﻿Registrïrimg der Herzcoutractioneu bei Auodonta iimtabilis.
You Dimitri Neniukoff.
Aus dem physiologischen Institut der Kais. Universität Moskau.
In letzter Zeit erscheinen vergleichend-physiologische Untersuchungen immer öfter, und beweist das Vorhandensein solcher Zeitschriften wie die <Zeitschr. ihr allgem. Physiologie», und das Erscheinen solcher Werke wie Otto von Fürths «Vergleichende chemische Physiologie der niederen Tiere», dass die vergleichende Physiologie gegenwärtig eine ziemlich feste Stellung eingenommen hat. Ich hin fest davon überzeugt, dass der Tag nicht mehr fern ist, wo dieselbe zu voller Herrschaft gelangt sein wird, und stimme daher denjenigen Physiologen nicht bei, welche die Bedeutung einzelner Monographien aus dem Bereich der Wirbellosen in Abrede stellen, da solche, ihrer Ansicht nach, zwecklos sind. Es kann ja nicht abgeleugnet werden, dass zu einem richtigen Vergleich es eines genügend reichhaltigen und kritisch bearbeiteten Materials bedarf; ein solches kann aber natürlich nur aus einzelnen Arbeiten geschöpft werden.
Als Gegenstand meiner Untersuchungen zu der vorliegenden Arbeit wählte ich das Studium der Herzcontractionen bei Anodonta, da das Herz dieses Tieres interessante Besonderheiten bietet und fast noch garnicht erforscht ist. Es giebt auf diesem Gebiete nur eine Arbeit: Villem, V., Recherches experimentales sur la circulation sanguine chez PAnodonte. (Mem. cur. et Mem. savants étrangers, publ. p. l’Académie R. Belgique, T. 57, 1899). Meine Untersuchungsmethode bestand in Folgendem: Das Tier wurde in ein Gefäss mit ebenen parallelen Wänden gesetzt und demselben von der dorsalen Seite aus, über der Stelle, wo sich das Herz befindet, die Muschel und der Herzbeutel geöffnet. Mit einem Serfine wurde ein kleiner Teil des Herzens erfasst und mittels eines Fadens mit einem um eine Achse drehbaren Hebel verbunden. An das andere Ende des Hebels war ein Gewicht geschraubt, welches die Schwere regulirte. Bei jeder Contraction neigte sich der Hebel, hob sich aber wieder infolge des Gewichts am andern Ende. Ein Hebel registrirte die Contractionen der Kammer, ein anderer diejenigen der Vorkammer. Beide Hebel waren vor den Spalt eines dunkeln Kastens gebracht, in welchem sich eine durch ein Uhrwerk getriebene Trommel mit einem Streifen lichtempfindlichen Papiers befand. In einiger Entfernung war eine Lichtquelle (eine NernsVsche Lampe) aufgestellt. Somit war nach der Entwicklung des lichtempfindlichen Papiers der Grund schwarz; die Stellen aber, auf die d^r Schatten der sich bewegenden Hebel gefallen war, wurden als eine helle Linie erhalten, welche die Curve der Herzcontractionen vorstellte. Unter den gegenüber dem Spalt befindlichen Hebeln, befand sich der Hebel