﻿DIE GRUNDLAUTE DER MFNSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.	37
Wie einfach dieser Sonor auch sei, er wird auf mannigfache Weise nicht nur von verschiedenen Völkern sondern auch vön einem und demselben Volke ausgesprochen; so besitzt dieser Vocal z. B. im Englischen bis vier Laute. Im allgemeinen gilt hier wieder dasselbe Gesetz: von dem reinen Grundlaut o des tiefsten Registers an beginnend, giebt es hier eine lange Reihe von Uebergangslauten bis zum selbständigen Vocalsonor des höchsten Registers «, wie er im lateinichen, deutschen und schwedischen oe oder ö, im dänischen eu, einer ganzen Reihe englischer Buchstaben, Diphthonge und Triphthonge (s. d. Taf, Typus 6) im ungarischen ö und b, hauptsächlich aber im englischen o und io, die wie ö klingen (s. Anm. zu S. 36), seinen Ausdruck findet und ebenso wie e in Bezug auf è bei nach hinten gedrängter Krümmung der Zungenwurzel und gehobenem Gaumensegel durch die verengte und etwas vorgeschobene Mundöffnung (Fig. 16) hervorgebracht wird. Auch diese in einem und demselben Ton ausgesprochenen Vocale geben charakteristische Curven (Fig. 17 u. 18).
Fig. 17. Der Vocal o.	Fig. 18. Der Vocal ö.
Die deutschen Wörter Oesterreich, Hölle u. dergl. können unmittelbar mittels des Vocalsonor ô wiedergegeben werden. Das englische a, i, e etc. in altar (altar), her, bird, etc., sowie das io in den Endungen tion und sion, z. B. occasion, question, oi in cloister wird ebenfalls wie o, u. s. w. ausgesprochen (s. d. Tafel, Typus 6).
Das von den Franzosen fälschlich als . stumm bezeichnete e in den Wörtern le, me, te, sc, de, que, JDelameterie u. dergl. besitzt alle charakteristischen Eigentümlichkeiten des «, was die Franzosen selbst übrigens zugeben, indem sie. Io. mô, tà, Dôlamoterie aussprechen; auch in Yoeil klingt das o wie ô— Vml. Im Slavischen fehlt der entsprechende Laut (s. S. 54).
Typus IV. KJ, tf—KJ, ##.
Der Vocalsonor dieses Typus, den viele europäische Sprachen in ihren Grenzformen besitzen, wird am einfachsten durch das deutsche u und ü, durch das französische ou und u, durch das ungarische u und ü oder u wiedergegeben. Indem wir für den tiefsten Grenzlaut dieses Typus das lateinische Schriftzeichen ff, welches wie das russische y, das griechische oo, das französische ou u. s. w. (s. d. Tafel, Typus 7) bei mehr verengter und nach vorn gerückter Mundöffnung als zur Aussprache des Sonors o nötig ist, und bei hoch aufgezogenem hinterem Zungenrücken in der Richtung des Gau-