﻿AKTIONSSTRÖME DER MARKHALTIGEN NERVEN.
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meter abgeleiteten Punkten erhalten. Gewöhnlich ist dieselbe eine geringere, wodurch die von Hermann erklärte Erscheinung, die sog. Superposition, bedingt wird.
Ich erlaube mir, mich bei derselben etwas aufzuhalten. Möge die Kurve a b c (Fig. 6) eine den Nerven m n durchlaufende Welle eines Aktionsstromes, a d die zum Galvanometer abgeleiteten Punkte des Nerven sein, wobei
a d im Vergleich zu a c eine geringe Grösse besitzt ^in der Zeichnung ad : ac
= konstruiren wir graphisch eine von einem idealen Galvanometer ver-
zeichnete Kurve. In derselben Zeichnung ist das Resultat einer solchen Konstruktion, die Kurve c e a, durch eine punktirte Linie dargestelt. Vergleicht man diese Kurve mit dem entsprechenden Photogramm (Fig. 7), welches von zwei Punkten des Längsschnitts des Nerven erhalten wurde, so sehen wir, dass sie sich wenig von einander unterscheiden. Der Unterschied wird noch geringer, wenn wir bei einer solchen Konstruktion das Verhältnis ad : ac so wählen, wie es in Wirklichkeit bei der Erhaltung der Kurve Fig. 7 der Fall war. Bei diesem Versuch war die Entfernung der Elektroden von einander
ungefähr 1 cm, so dass das entsprechende Verhältniss ad : ac bis zu ^
y u
vermindert werden musste.
Somit können wir folgende Schlüsse ziehen: 1) Eine diphasische Kurve eines Aktionsstroms ist das Resultat der Superposition zweier monophasischer Kui wen, und zwar gerade solcher, wie sie bei der Längs-Querableitung eines Nerven zum Galvanometer erhalten werden; 2) das Studium der Aktionsströme giebt sicherere Resultate bei der Längs-Querableitung eines Nerven zum Galvanometer, da es weit schwerer und weniger zuverlässig ist eine komplizirtere, man darf wohl sagen zufällige, von der Entfernung der Elektroden abhängige, diphasische Kurve zu entziffern. Dass die monophasische Aktionskurve von dem grösseren oder geringeren Abstand der Elektroden von einander in ihren Eigenschaften keine Veränderung erfährt, erhellt aus Fig. 8 und 9, in denen dieser Abstand 11, resp. 20 mm war.
Die soeben untersuchten Kurven wurden bei der Reizung eines Nerven durch einen Oeffnungsschlag des Induktionsapparats erhalten. Es wirft sich natürlich die Frage auf, oh diese Kurven nicht durch die Abzweigungen des Reizungsstroms verunstaltet waren. Während der Versuche hatte man in der Tat gegen diesen Umstand zu kämpfen, insbesondere beim Erhalten der dipha-sischen Kurven, wenn die eine den Strom ableitende Elektrode notwendigerweise sich in der Nähe des Abschnitts befand, welcher der Reizung unterworfen wurde. Um dem Uebelstande vorzubeugen, wandte ich Hering’s Methode, nämlich einen Metall (Platin) ring an; auf diesen wurde das eine Ende des Nerven gelegt, und die Elektroden wurden au den innerhalb dieses Ringes befindlichen Teil desselben angelegt. Trotz dieser Maassregel konnten bei genügender Stärke des Reizungsstroms dessen Abzweigungen auf das Galvanometer übergehen, wenn die Entfernung zwischen der gereizten Stelle und