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DAS GLOBULIN DES BLUSERUMS UND DES EIWEISSES.
Wie lange die Dialyse auch fortgesetzt, mit wie vollkommenen Diffusionsapparaten und unter welch günstigen Bedingungen—ununterbrochener Wasserwechsel, Abwesenheit von Fäulniss, möglichst grosse Diffusionsfläche, ein möglichst feines Diaphragma—sie auch ins Werk gesetzt werde, solange in der aus dem Dialysor genommenen Flüssigkeit noch Proteïnsubstanz vorhanden ist, wird in der aus dieser Flüssigkeit erhaltenen Asche stets alkalische Reaction beobachtet!
Ganz Recht hatte Heynsius (p. n. 140—2) darin, dass bei der Dialyse gegen des-tillirtes Wasser die alkalische Reaction allmälig schwächer wird, aber nie bis auf Null herabsinkt, wenn nur das Dialysat noch Proteïnsubstanz in Lösung enthält.
Zugleich ist es interessant, dass der Verlust der Alkalinität der im Dialysor befindlichen Flüssigkeit, nachdem diese die Fähigkeit erlangt hat in der Wärme nicht zu gerinnen, was gewöhnlich nach 16—48 und mehr Stunden vom Beginn der Dialyse an der Fall ist, Hand in Hand mit dem allmäligen Verlust der in dieser Zeit gewonnenen Durchsichtigkeit geht, und dass je schwächer die Alkalinität, desto trüber das Dialysat wird und desto mehr Flocken auf dem Diaphragma des Dialysors beobachtet werden. Dass auch Aronstein’s „achenfreies Albumin“ bei fortgesetzter Dialyse sich zu trüben anfing, unterliegt keinem Zweifel; dieser Autor erwähnt dessen selbst (3 p. 90), obgleich er diese Erscheinung durch beginnende Fäulniss zu erklären sucht. Spätere Autoren bestreben sich, wie wir gesehen haben (p. n. 144), diese Trübung der fortdauernden Ausscheidung von Globulin bei der Dialyse zuzuschreiben, um so mehr als, ihren Aussagen gemäss (p. n. 148—51). das Globulin aus den natürlich vorkommenden proteïnhaltigen Flüssigkeiten durch Dialyse nicht vollständig ausgeschieden werden kann!
Zugleich mit dem allmäligen Verlust an Durchsichtigkeit gewinnt die dialysiren-de protemhaltige Flüssigkeit die Fähigkeit von Alkohol, Aether und sogar Kohlensäure gefällt zu werden. Zuweilen scheidet eine dem Aussehen nach klare Flüssigkeit einen Niederschlag bei blossem Umschütteln aus, wie Reynolds das zuerst beobachtet hat (p. n. 126).
3. Künstliche Darstellung des sog. dialysirten Albumins. Wie charakteristisch die von den verschiedenen Autoren für die dialysirten protein-lialtigen Flüssigkeiten („das dialysirte Albumin“) angegebenen Reactionen auch zu sein scheinen, es werden letztere auch an „Globulinlösungen“, welche in günstige Bedingungen gebracht werden, beobachtet.
So giebt z. B. Globulin („Paraglobulin“), welches aus 10-fach mit Wasser verdünntem Serum ausgeschieden wurde, nach dem Abfiltriren und der Entfernung der Gase mittels der Pumpe eine wässerige Lösung (p. n. 126, Anmerk.), welche durch Dialyse alle Eigenschaften des sog. dialysirten Albumins gewinnt!
Viel einfacher erreicht man dieselben Resultate oder, wie man kühn sagen darf, „die künstliche Darstellung des salzfreien Albumins“ oder „des dialysirten und d e r g 1. A1 b u m in s“ durch Auflösung in Wasser derjenigen Niederschläge, welche durch Fällung proteïn haltiger Flüssigkeiten, wie z. B. Serum, Eiweiss und dergl., mit neutralen Salzen der Alkalien und Erdalkalien erhalten werden und Dialyse der Lösungen dieser Niederschläge von typischem Globulin! Welcher der bei der fractionnirten Fällung z. B. mit Kochsalz, Bittersalz oder Ammoniumsulfat gewonnenen Niederschläge auch zum Versuche diene, es wird kein Unterschied beobachtet: der erste, mittlere oder irgend einer der nachfolgenden Niederschläge geben, ohne Unterschied, wieder solche Niederschläge, deren wässerige Lösungen nach uiner zur Entfernung des Überschusses an Salz genügend langen Dialyse die Eigen-