﻿VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
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erhalten, wobei das gegenseitige Verhältnis dasselbe war, als wenn Globulin mit Kohlensäure behandelt worden wäre, d. h. es schied sich ein weniger reichlicher Niederschlag aus als bei der Sättigung mit Kochsalz. Heynsius findet hier im allgemeinen dieselben Verhältnisse wie im Blutserum.
Diese von Heynsius gemachten Beobachtungen sind in der Beziehung interessant, dass hier ein Vergleich zwischen den Alkalialbuminaten und dem Globulin (Seroglobin) in deren Losungen gezogen wurde. Im weiteren stellt Heynsius das Alkalialbuminat dem Myoglobin und dem Fibrin gleich, insofern deren Lösungen in Chlornatrium sowohl von Kohlensäure als von Chlornatrium gefällt werden, d. h. mit anderen Worten, identische Verhältnisse zeigen 1). Ueberdies sollen alle erwähnten Körper dieselben Eigenschaften im ausgeschiedenen Zustande besitzen: alle seien in verdünnten Chlornatriumlösungen löslich (ib. p. 21).
Zugunsten der soeben mitgeteilten Thatsachen und im Gegensatz zu Brücke’s Schlüssen (p. n. 88), sofern diese sich auf den frischgefällten Neutralisationsniederschlag aus einem Alkalialbuminat bezogen, reden Schmidt’s Angaben. Letzterer fand, dass in einer gesättigten alkalischen Globulinlösung, jedoch ohne einen Ueber-schuss des Alkali, bis zur Neutralisation zugesetzte Essigsäure das Albuminat nicht vollständig ausscheidet, wenn zugleich auch ein Salz in der Lösung vorhanden ist, in welchem Falle entweder nur unbedeutende Fällung oder auch gar keine entstehe (128 p. 422). Dies bestätigt unstreitig noch einmal, dass frische aus Alkalialbuminat gewonnene Neutralisationsniederschläge in Salzen sehr löslich sind. Um unter diesen Bedingungen Fällung durch Säure zu erhalten, muss diese im Ueber-schuss genommen werden (ib. p. 422; s. Kap. XIII).
Für die Fällbarkeit des „Albumins“ durch Essigsäure nach der Einwirkung eines Alkali spricht sich auch Petit aus (102 p. 177). Auch Myoglobinlösungen in Ammoniakflüssigkeit würden, wie Plosz (105 p. 227) fand, von Essigsäure und Chlorwasserstoffsäure gefällt. Etwas später bestätigt Plosz, dass sowohl der Neutralisationsniederschlag aus der Milch als auch Lieberkühn’s „Kalialbuminat“ sogar in Spuren von Säuren oder Alkalicarbonaten sich gut lösen (106 p. 878).
Noch mehr Einzelheiten über die Eigenschaften des Alkalialbuminats finden wir in Eichwald's Arbeiten (22 p. 31). Indem dieser Forscher verdünnte Aetzkali-, Aetznatron- oder Ammoniaklösungen (ib. p. 31) oder auch eine Kalklösung (ib. p. 88), z. B. 0,1%, in Wasser suspendirtem Seroglobin zusetzte, beobachtete er allrnä-liges Aufquellen und dann Auflösung der suspendirten Partikelchen; dabei bemerkt Eichwald, dass, wenn mit dem Zusetzen des Alkali aufgehört wird, ehe die Seroglobinpartikelchen sich vollständig aufgelöst haben, eine ganz neutral reagirende Alkalialbuminatlösung entstehe 2). Eichwald benutzt im allgemeinen das schon weiter oben beschriebene Berzelius’sche Verfahren (p. n. 68), obgleich er darauf hinweist, dass er als erster eine neutrale Lösung erhalten habe (22 p. 31). Con-centrirte Lösungen dieses Albuminats filtriren schwer: bei geringerem Alkalialbu-minatgehalt erhalte man klare, leicht filtrirbare, farblose und durch Wasser nicht fällbare Lösungen. Lösungen sowohl dieses Albuminats als auch des Lieberkühn’schen würden beim Kochen nicht gefällt; wenn Gerinnung auch beobachtet wird, so werde diese durch die Gegenwart von Salzen bedingt. Wie Eichwald’s Beobachtungen ge-
*) „Wie man sieht, verhalten auch Fibrin und Myosin sich in dieser Hinsicht wie Kalialbumi-nat“ (43 p. 14).
•) „Rührt man Paraglobulin in ILO auf und träufelt in Zwischenräumen eine verdünnte Alkalilosung (NaHO, KHO, XILO) z. B. von 0,1 p.
Ct. hinzu, so quillt der Stoff allmälilig, bräunt sich und geht in Lösung über. Hält man mit dem Zusatze inne, wenn noch ein Theil ungelöst bleibt, und lässt einige Stunden stehen, so erhält man eine vollkommen neutral reagirende Lösung“ (22 p. 31).