﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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wenn das Gefäss hin und her bewegt wird, und sich in dem Kochsalz aufzulösen. Doch geht diese Auflösung des Eiweisses nur bis zu einer gewissen Grenze vor sich, d. h. bis zur neuen allgemeinen Hülle, welche die innere Eiweissschicht umgiebt und, wie die erste, ein glattes Aussehen hat. Nach dem Zerreissen dieser zweiten Hülle geht auch die innere Eiweissschicht in die Lösung über. Doch giebt es ausser diesen Hauptmembranen auch noch andere, die das Eiweiss durchziehen und besonders leicht bei der Umschüttlung des abgetrennten Eiweisses mit Glasscherben zerreissen, wonach dasselbe zwar dickflüssig, doch jedenfalls tropfbar erscheint und leicht zuerst durch Gaze, dann durch hygroscopische Watte und zuletzt durch Papier namentlich mit Hilfe der Bunsen’schen Pumpen durchfiltrirt. Nachdem das Eiweiss sich im Kochsalz aufgelöst hat, fallen die Membranen zu Boden; dieselben zeigen unter dem Mikroscop eine eigentümliche Structur, welche den Namen Membran jedenfalls rechtfertigt.
2. Beständiges Vorhandensein von Alkalien in den di a-lysirten protein haltig en Flüssigkeiten. Die Resultate unsrer, wir dürfen wohl sagen, zahlreichen und mannigfaltigen Untersuchungen verschiedener proteinhaltiger Flüssigkeiten, vornehmlich aber des Blutserums verschiedener Tiere und des Eiweisses verschiedener Vögel, können in folgenden Sätzen und Schlüssen zusammengefasst werden. Hier sind vorläufig nur die Resultate derjenigen Beobachtungen angeführt, welche zu Gunsten der Identität des sog. „Globulins“ und des sog. „Albumins“ zeugen, wobei zu grösserer Beweiskraft hier nur solche Beobachtungen in Betracht gezogen werden, welche sowohl die Darstellungsmethoden der Präparate als auch die Methode der Prüfung derselben seitens der uns vorangegangenen Autoren enthalten.
Zu allererst muss bemerkt werden, dass, auf welche Weise das „Globulin“ vom „Albumin“ auch getrennt werde, beides nach dem sorfältigstem Abwaschen der Mineralsubstanzen bei dem Einäschern eine Asche hinterlassen, welche mehr oder weniger stark alkalisch r e a g i r t! Diese Reaction tritt so scharf hervor, dass sie nicht nur mit weissem Pbenolphta-leünpapier Q sondern nicht weniger gut mit gewöhnlichem violettem und rotem Lak-muspapier und sogar mit Curcumapapier gelingt. Zum Einäschern muss eine genügende Menge Lösung oder Niederschlag genommen werden, wobei die Lösung abgedampft und der trockne Rückstand allmälig auf einen kleinen Flächenraum zusammengeschoben wird, damit die Asche nach dem Verbrennen mit einem möglichst geringen Quantum Wasser befeuchtet werden könne. Am schärfsten tritt die Reaction bei folgendem Verfahren hervor: das Reagenspapier wird mit einem Tropfen destillirten Wassers angefeuchtet und mit dem befeuchtetem Teil an die Asche gelegt, welche an demselben anhaftet, hier aufgehäuft werden kann und auf diese Art in ihrer Wirkung auf einen beschränkteren Raum concentrirt ist.
Auf welche Weise das „Globulin“ aus den proteïnhaltigen Flüssigkeiten auch entfernt werde, sei es 1) durch getrennte oder gleichzeitige Einwirkung von Kohlensäuregas und Essigsäure auf die mit Wasser verdünnten proteïnhaltigen Flüssigkeiten oder 2) durch Sättigung mit Salzen — Chlornatrium, Magnesiumsulfat bei gewöhnlicher oder erhöhter Temperatur, doch nicht über 45°, oder endlich 3) durch Dialyse, indem die proteïnhaltigen Flüssigkeiten direct oder nach vorläufiger Behandlung, nach obigem Verfahren (1 u. 2), der Dialyse unterworfen werden: in allen Fällen hinterlassen die Filtrate, wenn keine freie Säure vorhanden ist, eine stark alkalisch reagirende Asche.
*) Mit alkoholischer Phenolphtalei'nlösung getränktes und dann getrocknetes Papier (121 p. 141).