﻿AKTIONSSTRÖME DER MARKHALTIGEN NERVEN.
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als auch des Aktionstroms gesagt sein. Der ruhende Strom hatte die gewöhn liehe Spannung zwischen 0,01 und 0,018 Volt und wurde nach der Kompensationsmethode bestimmt. Bei allen Versuchen wurde mit der Zeit bedeutende Verminderung der Spannung des ruhenden Stromes wahrgenommen. Nach 17,—2 Stunden hatte die Spannung sich ungefähr um die Hälfte vermindert; darauf ging die Verminderung in verlangsamtem Tempo und erreichte etwa nach 20 Stunden den Nullpunkt, wonach die Richtung des Ruhestroms stets wechselte. Die Spannung dieses entgegengesetzten Stromes war eine verhält-nissmässig sehr geringe, nicht über 0,0003 Volt. Ein frischer Querschnitt stellte den ruhenden Strom in höherem oder geringerem Maasse, je nachdem der Nerv irgend welchen schädlichen Einflüssen, z. B. dem Austrocknen, ausgesetzt gewesen war oder nicht, wieder her.
Was die Spannung des Aktionsstromes anbetrifft, so wurde dieselbe bei einer einzelnen Reizung auf 0,0008—0,0012 Volt berechnet, wenn der Versuch bei Zimmertemperatur ausgeführt wurde. Bei Abkühlung des Nerven bis 1,5° C. erreichte die elektromotorische Kraft des Stroms 0,0035 Volt. Die angeführten Zahlengrössen können z. B an den Kurven 5 und 29 geprüft werden, wenn die obenerwähnte Empfindlichkeit des Galvanometers bekannt ist und man in Betracht zieht, dass der Widerstand des Nerven im ersten Fall etwa 20000, im zweiten 30000 Ohm betrug. Daraus folgt, dass die elektromotorische Kraft im Mittel 15°/0 der Kraft des Demarkationsstroms eines frisch querdurchnittenen Nerven ausmacht. Wenn Bernstein und nach ihm Hermann seiner Zeit landen, dass der Aktionsstrom den Ruhestrom an Stärke übertreffen kann, so dürfte ein solches Resultat der Unvollkommenheit der damaligen Methoden zuzuschreiben sein. Die Abzweigungen des zur Reizung benutzten Stroms geben sich kund gleichviel, ob das Galvanometer eine grosse oder relativ geringe Empfindlichkeit besitzt. Mir däucht, dass das Unterbinden des Nerven mit einem benetzten Faden noch kein unerschütterlicher Beweis für das Fehlen von Abzweigungen des reizenden Stromes ist, da der Faden selbst, den Stromverlauf stark verändern kann.
Nach späteren Angaben von Gotch und Burch ]) beträgt die Spannung des Aktionstroms 0,032 Volt, d. h. übertrifft die Spannung des ruhenden Stromes wieder an Grösse. Ich wage es nicht zu behaupten, dass die Versuche dieser Autoren ganz frei von demselben Uebelstande sind, um so mehr als bei Gotch s ) Photogrammen die Einwirkung von Abzweigungen des Reizungsstromes unzweifelhaft wahrnehmbar sind.
Ich erwähnte schon, dass ich bei meinen Versuchen mich eines Hering sehen Ringes bediente. Von der vorzüglich schützenden Wirkung dieses Linges hatte ich mich schon während meiner V orversuche bei der Einrichtung des Galvanometers überzeugt. Auf Fig. 44 sind die Resultate der einzelnen Reizung eines Nerven durch einen Induktionsschlag bei Anwendung des He-
f) Proceed. Royal. Soc. V. 73, p. 300. :) Journ. of Physiol. V. 28, p. 38.