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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
und nacli dem FiRriren klare Flüssigkeit, welche Natronalbuminat—solution of albuminate of soda (5 p. 33; 4 p. 110)—vorstellte. Eine stark mit Wasser versetzte Na-tronalbuminatlösung trübe sich und scheide sogar einen Niederschlag aus (5 p. 34).
Die feste Ueberzeugung von dem Säurecharakter des Proteins im Alkali-albuminat leitete Bird (6 p. 308) zu Versuchen, die Säure im Natroncarbonat durch Albumin ersetzen. In eine aufgekochte Natroncarbonatlösung von 1,030 spec. Gew. wurde der durch Alkohol in Serum erzeugte Niederschlag gebracht, das Gemenge gekocht und das entweichende Gas in Kalkwasser aufgefangen (ib.). Bird fand, dass das Kalkwasser bei diesen Versuchen durch die entweichende Kohlensäure getrübt wurde, während das Protein mit dem Alkali sich zu einem Albuminat verband. Beim Wiederholen der Versuche gewahrte Bird, dass die Entweichung der Kohlensäure besonders energisch beim Kochen von statten ging. Das die Kohlensäure auffangende Kalkwasser änderte dabei seine Reaction: es rötete blaues Lakmuspapier. Unter denselben Bedingungen schied doppeltkohlensaures Natron ungleich mehr Säure aus, während kohlensaures Kali nicht in Wechselwirkung trat (6 p. 309—10).
Gleichsam als Ergänzung zu diesen letzten Beobachtungen fand Job. Müller (92 p. 516-7 u. 542), dass auch sehr stark concentrirte Alkalien sowohl Hühnereiweiss als auch Molken und Milchsaft fällen. Die Behauptung der Autoren, dass Alkalien weder Serum noch Eiweiss fällen, beziehe sich auf schwache Alkalilösungen, von denen protei'nhaltige Flüssigkeiten in der That nicht gefällt werden.
Ausser Verbindungen von Alkalien mit der Prote'insubstanz des Eiweisses erhielt Babington (1 p. 268) alkalische Verbindungen mit pathologischen Gebilden: eiterige Bodensätze des Urins und auch reiner Eiter bildeten mit Natron, Kali und Ammoniak zähe Massen, die sich schwer vom Gefässe ablösten und in Wasser wenig löslich waren, wobei die Lösung beim Kochen keinen Niederschlag ausschied.
Seit dem Jahre 1835 gewinnt diese Frage durch Denis's Untersuchungen eine besondere Bedeutung infolgedessen, dass er mit einem Proteïnprâparate arbeitete, welches jetzt von allen als das sog. typische Globulin anerkannt wird. Unstreitig ist es für das Wesen der Sache nicht wichtig, was für ein Protempräparat—Fibrin, Casein, Albumin oder irgend eine andere Proteïnsubstanz—in dieser Beziehung stu-dirt wurde. Für die Geschichte aber hat Denis’s Arbeit eine grosse Bedeutung. Denis war der erste, der eine alkalische Verbindung des im Sinne späterer Autoren reinen Seroglobins (VA 48— 60 p. 120 und andere) studirte; doch fanden sowohl diese als auch andere Beschreibungen seiner Beobachtungen keinen grossen Leserkreis. Gleich Berzelius erkennt auch Denis dem Globulin einen doppelten Charakter zu, nämlich die Fähigkeit, sich sowohl mit Alkalien als mit Säuren zu verbinden ‘).
Wir linden bei Denis ein interessantes und für die Geschichte der alkalischen Verbindungen sehr wertvolles Verfahren, derartige Verbindungen darzustellen. Eine salzhaltige Fibrinlösung wird mit einer ziemlich stark concentrirten Alkalilösung versetzt, infolgedessen ein aus Alkalifibrin at bestehender Niederschlag ausfällt8). Hier finden wir den ersten Hinweis darauf, dass aus einer salzhaltigen Lösung eine alkalische Verbindung erhalten werden und dass diese Verbindung bei Gegenwart von Salzen ausfallen könne.
') „Le caractère chimique le plus saillant de l’albumine, celui qu’elle possède peut-être seule à un haut degré parmi les substances immédiates, c’est de pouvoir tenir lieu tantôt d’un acide, tantôt d’une base, et de jouer l’un ou l’autre de ces rôles avec presque tous les corps solubles, d’une manière très prononcée: aussi est-elle douée
d'une facilité prodigieuse d’entrer en combinaison“ (14 p. 87).
*’) „L’eau de potasse ou de soude caustique assez concentrée, versée en quantité convenable dans une solution salinofibrineuse, en précipite un coagulum de fibrinate alcalin“ (14 p. 73).