﻿BIBLIOGKAPHIE.
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man in deren Entwicklung einen streng logischen Gang: Trotzdem die Realität der Symbole in der Wissenschaft nicht bewiesen werden kann, sind dieselben im Interesse der harmonischen Entwicklung dieser oder jener Lehre von grossem Wert. Ist der Aether, sind die Atome nicht bloss Gebilde unserer Phantasie?—und dennoch dienen sie den exactesten Wissenschaften zur Grundlage. In dieser Theorie der Inothagmen bleiben zwei Fragen in Dunkel gehüllt: die eine bezieht sich auf die Verbindung der Inothagmen unter einander, die andere—auf deren Verteilung in der Amöbe. Die erstere hat bisher eine wenig bestimmte Lösung erfahren, an die zweite ist man noch nicht herangetreten, so dass, KarpofFs Worten nach, Engelmann’s Theorie für noch nicht völlig ausgearbeitet anzusehen ist. Doch macht der Autor selbst, einen Versuch den Weg zu zeigen, der zu der Lösung jener Fragen führen dürfte, indem er fibrilläre Structur und Concentration des Plasma in den Zellen, welche Contractilität besitzen, annimmt. Obgleich es an Thatsachen fehlt, die auf eine solche Structur bei den Amöben hin weisen würden, so giebt es doch schwache Anzeichen eines gewissen Plans in dem Bau dieser Protisten, und zwar im Sinne einer Centralisation des Plasma. Die Vorstellung eines Netzwerks aus Inothagmen, von radial im Centrum zusammenstossenden Bälk-chen durchfurcht, würde den Mechanismus der Bewegung der Amöbe erklären. Diese Bewegung wäre auf ein Weiterrücken des Centrums zurückzuführen. Die Streckung der Inothagmen in irgend -einem Sector bewirkt die Bildung von Fortsätzen. Hat ein solcher Fortsatz, indem er am Boden haftet, einen neuen Stützpunkt erhalten, so bedingt die Verkürzung früher ausgesandter Fortsätze das Weiterrücken des Centrums und zugleich auch des übrigen Teils des Körpers der Amöbe. Besondere Beachtung verdient hier der Hinweis auf das Vorhandensein centraler Kräfte in der Zelle.
Eine dritte Theorie der Bewegung (Pflüger, Hörmann) nimmt die Wahrscheinlichkeit einer ununterbrochenen chemischen Verbindung aller Teilchen der Amöbe zu einem riesenhaften complexen Molecül an. Der Autor weist auf das Verhältniss hin, welches das Princip der ununterbrochenen Verbindung der Atome zu der Theorie der Inothagmen haben könnte. Indem diese chemische Theorie der Bewegung die auf die Verbindung der einfachsten Elemente bezügliche Frage löst, lässt sie diejenige, welche die Verteilung derselben zum Gegenstand hat, offen, infolgedessen diese Theorie, wie auch die Hypothese der Inothagmen, der Vervollständigung bedarf. Dazu kann, Kar-poft's Ansicht nach, weder die Chemie noch die Physik verhelfen: hier tritt die Biologie in ihre Rechte.
Zum Schlüsse sagt der Autor, dass die Biologie als selbständige Wissenschaft auch ihre eignen Vorstellungen, Bilder, Schemata ausarbeiten und sich nicht beeilen müsse, sich selbst zu vernichten, indem sie in anderen Wissenschaften aufgeht. Die von der Biologie ausgearbeiteten Vorstellungen können ihrerseits den Physikern und Chemikern, bei deren Versuchen, zwischen den resp. Wissenschaften und der Biologie eine Brücke schlagen.
Eismond. 0. Berichte über die Resultate eines im Aufträge der Fa-cultät in der Sommerferienzeit des Jahres 1902 ausgeführten Be-