albumin durch gleichzeitige Einwirkung eines Salzes und einer Säure zu fällen, wobei er mit keinem Worte der Arbeiten seiner Vorgänger erwähnt. Selbstverständlich erscheint dabei als unvermeidliche Bedingung die vollständige Entfernung des Globulins (69 p. 456). Später wandte Iohansson (1885, 4)0 p. 310) diese Methode bei dem Studium des Serums an. Ochsenserum wurde mit Magnesiumsulfat bei 30° gesättigt und der Niederschlag bei derselben Temperatur abfiltrirt; nachdem die Flüssigkeit abgekühlt, und die kleinen ausgefallenen Magnesiumsulfatkrystalle abfiltrirt worden waren, behandelte man das Filtrat mit O.5°/0—1% Essigsäure, löste den erhaltenen Niederschlag, nach dem Abpressen, in Wasser auf, neutralisirte die Lösung und sättigte sie wieder, um das etwa mitge-führte Globulin zu entfernen, mit Magnesiumsulfat, zu welchem Zwecke man die Lösung filtrirte und das Filtrat aufs neue mit Essigsäure fällte, wonach der abgepresste Niederschlag aufgelüst und die Lösung dialysirt wurde. Wenn dabei Wasser zu dem Dialysat hinzugekommen war, so wurde die Flüssigkeit bei 40° abgedampft, Danach verfuhr Iohansson ebenso wie Starke (p. n. 147) indem er die Flüssigkeit mit Alkohol fällte. Das auf diese Weise erhaltene Albumin besitzt dieselben Eigenschaften, wie das nach Starke's Verfahren gewonnene: „Die Lösungen sind häufig trübe und es liegt die Möglichkeit vor, dass das Serumalbumin durch die gleichzeitige Einwirkung von Säuren und Salzen eine Veränderung erfahren hat, wenn auch nicht im Sinne der Verwandlung in Acidalbumin“ (90 p. 317—8). Dieselbe Methode wandte Sebelien, ein anderer Schüler derselben Schule, zur Gewinnung des Albumins aus der Milch (s. Lactoglobin) an.
So haben wir in der gleichzeitigen Einwirkung von Salzen und Säuren noch einen neuen Beweis für die Identität des Globulins und des Albumins: sowohl dieses als jenes wird aus einer und derselben Flüssigkeit ausgefällt, biisst aber die Fähigkeit nicht ein, sich in neutralen Salzen wieder aufzulösen!
Experimentelle Bestätigungen der Identität des Globulins und des Albumins. 1. Vorläufige Behandlung des Serums und des E i w e i s s e s. Um von Blutkörperchen möglichst freies Serum zu haben, bedient man sich selbständig geronnenen Blutes, indem man nach dem Absetzen des Coagulums das Serum mittels Pipetten abhebt. ' Es unterliegt keinem Zweifel, dass ein jeder, der mit Serum gearbeitet hat, genötigt gewesen ist, behufs Abtrennung der mitgeführten Blutkörperchen, das von dem Coagulum abgetrennte -Serum wieder mehr oder weniger lange ruhig stehen zu lassen. Schmidt rät (158 p. 94), ein solches Serum in einen in Eiswasser gestellten hohen Cylinder zu bringen. Noch mehr Vorsichtsmaassregeln erfordert Koch’s Verfahren (92 p. 47): das Blut wird zuerst in einen hohen Cylinder bis zum Rande eingegossen, der Cylinder verkorkt und in den Eisschrank gestellt, worauf man auch das vom Coagulum dieses Blutes gesammelte Serum auf dieselbe Weise abstehen lässt. Unter diesen Umständen ist das Serum nach 2—3 Tagen bei möglichst ruhiger Lage so gut abgestanden, dass die klare bernsteingelbe Flüssigkeit garnicht filtrirt zu werden braucht. Der Wunsch den Process der Befreiung des Serums von den Blutkörperchen zu beschleunigen hat Veranlassung zur Erfindung verschiedener Apparate gegeben, von denen Dollfus-Galline (39 p. 500) im Jahre 1869 einen technischen Zwecken entsprechenden beschrieb, während Rollett (145 p. 347—8) später einen ebensolchen Apparat für Arbeiten in Laboratorium empfiehlt *). Das Blut wird in breite, niedrige
*) Es ist interessant, dass, trotzdem Eollett	Rollett giebt bei dieser Veranlassung noch einige
■auf Dollfus-Galline hinweist, er das beschriebene	Anweisungen (ib. p. 348).
Verfahren „meine Methode“ nennt (145 p. 347—8).
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