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DIE G KUNDLAUTE DER MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNI VERSALALPHABET.
dargestellt werden könne, wie dieselbe gesprochen wird, und damit die mittels eines solchen vervollkommneten Alphabets aufgesteilte Rechtschreibung nicht von einer ganzen Kette allermöglicher Kegeln, Ausnahmen, Zeichen, welche den Sinn und die Bedeutung der Buchstaben verändern, begleitet zu werden brauche. Unzweifelhaft könnte nur ein solches Alphabet als ein ideales betrachtet werden, dessen Schriftzeichen in allen Fällen der geschriebenen und geredeten Sprache die ihm eigentümlichen Lauteffekte bewahren würden, damit ein jeder, der dieses Alphabet erlernt hätte, ohne den Beistand in der betreffenden Sprache Bewanderter, ohne jemals deren Aussprache gehört zu haben, die durch die Schriftzeichen eines solchen idealen Alphabets dargestellten Worte ricliig auszusprechen vermöchte. Ein solches Alphabet würde es möglich machen so zu schreiben. wie man in jeder Sprache spricht, ohne dass es nötig wäre nachzudenken, wie zu schreiben, welcher Regel zu folgen, in was ihr Fällen ein Wort so oder anders darzustellen u. s. w. Ein solches Alphabet dürfte mit Recht ein internationales, universales Alphabet genannt werden.
Ist somit kein einziges Alphabet imstande die menschliche Rede genau wiederzugeben, so fragt es sich, in welchem Maasse die jetzt vorhandenen Alphabete die Grundlaute der menschlichen Sprache genau und erschöpfend wiedergeben; ob irgend eines derselben dieser Anforderung genügt, und welches die Grundlaute eines Universalalphabets sein müssen, um allen Sprachen zu genügen. Die Philologen eines jeden Volkes, welches die Vervollkommnung seiner Rechtschreibung erstrebt, sollten sich der soeben aulgeworfenen Frage gegenüber sehr aufmerksam und ganz parteilos verhalten. Ohne eine allseitige Beleuchtung dieser Frage sollte kein Philolog an der Losung derselben teilnehmen, um sich nicht bitteren Vorwürfen sowohl der Zeitgenossen als späterer Geschlechter auszusetzen. A or allem sollten die Philologen wenigstens für einige Zeit das historische oder genetische Alphabet vergessen, um besser, parteiloser sich die physiko-physiologischen Grundzüge des universalen physiologischen oder phonetischen Alphabets anzueignen.
Die Lösung einer so wichtigen Frage erfordert selbstverständlich ein möglichst vollkommenes Kriterium. Diu analytischen und zugleich synthetischen Eigenschaften unseres Ohres stellen einen sehr empfindlichen und auch sehr vollkommenen Apparat zur Erforschung der Laute der menschlichen Sprache vor. Leider aber üben die gewöhnlichen Vorstellungen, die Ideen, die sich auf dem Grunde der historischen oder genetischen Schreibart gebildet haben, einen beständigen Druck auf diese Eigenschaft aus, so dass unser Urteil in diesem Falle gewöhnlich sehr subjektiv gefärbt ist. Deshalb erscheinen objektive Methoden notwendig.
v Arom ersten Moment des Entstehens der graphischen Methode an hat die Phonetik in derselben unerschütterliche Grundsteine, Kriterien gesucht; deren Erwartungen sind jedoch bei weitem nicht in Erfüllung gegangen und zwar hauptsächlich darum, weil sowohl die Philologen als die Physiologen vom Druck der historischen Phonetik, von der sogenannten genetischen Verbindung zwischen den Grundlauten, welche manchmal durch beinahe mystische Verhältnisse, wie z. B. in flellwag’s, Leppsiusy Brücke’s u. a. Dreiecken, in der verfehlten Combination von Schriftzeichen zur Wiedergabe oftmals weniger com-