﻿Verhallen des
zu den Alkalien.
Alkalisches Globulin oder globulinsaure Alkalien oder
Alkaliglobulat.
Synonyme für die alkalischen Verbindungen: Alkalialbuminate—Lassaigne, Eyweiss— Schnaubert, Alkalicaseat—Braconnot, Alkalifibrinat—Denis, Fibrat, Caseat—Mulder,
Simon, Albuminein, Albuminose—Wurtz u. a., Globulin—Starke, Alkaliglobulat, globulinsaure Alkalien —Morochowetz.
Synonyme des Neutralisationsniederschlags der Alkaliverbindung: Albumin—Lieberkühn, Gaseinsäure—Braconnot, gefälltes Albumin oder Pseudofibrin—Brücke, Albuminsäure— Gerhardt, Reynolds, Kraut u. a., Albuminat und Protein—Hoppe-Seyler, Eichwald, Soyka u. a., Alkali albuminat—Mörner, Hammarsten, Protein oder Albuminin und Globulinin—Rollett, geronnenes Albumin—Schützenberger. Lieberkühn ’s Albumin—Kühne, Albuminosat—Wurtz, Globulin oder Globulinsäure—Morochowetz.
Von Prof. L. Morochowetz.
Geschichte des Verhaltens der Alkalien zu den Protein-k ö r p e r n. Unter den ersten Agenten unserer Bekanntschaft mit den Proteinkör-pern waren die Alkalien, und es versteht sich von selbst, dass die Veränderungen des Aggregatzustands der proteinhaltigen Flüssigkeiten früher als alles andere die Aufmerksamkeit der Beobachter auf sich lenken mussten. Thouvenel fand im Jahre 1777 (145 p. 37), dass concentrirte Alkalilösungen proteinhaltige Flüssigkeiten, unter anderen auch die Milch, schon bei Zimmertemperatur in den gallertartigen Zustand überführen; obgleich schwache Alkalilösungen dasselbe bewirken, so geschieht das nur bei erhöhter Temperatur, wobei die Gallerte sich gelb färbt (ib. p. 37). Die in der Milch mittels starker Alkalilösungen erhaltene Gallerte löst sich teilweise beim Erwärmen auf, und die abfiitrirte Flüssigkeit bildet nach dem Abdampfen und Abkühlen eine durchsichtige Gallerte (une gelée transparente), welche in warmem Wasser löslich ist, aber beim Abkühlen dieselbe gallertartige Consistenz annimmt. Sowohl Alkohol als auch Säuren von verschiedener Concentration bewirkten Fällung (ib. p. 37). Die Neutrilisationsniederschläge wurden durch Alkalien gelöst, besonders in der Wärme (ib. p. 38). Ausserdem behandelte Thouvenel durch spontane Gerinnung der Milch erhaltenes und dann mit destillirtem Wasser gewaschenes Casein mit Alkalien und erhielt dabei eine durchsichtige, farblose, oder beinahe farblose Gallerte, welche sich in kochendem Wasser auflöste. Säuren bewirkten in diesen Lösungen die Bildung eines Niederschlags, der beim Erwärmen in Alkalien sich wieder löste (145 p. 39), Thouvenel stellte im allgemeinen, so Zusagen, das Programm für das Studium des Einflusses der Alkalien auf die protemhaltigen Flüssigkeiten auf, dessen Grenzen spätere Forscher lange Zeit nicht überschritten, obgleich ihnen unter anderen auch Thouvenel’s Arbeiten unbekannt waren!
Um dieselbe Zeit beobachtete Bucquet Löslichkeit des Proteins auch in Ammoniakflüssigkeit (75 p. 542), und fand Plenk, dass Milch durch Kalk nicht vollständig gefällt werde und Käse in Alkalien löslich sei. Scheele (123 p. 150) bestätigt die ältere Beobachtung, dass mit ungelöschtem Kalk versetztes Eiweiss