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DIE GRUND LAUTE DER MENSCHE. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.
IV. Die letzten Verbesserungen ermöglichen die Curven ohne Schwierigkeit in den gewünschten Amplituden zu erhalten; zugleich ist es aber auch leicht, ebenfalls auf photographischem Wege, diese Curven in vergrössertem Maassstabe darzustellen. Dieselben Resultate erhalt man bei der Anwendung von Jng. Benoit's camera lucida, welche für eine feine Darstellung der Curven, unter Vergrösserung oder Verkleinerung derselben, ein ausgezeichnetes Hilfsmittel vorstellt. Die nachstehenden Abbildungen der Curven wurden mit einer solchen camera lucida, .VA 1—-37 in etwas vergrössertem Maasstabe erhalten, die übrigen in natürlicher Grösse mit Bleistift ausgeführt und dann vom Xylographen wiedergegeben. Diese Abbildungen geben die Curven unserer Grundlaute in e (320 Schw.) nur beispielsweise: die den verschiedenen Lauten und deren charakteristischen Besonderheiten entsprechenden Curven werden wir im weiteren geben.
Ah Zu den phonoscopischen Beobachtungen bedienen wir uns desselben Vibrators wie zu den phonographischen: aber das Licht eines Vol-ta’schen Bogens dringt hier zum Spiegel durch eine kleine runde Oeffnung, die einen sehr hellen und kleinen Fleck giebt, welcher seinerseits von dem Spiegelrhen auf einen rotirenden König’schen Spiegel zurückgeworfen wird, den aus 10 auf den Seitenflächen eines 10-seitigen Prisma befestigten und durch ruhrbaren Spiegeln herstellten. Der von einem solchen Kö-
Fig. 6. Allgemeine Disposition des beweglichen Vibrators mit der photographischen Kammer: a—Vibrator; b— Nernst'sche Lampe, die ihr Licht durch die cylindrische Linse c aut den Spiegel. sodann durch ein Diaphragma aut den lichtempfindlichen Streiten der Trommeln sendet, von denen nur die eine f abgebildet ist.
wir
Stellschrauben reg	„
nig'schen Spiegel projicirte schwingende helle runde Fleck giebt eine scharfe
nicht verunstaltete Curve.
Hi. Das Universalalphabet in den Grundlauten der menschlichen Stimme.
Die obenbeschriebenen Apparate und auch von anderen Forschern erhaltene Thatsachen sowie die analytische Fähigkeit unsers Ohres benutzend, gewinnt man nicht nur die Möglichkeit, man ist gezwungen alle von der menschlichen Stimme hervorgebrachten Laute, sofern sie als Laute des Alphabets zum Aufbau der menschlichen Sprache dienen können, im Einvernehmen mit der Grundvorstellung der Physiker, gleich Sievers in Sonore, d. h. Töne von musikalischem Charakter, und Geräuschlaute, wie wir schon höher oben erwähnten, einzuteilen. Nimmt man ferner, im Einklang mit den Principien der heutigen Phonetik, die Einteilung aller Laute der menschlichen Sprache in Vocale "(Sonanten) und Consonanten an, so stellen die Sonore diejenige Gruppe von Lauten vor, welche alle Vocale und einige Consonanten umfasst, während die Geräuschlaute bloss von Consonanten gebildet werden.