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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
veröffentlichte er ein und dasselbe in drei Zeitschriften: in „Zeitschrift f. anal. Chemie & Pharmacie“, 1864. Bd. 3 (48 p. 426), „Chemisches Centralblatt“, 1865 (50 p. 787), „Zeitschrift für Chemie & Pharmacie“ 1865 (49 p. 737) in „Bullet, de la Société de Chimie“, 1866 (52 p. 188) in französischer Sprache und ausserdem in einer Pteihe von Auflagen seiner Lehrbücher, von 1865 an beginnend (51 p. 188) bis zu der mislungenen 5 Auflage (1883, 55 p. 284), welche die Ursache war, dass auch Mümer, Soyka und Hammarsten die Ausdrücke „Albu-minat“ und „Alkalialbuminat“ in dem von Hoppe-Seyler gefälschten Sinne gebrauchen! Am sonderbarsten erscheint aber der Umstand, dass Hoppe-Seyler sich jetzt (1883) auf diejenigen Autoren b e r u f t, d i e, wie schon erwähnt, diese Ausdrücke von ihm selbst entlehnt hatten! Ebensowohl hätte Hoppe-Seyler auf dieselben Autoren sich darin berufen können, dass sie sich des Ausdrucks „Protein“ in demselben Sinne wie des Wortes „Albuminat“ bedienten! In diesem Sinne jedoch figurirt das Wort „Protein“ nicht mehr (ib. p. 284): Hoppe-Seyler hat es, wenn auch nur durch seinen Schüler Weyl (p. n. 93), verworfen. Was endlich die Berufung auf Rollet anbetrifft, so zeugt dieselbe nicht zu Gunsten Hoppe-Sey-ler’s. Rollet gehörte zu denjenigen Autoren, welche den Ausdruck Alkalialbuminat so verstanden, wie es die Geschichte und der Sinn des Wortes in seiner chemischen Bedeutung erfordert: nämlich in demselben Sinne wie ihn Lieberkühn und alle Autoren vor Hoppe-Seyler verstanden hatten; er hielt es für nötig den Neutralisationsniederschlag zu unterscheiden, indem er vorschlug denselben Lieberkühn’s „Eiweiss“ oder wenigstens „Protein“ zu nennen und dem Alkalialbuminat dessen wahre Bedeutung zu lassen i). Doch auch damit sich nicht begnügend und die Bedeutung des „Albuminats“ eifrig verfechtend, schlägt Rollet vor den Neutralisationsniederschlag „Albuminin“, wurde aber das Alkalialbuminat aus Globulin bereitet, „Globulinin“ zu nennen (117 p. 375).
Ebenso falsch identificirt Eichwald das „fällbare Albuminin Brücke“ (p. n. 87) mit dem Alkalialbuminat, dem Casein und dem Syntonin (22 p. 7).
Gleich Lieberkühn selbst (p. n. 72) und Rollet (s. oben), die mehr oder weniger vorsichtigen Gebrauch von den auf diesem Gebiete vorkommenden Benennungen machten, vermied es auch Schützenberger (131 p. 86) die Ausdrücke zu verwechseln, und nannte den Neutralisationsniederschlag einer Alkalialbuminatlösung „Albumin“, wenn auch „geronnes“. Andere, wie z. B. Fokker (24 p. 277) nannten solche Niederschläge einfach „Eiweiss“, oder wie Kühne—„Lieberkühn's Albumin“ (64 p. 178). Ganz bestimmt und richtig drückt sich Kraut aus (62 p. 2246): Eiweisskörper geben mit schwachen Alkalilösungen Verbind unge n—A lbuminate oder albuminsaure Salze, während Albumins ä u r e bei der Einwirkung von Essigsäure, Phosphorsäure und anderen Säuren auf wässerige Alkalialbuminatlösungen erhalten wird und die dem geronnenen Albumin zukommenden Eigenschaften besitzt3).
*) „Der flockige Niederschlag, der aus Alkali-albuminatlösungen (nach Lieberkühn bereitet) durch Zusatz vou Essigsäure ausgeschieden wird, ist im Ueberschuss der Säure löslich und stellt den aus der Alkaliverbindung abgeschiedenen Ei-weisskorper (Lieberkühn’sches Eiweiss) dar.“ Zu diesem Satze folgt die Anmerkung: „In Bezug auf die Namenklatur wäre es sehr wünschenswert!^ für diesen Eiweisskörper ausschliesslich die obige Bezeichnung oder nach Hoppe-Seyler’s (Handbuch An. Auf. 3. p. 197 u. 207. Berlin— 1870) und Soyka (Pflüg. A. II p. 369) Vorschlag die alte Mulder sehe Bezeichnung Protein zu ver-
wenden und nur die löslichen Verbindungen dieses Körpers mit Alkalien als Alkalialbuminate zu bezeichnen“ (116 p. 96).
2) „Albuminsäure. Massig concentrirte wässerige Alkalien erzeugen aus allen Albuminstoffen als A1 b u m i n a t e, hier als albuminsaure Salze bezeichnete Körper, w'elche unter sich gemeinschaftliche Reactionen zeigen....
Die freie Albuminsäure, aus wässrigem Kalialbuminat durch Essigsäure, Phosphorsäure und andere Mineralsäuren gefällt, gleicht geronnenem Eiweiss“ (62 p. 2246).