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AKTIONSSTRÖME DER MARKHALTIGEN NERVEN.
der nächsten zum Galvanometer abgeleiteten Elektrode eine relativ geringe war. An Fig. 10 und 20 sind die Resultate solcher Uebergänge zu sehen; alle übrigen der hier angeführten Kurven weisen keine solche Verunstaltungen auf. Davon zeugen z. B. die bei verschiedenen Richtungen des Reizungsstroms erhaltenen Kurven (Fig. 11 und 12): zwischen ihnen ist kein Unterschied wahrzunehmen. Auf den Photogrammen scheinen diese Kurven etwas langgezogen, was von der ausserordentlichen Dämpfung des Galvanometers abhängt, da zufällig ein sehr kleiner Nervenabschnitt abgeleitet worden war.
Den besten Beweis können jedoch die monophasische (Fig. 13) und die di-phasische (Fig. 14) Kurve liefern, welche bei mechanischer Reizung durch einen einzelnen Schlag des Hammers eines Heidenhain’schen Tetanomotors erhalten wurden. Eine gewisse Langgezogenheit dieser monophasischen Kurve, welche besonders an ihrer Spitze sich bemerkbar macht, findet seine Erklärung darin, dass nicht alle Nervenfasern gleichzeitig gereizt wurden. Die unvollständige Rückkehr des Galvanometers zum Nullpunkt erklärt sich durch die Verletzung des Nerven an der Reizungsstelle. Ein Vergleich diphasischer bei elektrischer (Fig. 7) und mechanischer Reizung erhaltener Kurven zeigt beinahe vollkommene Identität derselben.
Die nächste Reihe von Kurven (Fig. 15—20) zeigt die Abhängigkeit des Aktionsstromes von der Stärke der Reizung. Dieselben wurde alle von einem und demselben Präparat erhalten, wobei die Spiralendistanz des Schlittenapparats resp. 72, 57, 47. 34, 23 und 21/, cm war. An den 3 ersten Kurven gewahrt man ein Ansteigen der Amplitude, von der dritten an bleibt letztere konstant, obgleich der Reizungsstrom um einige hundert Mal stärker geworden ]) war. Ohne auf die Erklärung dieser Erscheinung näher einzugehen, will ich nur auf eine unlängst von Gotch 2) über diesen Gegenstand erschienene Arbeit hinweisen. Auf Grund seiner Versuche gelangte derselbe zu dem Schluss, dass die scheinbare submaximale Wirkung sich durch den Umstand erklärt, dass bei schwacher Reizung auch nicht alle Nervenfasern erregt sein können. Er überzeugte sich davon besonders durch einen Versuch partieller Reizung des n. ischiadicus. Indem er «maximal» nur eine der Wurzeln des plexus ischiadicus reizte, erhielt er als Resultat einen submaximalen Aktionsstrom im n. ischiadicus.
III. Summirung zweier Reizungen.
Nachdem die Frage des Aktionsstromes bei einzelner Reizung genügend aufgeklärt war, leitete ich Versuche über Tetanisirung der Nerven ein. Als Vorversuche dienten solche zur Untersuchung der Frage von der Wirkung zweier rasch aufeinander folgender Reizungen auf einen Nerven. Als Erreger
*) Mittels Ilitlav's Elektro-Dynamometer angestellte Messungen zeigten, dass die Stromstärke in der secundären Spirale ceteris paribus bei der Spiralendistanz von 91 2 cm um 75 Mal grösser ist als bei der Spiralendistanz von 21 cm,
3) Journal of Physiol. Bd. 28. S. 394.