﻿04	DU] GRUNDLAUTE DER MENSCHL. SPRACHE U. EIN UNIVERSALALPHABET.
benes Wort eigentlich durcli den Satz, dem es angehört, seinen Sinn erhält. Menschen, die weder lesen noch schreiben können, verstehen und sprechen vollkommen gut, ohne einen Begriff davon zu haben, dass die "V orte aus einzelnen. durch Buchstaben wiedergegebenen Lauten bestellen. Wenn man französisch sän rübli, san jorj sagt, so versteht ein jeder, dass es sich in dem einen Fall um filnf Rubel, in dem andern um den heiligen Georg handelt. In der That, wenn ich einfach das Wort Atlas—höre oder geschrieben sehe, so weiss ich ohne nähere Bestimmungen nicht, ob es den Stoff, die Sammlung von Landkarten, oder die Bergkette bedeuten soll, oder endlich ob von dem den Himmel stützenden Sohn des Titanen Japetos die Rede ist.
Indem das Universalalphabet die phonetische Beständigkeit der Laute unabhängig von historischen, geographischen und etymologischen Bedingnissen feststellt, umfasst es den ganzen Imlang der menschlichen Stimme und ist in seinen Elementen, in seinen Grundlauten nach den Schablonen, die in unseren Abbildungen der Mundstellung bei der Aussprache dieser oder jener Laute gegeben sind, sowie nach den diesen Lauten entsprechenden chronoscopischen Curven und den obengegeben Anweisungen einem jeden zugänglich. An der Hand dieser Kriterien, d. h. des Bildes der Stellung der anatomischen Teile des Stimm- und Lautapparats und der chronoscopischen Curven, ist es ver-hältnissmässig leicht auch ohne Anleitung, ohne dass man sogar diu Laute hört, die Grundlaute des Universalalphabets nachzuahmen.
C. Grün d sätze des Unter r i c h t s der T aubstu m m e n i m
Lesen und Schreibe u.
Die phonetische Beständigkeit und die Einheit der Schriftzeichen des Universalalphabets, die so gut durch die chronoscopischen Curven wiedergegeben werden, bieten für den Taubstummenunterricht unstreitige Vorzüge vor den jetzt gebräuchlichen Methoden, welche hauptsächlich darauf hinausgehen die durch die Aussprache dieser oder jener Laute im Organismus hervorgebrachten Erschütterungen dem Tastsinn, oder die Stellungen des Mundes des Lehrers unmittelbar oder durch einen Spiegel dem Auge wahrnehmbar zu machen.
Es unterliegt keinem Zweifel, dass einem Taubstummen die wirkliche Bedeutung der Schriftzeichen durch Vorweisen der chronoscopischen Curven der Laute des Universalalphabets und die Aufforderung, eine solche selbst hervorzurufen. leichter und schneller beigebracht werden kann.
Der Ton, in welchem die Curven auszusprechen sind, könnte dem Taubstummen durch eine an die Kehle u. s. w. gesetzte entsprechend gestimmte Stimmgabel angezeigt werden können.
D. Grund züge der Universalschnellschrift.
Das von uns vorgeschlagene Universalalphabet wird nur durch 14 lypen (S. 57) von Lauten dargestellt, die man im besonderen durch die Benennungen der äussersten Laute des unteren Registers, und zwar durch den Typus «, den Typus e, den Typus o, ff, f, m, r, /, r, b, c, h und den Typus jr characterisiren kann; zur Bezeichnung der äussersten Töne des oberen Registers können dieselben Zeichen des unteren Registers benutzt werden, indem man dieselben punktirt. Um keine neuen Bezeichnungen für die Vocale der