﻿DAS GLOBULIN DES BLUTSERUMS UND DES EIWEISSES.
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suchung der durch fractionnirte Fällung mit Ammoniumsulfat 'gewonnenen Niederschläge. Um die bestmöglichsten Resultate zu erhalten, muss man das filtrirte Serum unmittelbar und das Eiweiss nach einem Zusatz von 0,5—1%-iger Ammoniumsulfatlösung, Umschütteln mit Glasscherben und Filtriren, mit fein zerstossenen Krystallen reinen Ammoniumsulfats bis zur volkommenen Ausscheidung der Protein -substanzen aus dem Serum und dem Eiweiss sättigen. Die Niederschläge löst man auf, filtrirt die Lösungen und unterwirft sie dann der fractionnirten Fällung mit demselben Ammoniumsulfat. Bei langsamer und allmäliger Sättigung der Lösungen mit dem Salze ist es möglich bis fünf und mehr Niederschläge zu gewinnen, wobei die abfiltrirten Niederschläge, in Wasser aufgelöst und durch Wasserzusatz auf ein und dasselbe sp. G. gebracht, sich sowohl der Fällung durch Salze, Säuren und Wärme (eine und dieselbe Gerinnungstemperatur) so auch der Dialyse gegenüber analog verhalten. Bringt man bei der Dialyse die nach einander erhaltenen Dialysate auf dasselbe sp. G., so entstehen Lösungen, die ausnahmslos dieselben und mit dem „dia-lysirten Albumin“ identischen Eigenschaften aufweisen und die auch der glühendste Verfechter der Existenz eines selbständig wasserlöslichen Albumins nicht umhin könnte, für „salzfreies dialysirtes Albumin“ anzuerkennen.
Alle oben beschriebenen Beobachtungen leiten uns zu einem und demselben Schlüsse, nämlich dass welchen Niederschlag wir auch nehmen—ob den primären, secundären u. s. w.—ob er dem Sinne der Darstellungsweise nach den Namen Globulin trägt oder nicht,—wir aus einem jeden Lösungen erhalten, die sich durch nichts vom „dialysirten Albumin“ unterscheiden. Folglich kann ein jeder Teil der nach den oben erwähnten Methoden ausgeschiedenen Protemsubstanz Eigenschaften aufweisen, welche mit denjenigen des dialysirten Albumins wie auch mit denjenigen der früheren oder späteren Niederschläge aus derselben proteinhaltigen Flüssigkeit identisch sind, wenn nur das Princip der Methode der gleichen Bedingungen aufrecht erhalten ist.
5. Darstellung aschen freien Globulins (Ovo- und Seroglobin s). Obgleich wir vorläufig die Frage nach den inneren Lösungsbedingungen der Proteïnsubstanzen in den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten nicht in Betracht ziehen wollen, müssen wir dennoch schon jetzt die Frage entscheiden, ob in den am meisten untersuchten tierischen Flüssigkeiten ein einziger oder mehrere Protemkörper enthalten sind? Wie verlockend die Methode der gleichen Bedingungen ihrer Einfachheit wegen auch sei, so kann doch auch dieses Verfahren, insoweit es unter den von uns erwähnten Bedingungen angewandt wurde, nicht als ganz tadellos gelten. Unsre Unkenntniss der Aschenbestandteile der protemhaltigen Präparate, welche sowohl qualitativ als quantitiv den Charakter der sie enthaltenden Präparate stark beeinflussen können, erlaubt uns nicht, mit Sicherheit in der säinmlichen Protemsubstanz ein identisches Verhalten den mineralischen Bestandteilen gegenüber anzuerkennen, um im Falle irgend welcher Abweichungen in den Eigenschaften der Präparate diese Abweichungen mit völliger Gewissheit den Eigenschalten dieser Körper selbst zuzuschreiben. Aus diesem Grunde erscheint der Wunsch ganz natürlich, einerseits die Protemkörper von den Aschenbestandteilen zu befreien, andererseits das Recht zu gewinnen, dieselben für unverändert zu halten und, endlich, sie in einem uns gut bekannten Medium zu besitzen.
Auf die obenbeschriebene Weise vorbereitetes Serum und Eiweiss, oder einfach filtrir-tes Serum, oder nach Umschütteln mit Glasscherben und durch gereinigte Watte filtrirtes Eiweiss, werden entweder mit dem gleichen oder dem halben oder einem noch geringeren oder grösseren Volum 0,1%—0,4%-iger Salzäure, Schwefelsäure oder sogar Essigsäure behandelt, deren man nur soviel zugiebt, dass das Gemenge nicht mehr als 1°/00—2%o