﻿AKTIONSSTRÖME DER MARKHALTIGEN NERVEN.
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Widerstands des äusseren Stromkreises des Galvanometers erzielt, so dass dessen Ausschläge vollkommen aperiodisch waren, und man nicht genötigt war von einer anderen Dämpfungsart Gebrauch zu machen. Die Ableitung des Stromes zum Galvanometer geschah mittels Du-Bois Reymond’s Thonelektroden. Zur elektrischen Reizung dienten Du-Bois Reymond’s Schlittenapparate, und der Moment der Reizung wurde auf der photographischen Platte unmittelbar entweder mittels des Hebels eines Pflüger’schen Fallapparates, oder durch einen nach Garten’s Vorschrift konstruirten Unterbrechungsanzeiger vermerkt.
Vorversuche hatten gezeigt, dass die Benutzung des Galvanometers einige Vorsichtsmaassregeln erfordere. Ungeachtet aller solcher Vorsichtsmaassregeln, gelingt es aber nur selten solche Photogramme zu erhalten, an welchen keine Spuren des Einflusses irgend eines, oft ganz unerwarteten, Umstandes zu bemerken wären. Als Beispiel kann Fig. 33 dienen, wo bei aufmerksamer Betrachtung des Anfangs der Kurve die Beeinflussung der Stimmgabel, die zur Mar-kirung der Zeit gedient hatte, sichtbar wird. Ausserdem machen sich an vielen Photogrammen Spuren von Erclmtteruug des Galvanometers bemerkbar.
II. Aktionsströme der Nerven bei einzelner Reizung.
Es ist bekannt, dass bei einer einzelnen Reizung des Nerven eine einzelne Erregungswelle sich mit der Geschwindigkeit v in ihm fortpflanzt, die für den n. ischiadicus circa 30 m pro Sek. beträgt, mit der Periode t, die von verschiedenen Autoren zwischen 0,0007 und 0,024 Sek. geschätzt wird. Nimmt man die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erregung für konstant an, so finden wir, da v und t bekannt sind, die Wellenlänge l. Bisher können wir die Processe, welche diese Erregungswelle bedingen, nur auf Grund der diese Vorgänge begleitenden elektrischen Ercheinungen beurteilen.
Die Thätigkeit fast aller Organe des tierischen Organismus wird von elektrischen Erscheinungen begleitet, die höchst komplizirt und verwickelt sind, da die Organe selbst sehr komplizirt gebaut sind. Ein Bündel Nervenfasern erscheint selbst im Vergleich zu den Muskeln als eins der einfachsten Untersuchungsobjekte; deshalb muss die Untersuchung der elektrischen Eigenschaften der Nerven allen andern vorausgehen.
Vor allem wandte ich meine Aufmerksamkeit der Untersuchung der Welle des Aktionsstromes bei einzelner Reizung zu. Die meisten der untenstehenden Photogramme (Fig. 5, 13, 18, 19 u. s. w.) stellen die Resultate einer solchen Reizung dar, wenn der Querschnitt eines Nerven und dessen Längsschnitt zum Galvanometer abgeleitet worden sind. Bei Betrachtung der Kurve des Aktionsstroms, z. B. auf Fig. 5, wird man gewahr, dass dieselbe sich von den Kurven, welche von anderen Autoren, meinen Vorgängern auf diesem Gebiete, sowohl mittels des Kapillarelektrometers als auch des Rheotoms erhalten wurden, in vielem unterscheidet. Das Kapillarelektrometer giebt im allgemeinen verunstaltete Kurven, die einer mühsamen und komplizirten Korrektur bedürfen. Diese Eigenschaft des Elektrometers ist hauptsächlich eine Folge von dessen grosser Trägheit-So beträgt die Zeit der Einstellung des Kapillarelektrometers, dessen Bornt