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DIE GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.
plexer Laute, wie z. B. sch aus s, c und h zur Darstellung des entsprechenden Grundlautes m (russ.), u. dergl., sich nicht haben freimachen können.
Trotzdem kann die graphische Methode bei objektivem Verhalten ihr gegenüber wertvolle Fingerzeige liefern.
Das gröbste graphische Verfahren gründet sich auf dem in Scott's Phonautographen herrschenden Princip. Eine weitere Entwicklung erhielt diese Methode in Marey’s, Piosapelli’s, Pousselot's u. a. Arbeiten. Eine noch vollkommenere Methode gehört Hensen; die besten Resultate wurden jedoch bei der Anwendung von Edison’s Phonographen durch den Physiologen L. Hermann erhalten. Doch bietet die Photographie, die in der Anwendung von König’s Gaz-Kapsel-Brenner ihre Basis gefunden und durch Black’s Apparate einen hohen Grad von Vollkommenheit erreicht hat, durch die Leichtigkeit und Vielseitigkeit ihrer Anwendung unstreitige Vorzüge. In Black’s Apparat werden die Schwingungen der Platte unter dem Einflüsse der Töne nicht mehr auf eine Gasflamme sondern auf einen kleinen Spiegel übertragen, der mit einer schwingenden Membran verbunden ist und das Licht mittels eines sich in Drehung befindlichen König’schen Spiegels entweder auf einen Schirm oder auf eine photographische Platte projicirt.
Alle soeben erwähnten Registrirungsmethoden der Laute unserer Sprache liefern indessen so complicate Curven, dass die Interprätation derselben sowohl complicate Zeichnungsmethoden als auch complicate Ausrechnungen erfordert. Dies erklärt sich dadurch, dass sogar die scheinbar einfachsten Grundlaute unserer Sprache eine gar zu complexe Erscheinung sind, um durch einfache Curven registrirt werden zu können. Versteht man unter dem Worte Ton nur solche Laute, welche durch die einfachsten pendelartigen Bewegungen. wie z. B. die Schwingungen einer mit dem einem Ende befestigten Metallstange oder einer Stimmgabel wiedergegeben werden, so sind die Laute der menschlichen Stimme sowie auch die Töne der musikalischen Instrumente aus vielen einfachen Tönen zusammengesetzt, unter denen der Grundton inmitten einer Reihe von schwächeren harmonischen Tönen oder Obertönen sich durch seine Stärke hervorhebt. Die Mannigfaltigkeit unserer Sprache wird nicht nur durch die Veränderungen in unserem aus Kehle und Lungen bestehenden Stimmapparat sondern auch durch die Schlund-, Nasen- und Mundhöhle bedingt, die zusammen mit der Kehle und den Lungen den Lautapparat bilden. Doch bestellt unsere Sprache nicht bloss aus musikalischen Tönen; an derselben nehmen auch solche Laute teil, welche nicht mehr aus der Zahl ihrer Schwingungen nach in multiplem Verhältnis zu einander stehenden Tönen gebildet werden, sondern ein Gemisch unperiodischer, unregelmässiger Schwingungen vorstellen und, je nach den Umständen, aus sehr mannigfaltigen Lauten zusammengesetzt sind, die sich zu Geräuschlauten verbinden. Seit Helmholtz wird auch allgemein angenommen, dass die Laute der Stimme, unabhängig vom Ton, von höheren sekundären, diesem oder jenem Grundton der Stimmbänder entsprechenden Tönen durch zweckmässige Veränderung der Mundhöhle, dieses sich diesem oder jenem Laute unserer Sprache gemäss verändernden Resonators, verstärkt, gebildet werden.