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DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
mehr; bei ruhigem Stehen des Gefässes fällt es in seiner ganzen Masse zu Boden, indem es sein anfängliches gallertartiges Aussehen bewahrt. Bei langsamem Umwenden des Gefässes und allmäligem Beissen der Membranen löst sich das Eiweiss auf. indem es im Gefässe umherzieht. Bei energischerem Hinundherwenden oder Schütteln geht auch die Lösung oder, richtiger gesagt, die Vermischung beider Flüssigkeiten rascher vor sich. Vorläufiges Zerschneiden des Eiweisses mit der Schere oder Um-scliütteln mit Glasscherben beschleunigt dessen Auflösung im Kochsalz bedeutend,, wobei sogleich nach der Einführung des zerschnittenen Eiweisses die halbflüssigen Eiweissstückchen in durchsichtigen Massen zu Boden fallen und sich nur beim Umschütteln allmälig auflösen. Der Wasserverlust in einem seit längerer Zeit gelegten Ei scheint mit der grösseren Dichtigkeit der gallertartigen Masse zugleich geringere Löslichkeit des Eiweisses zu bedingen. Ausserdem wird noch ein Unterschied in der Consistenz des Weissen eines und desselben Eies beobachtet, da die näher an dem Dotter gelegenen Schichten im Vergleich zu den äusseren grössere Dichtigkeit besitzen. Dieser Unterschied in der Consistenz der äusseren und inneren Schichten des gallertartigen Eiweisses war schon von Harvey (74 p. 43) und Chevreul ‘)-(22 p. 40) und auch von Berzelius (12 p. 538 und 14 p. 650) beobachtet worden. Harvey betrachtete das Eiweiss als ein doppeltes Eiweiss oder richtiger gesagt al& zwei in einander liegende Eiweisse, von denen das innere das Dotter umschliesst. Ein jedes derselben besitzt seine eigene Membran, so dass bei vorsichtigem Öffnen der Schale, nachdem die erste Membran eingerissen ist, zuerst das äussere, zartere Eiweiss sich ergiesst, während das innere in seiner Membran eingeschlossen bleibt und erst nach dem Zerreissen dieser ausiliesst, wobei Harvey es dennoch für das zähere, klebrigere Eiweiss ansieht* 2). Wir können nicht umhin, der ersten, ein geöffnetes Hühnerei darstellenden Abbildung in der zweiten Tafel des Werkes „De formatione ovi et pulli“ (46 p. 27) von Fabricius (1621) zu erwähnen, wo Harveys Gedanke so zu sagen vorausgesehen ist, und diese Schichten abgebildet sind. Chevreul und nach ihm Berzelius erklären den Unterschied in diesen zwei Schichten nur durch das-Vorhandensein von Membranen, welche das Eiweiss nach allen Richtungen hin durchziehen.
Diese zwei Eiweissschichten ist es verhältnissmässig nicht schwer zu beobachten und von einander zu trennen, wenn man das Ei in einer dem specifischen Gewicht des Eiweisses annähernden Kochsalzlösung, z. B. in einer 10%-gen, öffnet. Nachdem die Schale geöffnet und vorsichtig entfernt ist, schwimmt das Dotter in der Flüssigkeit von allen Seiten vom Eiweiss umgeben, welches infolge der es umgebenden äusserst feinen und elastischen Hülle seine Contouren bewahrt. Entsteht aber ein Riss in dieser Hülle, so fängt das Eiweiss an, allmälig herauszufliessen, namentlich
*) In der Encyclopédie méthodique heist es: „Dans cette membrane sont contenus les deux al-bumina ou blancs, chacun dans sa membrane propre“ (37 p. 309).
2) „Ego vero in ovo gallinaceo non modo va-rium albumen observavi, sed etiam duplex; utrumque propria membrana involutum: alterum tenuius, liquidius, & ejusdem ferme consistentiae cum humore illo, quem ex uteri plicis manan-tem, albuminis materiam & nutrimentum dixi-mus. Alterum, albumen est crassius, & viscosius, pauloqne magis ad albedinem vergens; in yetu-stioribus autem & requietis ovis, post aliquot dierum incubationem, subfiavescens. Ut secundum hoc albumen, vitellum undique obtegit; ita liquor
ille exterior, ipsum circumambit. Bina haec al-bumina distincta esse, vel hinc constat: si, abla-to cortice membranam utramque proximam pe-netra-veris; videbis alborem liquidum & exterio-rem protinus effluere; iisdemque membranis hinc inde in patinam reclinatis, interius tarnen & crassius albumen, locum & figuram suam globosum servat; utpote membrana propria, tenuique adeo, ut visum prorsus effugiat, terminatum, banc autem si secueris, secundum albumen illico bue illuc sparsum effinit, & figuram rotundam amittig perinde atque e vesica fecta humor in ea ser-vatus prorumpit; & disrupta propria vitelli membrana, liquor crocens egreditur, & globositas pristina subsidit“ (74 p. 43).