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DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALP AIIBET.
dien sei. Lesen lernen, bedeutet heutzutage nicht etwa sich im Summiren der durch die Buchstaben dargestellten Laute in ihrer anfänglichen Bedeutung üben, es heisst vielmehr sich einprägen, wie das Geschriebene oder Gedruckte nicht ausgesprochen werden müsse.... Im allgemeinen heisst es also nicht nur sich erinnern, wie dieses oder jenes Mort zu schreiben, sondern auch noch, wie das durch bestimmte Buchstaben Dargestellte auszusprechen sei.... Die Darstellung durch Schriftzeichen ist so tief eingewurzelt, so zur Gewohnheit geworden, dass sogar die bildliche Darstellung allgemein bekannter Gegenstände mehr Variationen zulässt als die Darstellung durch Buchstaben.
Im allgemeinen weist sowohl die deutsche als die französische, besonders aber die russische und englische Rechtschreibung den Charakter der chinesischen, d. h. symbolischen, bildlichen Rechtschreibung auf. So sind z. B. die englischen Wörter knife, psyche, pshaw nichts weiter als bildliche Darstellungen eines Messers, der Seele und einer Interjection, welche von den Engländern naif, saiki und scho! genannt werden; ebenso stellt das russische odnogo das Wort adnaico dar. Schreibt man andererseits z. B. das Wort cogo mit lateinischen Buchstaben und sagt, es sei ein russisches Wort, so wird ein Russe kaum erraten, dass es das russische <kaico> sein soll. Mit lateinischer Schrift in russischer Sprache Geschriebenes wird von keinem Russen richtig gelesen, so bildlich ist die Schrift überhaupt geworden. Dies ist der Grund, weshalb in den meisten Wörterbüchern neben der gewöhnlichen Rechtschreibung des Wortes, d. h. neben der bildlichen Darstellung, gewöhnlich auch noch die wirkliche Aussprache desselben bezeichnet wird durch Buchstaben, welche dieselbe am besten wiedergeben, d. h. also neben der Anweisung wie das Wort zu schreiben ist. die Anweisung, wie man es aussprechen soll. So giebt z. B. Larousse in seinem grossen Wörterbuch neben dem Worte impaire das erklärende Wort impere, image—imaje, cinq—sink, impaction—ainpaksion, illusion—illusion, nomenclature—nomanklature u. s. w. Öfters ensteht dadurch etwas ganz Widersinniges, namentlich wenn man ein Fremdwort in der Muttersprache wiederzugeben wünscht. So stellte der dänische Botschafter Jul am An-fang des XVIII Jahrhunderts den Namen Schachoivskoy durch Jakobskoy dar. Welches Alphabet benutzte er, fragt man sich, bei der Wiedergabe dieses
Wortes?	_	_	.
Die russische Kommission in der Redaktion des <International Catalogue ot
Scientific Literature» musste eine besondere Transkriptionsmethode erdenken, um russische Namen und russische Ausdrücke überhaupt durch das lateinische Alphabet wiedergeben zu können, und zwar wurde als Basis für diese Umschreibung die Bedeutung der lateinischen Buchstaben m böhmischei Aus spräche genommen. Es ist leicht sich davon zu überzeugen, wie mislungen
dieser Versuch war.	.	.
Andererseits, wenn auch ein jeder Buchstabe dieses odei jenes Alpha bets irgend einen bestimmten Laut der menschlichen Stimme bezeichnen soll. so* verändern sich diese Schriftzeichen jedenfalls sehr oft und entsprechen ihrer Bedeutung nicht, wie z. B. in den Wörtern Descartes, monsieiu, poignarder, Leute, xopouio u. s. w.: dieselben sind entweder ungenügend, oder