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AKTIONSSTRÖME DER MARKHALTIGEN NERVEN.
konnte. Fig. 2 zeigt, wie der Faden befestigt und gespannt wird: a ist ein Hartgummistäbchen mit quadratischem Querschnitt; b und c sind Kupferstäbchen, an denen der Faden mittels des Wood’sehen Metalls angelötet ist; d— eine durch eine Schraube regulirbaro Feder, e— eine Feder aus Glas, deren eines Ende an der kupfernen Feder d, das andere mittels des Mende-lejew’sehen Kittes an dem Faden s befestigt ist. Der nicht gespannte Teil f des Fadens dient als Dämpfer der eigenen Schwingungen der Feder. Bei dem von mir beschriebenen System der Befestigung des Fadens stellt sich das von mir konstruirte Galvanometer bei derselben Empfindlichkeit sechsmal schneller als dasjenige von Einthoven ein '), wie Fig. 3, mit Einthoven’s Kurven verglichen, zeigt. Alle weiterbeschriebenen Versuche wurden bei gleicher Empfindlichkeit des Galvanometers angestellt, nämlich der Ausschlag des Fadens gleich 1 mm entspricht einer Stromstärke von 3.10—9 Amp. Die Ausschläge sind den Stromstärken proportional.
Der auf obige Weise befestigte Faden wurde mit Hilfe eines an dem einen Kern des Elektromagneten befestigten, beweglichen Schlittenapparats auf gehörige Weise im Magnetfeld eingestellt, Fig. 4 zeigt die Einrichtung des Schlittenapparats. Mit dessen Hilfe kann der Faden in jede beliebige Lage gebracht werden. Die Dicke des Fadens beträgt ungefähr 7 u., die Länge— 10 cm, dessen Leitungswiderstand 2200 Ohm.
Beim Photograpliiren der Kurven bedienten wir uns einer 800-fachen Yergrösserung (Zeiss-Objectiv D, Kompensationsokular 2). Die Einstellung geschah mit der Hand. In den nachstehenden Photogrammen wurde das Netz nach Garten’s etwas abgeändertem Verfahren -) aufgetragen, nämlich die Ordi-naten mittels einer Stimmgabel von 200 Doppelschwingungen pro Sek. Die eine Zinke derselben trug eine Folienspitze, welche unmittelbar vor dem Okular hin und her schwang. Aus den Photogrammen ist ersichtlich, dass die Ordinaten einander paarweise genähert sind, was die Folge einer unvollkommenen Zentrirung der Zinke der Stimmgabel ist. Die Zeit wird um eine Ordinate gezählt, wobei Zeitintervalle von 0,005 Sek., wie an Fig. 3 und 5 zu sehen" ist, erhalten werden 3). Die horizontalen Linien, die Abszissen, wurden folgendermaassen aufgetragen. An dem einen Rande des engen Spaltes (0,6 mm ), der unmittelbar vor die photographische Platte eingestellt wurde, befanden sich in Zwischenräumen von je 2 mm kleine Einschnitte, die aber beim Photograpliiren eine deutliche Spur auf der Platte zurückliessen. Die Platte wurde in den Du Bois-Reymond’schen Federmyographion eingestellt, aber nicht durch die Feder, sondern durch ein Gewicht in Bewegung gesetzt. Was die übrigen methodischen Einzelheiten anbelangt, so sei hier erwähnt, dass alle Versuche an dem n. ischiadicus des Frosches (rana esculenta) angestellt wurden und, nach Hermann’s Vorgehen, nicht ein einzelner Nerv, sondern ein Bündel von 2—4 Nerven genommen wurde. Dadurch wurde eine genügende Verminderung des
*) Selbstverständlich kann diese Geschwindigkeit noch bedeutend vergrössert verden. In meinem Galvanometer war der Faden fast dreimal dicker als in Eintkovenis.
“•) Abhandl. d. k. sächs. Gesellsch. d. Wissensch. Mathem.—phys. Klasse. 26. N* 5. p. 331.
*) An einigen Kurven ist die Zeit auf gewöhnliche Weise mittels Marey’s Chronographen markirt.