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AKTIONSSTRÖME DER MARKHALTIGEN NERVEN.
tau sich bediente, (nach der normalen Kurve zu urteilen) 6 bis 7 Sek. Eine der charakteristischen Eigenschaften des Kapillarelektrometers ist, dass der Abfall der Kurve fast immer fehlt. Sogar Garten, der bei der Untersuchung des n. olphactorius des Hechtes so schöne Resultate erhalten hatte, getraut sich nicht, den Abfall der Kurve zu bestimmen: <Ein bestimmter Zeitwert für den Abfall der negativen Schwankung lässt sich kaum angeben...»’). In Bezug auf die mittels des Iiheotoms aufgezeichneten Kurven lässt sich sagen, dass sie nur die Summe der Resultate vieler Reizungen darstellen. Schon der Mangel an Uebereinstimmung bei der Bestimmung der Periode der Aktionsstromes (0,0007—0,024 Sek.) bezeugt die Unsicherheit der mittels des Rheotoms erhaltenen Resultate. An den Kurven, die ich erhalten habe, ist ein scharfer Unterschied in dem aufsteigenden und abfallenden Teil der Kurve des Aktionsstroms wahrzunehmen. Die ganze Kurve verläuft in circa 0,03 Sek., wobei auf den aufsteigenden Schenkel 0,006—0,007 Sek. kommen. Zieht mau die Geschwindigkeit der Angaben des Galvanometers und dessen Aperiodizität in Betracht, so gelangt man zu dem Schlüsse, dass nicht nur Bernstein’s sondern auch Hermann’s für die Periode t gefundenen ZahUnwerte zu klein sind und den tatsächlichen nicht entsprechen. Am nächsten steht ihnen die von Head gefundene Zahl—0,024 Sek. Der Grund, weshalb Bernstein und Hermann so geringe Werte erhielten, versteht sich von selbst: bei der äusserst kurzen Schliessung des Stromkreises des Galvanometers entgeht in den Versuchen mit Bernsteins Rheotom, infolge der Selbstinduktion des Galvanometers, der Anfang, namentlich aber das Ende der Kurve der Beobachtung. Wir dürften uns kaum irren, wenn wir voraussetzen, dass die mittels Einthoven’s Galvanometer erhaltene Zahlengrösse der wirklichen sehr nahe kommt. Jedenfalls ist der Wert 0.03 Sek. die Maximalgrenze für die Periode des Aktionsstromes, da mit Einthoven's Galvanometer etwaige unrichtige Resultate nur nach der einen Seite hin, nämlich Vergrösserung der Periode, erhalten werden können. Hauptsächlich ist es folgende Betrachtung, die zu dem Schluss leitet, dass die durch Einthoven’s Galvanometer gegebene Periode die richtige ist. Betiachtet man die bei submaximaler Reizung des Nerven erhaltene Kurve (Fig. 15) näher, so gewahrt man, dass deren Periode dieselbe ist wie die der bei maximaler Reizung erhaltenen Kurve (Fig. 5), trotz der unbedeutenden Amplitude der ersteren. Ein solches Zusammentreffen wäre unmöglich, wenn das Galvanometer sehr verspätete Angaben liefern würde.
Indem wir somit zu dem Schluss gelangt sind, dass die Periode des Aktionsstromes circa 0,03 Sek. beträgt, und indem wir dessen Fortpflanzungsgeschwindigkeit zu 30 m. pro 1 Sek. annehmen, finden wir auch die Wellenlänge des Aktionsstromes, und zwar gleich 90 cm. Hieraus kann man schon einige Schlüsse bezüglich der Beobachtung des doppelsinnigen, pliasischen Aktionsstromes bei der Ableitung zweier LängsschnittpuDkte eines Nerven zum Galvanometer ziehen.
Bei der geringen Länge des n. ischiadicus des Frosches, kann man nur selten eine 2—3 cm übersteigende Entfernung zwischen den zum Galvano-
) Garten. Beiträge zur Physiol, d. marklos. Nerven, p. 19.