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AK'iIONSSTRÖME DLR MARKHALTIGEN NERVEN.
Nerven durch sehr schnell aufeinander folgende Schläge anfänglich eine ganz glatte Linie, ohne die geringsten Zacken, vorstellt, in der Folge aber einen sehr unregelmässigen Charakter annimmt. Diese Unregelmässigkeiten dürften sich nur durch Unregelmässigkeit der Erscheinungen im Nerven selbst erklären lassen. In der Tat, der Einfluss einer etwaigen Unregelmässigkeit in der Reizungsstärke muss auf Grund obenangeführter Betrachtungen ausgeschlossen werden, da eine etwas höhere als maximale Reizung angewandt wurde, folglich eine Verstärkung oder Abschwächung derselben durch die Form der Kurve sich nicht kundgeben konnte. Ein Einfluss von Abzweigungen des zur Reizung dienenden Stroms konnte auch nicht stattfinden, da ein solcher bei anderen, sogar weniger günstigen, Bedingungen bei der Reizung von mir nicht beobachtet wurde.
Die nächtsfolgende (Fig. 39) Kurve giebt einen Begriff von dem Verlauf eines kurz andauernden Tetanus, bei derselben Anzahl von Reizungen pro Sekunde, und die Kurve Fig. 40, 41 zeigt das Ende eines Tetanus, welcher 10 Minuten gedauert hatte. Wir sehen, dass das Ende eines nach langer Reizung erzeugten Tetanus bei weitem langsamer als nach kurzer Reizung vor sich geht.
Bei Betrachtung der soeben beschriebenen Kurven drängt sich uns unwillkürlich eine gewisse Analogie zwischen einem anhaltenden Tetanus der Muskeln und dem Gange der Kurve des Aktionsstroms eines Nerven bei dessen Tetanisirung auf. Hier wie dort fängt die Kurve an, nach eiuem steilen Aufstieg, langsam zur Abszissenaxe herabzusteigeu, worauf sie eine Reihe unregelmässiger Zacken bildet, In beiden Fällen geht nach längerem Tetanisiren der Abstieg langsamer vor sich. In Betreff des Muskeltetanus zeigt ein solcher Charakter der Kurve Ermüdung des Muskels. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die im Nerven stattfindenden Vorgänge, sofern sie sich durch Aktionsströme kundgeben, nicht frei von den Folgen vorhergegaugener Tetanisirung sind. Die Analogie mit den Muskeln kann auch noch weiter geführt werden. Ein von dem Organismus abgetrennter Muskel besitzt die Fähigkeit, sich von der Tetanisirung zu erholen, wenn auch nicht vollständig. Dasselbe kann an dem Aktionsstrom eines Nerven beobachtet werden. Die nächsfolgende Kurve (Fig. 42) zeigt das Resultat der Tetanisirung eines Nerven nach vorangegangener längerer Tetanisirung und kurzer Ruhe. Wir sehen hier, dass diese Kurve ganz ähnlich der Kurve des Tetanus eines frischen Nerven (Fig. 36) ist, nur ist die Höhe des anfänglichen Aufstiegs viel geringer und der Abstieg zur Abszissenaxe geht etwas schneller vor sich. Fig. 43 zeigt noch eine Kurve, die beim Tetanisiren eines Nerven mittels eines Telephons erhalten wurde, auf weiches eine Orgelpfeife, welche ungefähr 900 Schwingungen pro 1 Sek. machte, einwirkte. Diese Kurve hat ganz denselben Charakter wie die vorhergehenden. Die geringe Höhe des Aufstiegs hängt davon ab, dass die Reizung eine submaximale war, was ein Kontrollversuch der Reizung eines Muskels durch den Nerven ceteris paribus zeigte. Bei Tetanisirungsversuchen an Nerven bemerkte ich überhaupt, dass die negative Schwankung des Nervenstroms in den ersten Stadien der Tetanisirung um so schneller abnimmt, je mehr Reizungen pro Sek. kommen.
Zum Schluss mögen hier noch einige Worte über die elektromotorische Kraft sowohl des eigenen Stroms des ruhenden Nerven bei Längs-Querableitung