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B I B L I 0 GRAP II I E.
an, worauf die Substanz, aus denen sie bestehen, eine physikalisch-chemische Umwandlung untergeht, indem sie flüssig wird. Dabei bilden sich natürlicherweise Kanälchen, zuerst enge, dann durch Vereinigung solcher—grössere; indem der Inhalt derselben der Peripherie zuströmt, fliesst er an der Oberfläche der Nervenzelle in den pericellulären Raum, der mit den jenseits der Zellkapsel befindlichen Lymphgängen in Verbindung steht. Somit ist es verständlich, dass die Saftkanälchen sich in der interfibrillären Substanz des protoplasmatischen Stroms der Nervenzellen befindet. Die Substanz, aus welcher die Saftkanälchen entstehen, ist in der Nervenzelle stets enthalten, doch kann sie nur dann nach ihrer Auflösung ein Bild von Kanälchen liefern, wenn deren Durchmesser grösser geworden ist als derjenige des Bündels der Nervenfibrillen. Es ist auch begreiflich, dass man in Zellen mit diffusionsartig verteilter Nis-sle’scher Substanz, wo die fibrillären Septa sehr dünn sind, engere Kanälchen unterscheiden kann als in den Nissle’schen Körnchen in Gestalt grösserer Schollen enthaltenden Zellen, wo die Schollen durch verhältnissmässig dickere Bündel von Nervenfibrillen von einander getrennt sind. Die Thatsache, dass die Saftkanälchen an der Oberfläche der Nervenzellen ausmünden, weist auf die Bedeutung der Kanälchen für die Circulationserscheinungen hin. Tschas-sownikoff ist geneigt zu glauben, dass diese Kanäle eher der Entfernung der in den Zellen aufgehäuften Producte des Stoffwechsels als der Zufuhr von Nahrungsstoffen (Holmgren und Donaggio) von aussen dienen, ln der anfänglichen Phasis der Thätigkeit der Zellen (elektrische Reizung während 15'-—80') erfahren die Kanäle nicht nur keine Erweiterung, sondern verschwinden häufig ganz, was schwerlich stattfinden könnte, wenn diese Spalten zur Einfuhr von Nährstoffen dienen -würden. Ausserdem zeigen sich die ersten Spuren der Kanälchen, d. li. die körnigen Schollen, zuerst im Innern der Zelle und treten erst später mit dem pericellulären Raum in Verbindung. Wenn man endlich in Betracht* zieht, dass in den mit Saftspalten versehenen Spalten die Tigroïdsuhstanz vermindert ist und die Kerne gewöhnlich ver-schrumpft und dunkel gefärbt sind, so darf man mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, dass an dem Stoffwechsel in der Zelle sowie an der Bildung der Saftkanälchen auch die Nissle’sche Substanz und die Bestandteile des Kerns, vor allem der Kernsaft, teilnehmen. Das Kanälchensystem kann unter Umständen auch an der Peripherie des Kerns liegen, doch ist es Tscbas-sowmikoff nicht gelungen nach Bethe’s Methode die um den Kern kreisförmig liegenden Nervenfibrillenbündel zu entdecken, da die stark tingirten Kerne die Färbung der zunächst gelegenen Teile maskiren.