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BIBLIOGRAPHIE.
Menge ausgeschiedenen <Kernsubstanzen der 1 Ordnung» wandeln sich rasch in «Kernsubstanzen der II Ordnung» um und rufen Verminderung der oberflächlichen Spannung, nämlich energische Bewegung, hervor. Folglich dient als Zeichen einer functionellen Schwäche des Kernes hei starkem Protoplasma energische Bewegung mit einer schwachen Phasis der Zusammenziehung. Im entgegengesetzten Falle haben wir einen Ueberfluss an «Kernsubstanzen der I Ordnung». Eine bedeutendere Veränderung der oberflächlichen Spannung bedarf einer energischeren Umwandlung der «Kernsubstanzen der I Ordnung» in «Kernsubstanzen der II Ordnung»; eine solche kann aber infolge eines schwach functionnirenden Protoplasma nicht stattfinden. Das Resultat davon ist: Un möglichkeit der Fortbewegung oder schwache Formveränderung. Auf die Lym-phocyten angewandt, kann das Gesagte folgendermaassen erklärt werden: da dieselben einen sehr grossen Kern und nur wenig Plasma besitzen, so müssen sie eine verkürzte Phasis der Erschlaffung erfahren; die oberflächliche Spannung ist bei ihnen sehr gross, denn es scheidet sich sehr viel «Kernsubstanz der I Ordnung» aus, deren Umwandlung in «Kernsubstanz der II Ordnung» aber, infolge des geringen Plasmagehalts, unbedeutend ist. Wird aus irgend einem Grunde (Temperaturveränderung, chemische Einwirkung) die Thätigkeit des Kerns geschwächt, so ändert sich das Bild: die Menge der «Kernsubstanz der I Ordnung» hat sich verringert, so dass Bewegung möglich geworden ist, was wir in Wirklichkeit auch beobachten, wenn die Lym-phocyten sich in anormalen Bedingungen befinden.
Wlassoff, G. & Sepp, E. Der Kern und die Bewegung der Blutplättchen.
Separatabdruck aus dem Journ. «Medicinische Umschau» («Medi-
cinskoje Übosrenije») JYs 9. Moskau. 1902. Ss. 1—8.
Den Anstoss zu dieser Arbeit gaben hauptsächlich die Untersuchungen Deetjen’s (Virch. Arch. Bd. 164. 1901), der den Beweis führt, dass die Blutplättchen selbständige, aus einem Kern und Protoplasma bestehende und einer activen amöbenartigen Bewegung fähige Zellen sind. Wlassoff & Sepp's Beobachtungen haben entgegengesetzte Resultate geliefert. Ihrer Ansicht nach, enthalten die Blutplättchen keinen Kern; es entstehen nur kernähnliche Gebilde infolgedessen, dass das Plättchen in zwei Substanzen zerfällt, von denen die. eine anschwillt, die andre zusammenschrumpft. Mit einem Worte, an den Blutplättchen wird dasselbe beobachtet, wras unter den gewöhnlichen Untersuchungsbedingungen des Blutes, wenn die aufquellende Substanz sich rasch auflöst. Das gleichzeitige Entstehen zugespitzter, dornähnlicher Fortsätze an verschiedenen Teilen der Blutplättchen, ferner die Unfähigkeit letzterer zu fortschreitender Bewegung, endlich die Unfähigkeit solcher Plättchen, die ihre mehr oder weniger abgerundete Form verändert haben, diese wieder anzunehmen, dies alles veranlasst die Autoren die Activität der Formveränderung der Blutplättchen und eine amöbenartige Bewegung derselben zu bestreiten. Gegen die anderseitige Meinung zeugt, ihrer Ansicht nach, auch die Wirkung der Protoplasmagifte auf das Blut, wobei die Bewegung der Leukocyten gelähmt werden, die Blutplättchen aber fortfahren ihre Form zu verändern. Von Bedeutung ist auch noch der Umstand, dass noch niemand eine Bewe-