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VERHALTEN DES GLOBULINS ZU DEN ALKALIEN.
Bis dahin hielten die Autoren für die wesentlichste Reaction des Alkalialbu-minats dessen Fällbarkeit durch Essigsäure, zum Unterschied vom Blutserum, und mehrere von ihnen, z. B. Brücke und Eichwald, die Unlüslickeit des Neutralisationsniederschlags. Heynsius (1874, 44 p. 54B) hielt seinerseits die Fällbarkeit der Flüssigkeit unter der Einwirkung von Kohlensäure für eine Alkalialbuminatlösung für charakteristisch, so dass bei der Bildung eines Alkalialbuminats ein Kohlensäurestrom Fällung bewirken müsse. Noch mehr: auch gesättigte Kochsalzlösung müsse eine Alkalialbuminatlösung fällen. Nach Heynsius, befördere das Kochen der Flüssigkeit die Bildung eines Alkalialbuminats, da sowohl die Kohlensäure als auch das Kochsalz in diesem Falle Fällung bewirken, wenigstens in dem von Heynsius beschriebenen Falle; übrigens führe dauernde gleichzeitige Anwesenheit eines Alkali und des Eiweisses auch ohne Erwärmen Bildung einer Alkaliverbindung herbei, da die Kohlensäure und gesättigte Kochsalzlösung einen Niederschlag erzeugen ‘).
Fällbarkeit der Alkaliverbindung wie auch des Caseins der Milch durch Kohlensäure bestätigt auch Soxhlet, wobei er jedoch bemerkt, dass bei Gegenwart von saurem phosphorsaurem Natrium Fällung genannter Präparate durch Kohlensäure nicht erfolge (137 p. 120).
Abgesehen von der Willkürlichkeit eines solchen Kriteriums, wie das soeben für das Alkalialbuminat erwähnte, und, andererseits, ungeachtet der Richtigkeit der Annahme, dass die Neutralisationsniederschläge aus den Alkalialbuminaten mit dem Seroglobin identisch sind, zieht Heynsius wenigstens auf den ersten Blick oder in historischer Beziehung nicht ganz passende Vergleiche. So hält er das „Alkalialbuminat“ und das „Globulin“ 2) für identisch. Aus der weiteren Darlegung folgt jedoch, dass nicht das Alkalialbuminat selbst, sondern der aus demselben bereitete Neutralisationsniederschlag mit dem Seroglobin identisch seien, was, mit andern Worten heist, dass das mit einem Alkali in Verbindung getretene Globulin ein eben solches Globulin bleibt, nachdem es diese Verbindung verlassen hat. Auf diese Weise giebt auch Heynsius dem Neutralisationsniederschlag die Benennung „Alkalialbuminat“; dabei nimmt er das Vorhandensein einer unbestimmten Anzahl von Alkalialbuminaten an, die sich unter einander durch den Alkaligehalt—„den Con-centrationsgrad des Alkali“, wie Heynsius sich ausdrückt (44 p. 542),—unterscheiden. Zur Bereitung von Alkalialbuminat benutzte Heynsius durch Dialyse aus Blutserum oder Eiweiss erhaltenes Globulin. Die in Wasser suspendirten Globulinflocken wurden durch Zusatz von yw Normalätzkalilösung aufgelöst und die erhaltene Lösung mit einem Kohlemsäurestrom gefällt; der entstandene Niederschlag lüste sich sogleich in 0,5%-iger Kochsalzlösung auf, „ganz so wie das Seroglobin“, fügte Heynsius hinzu. Wurde jedoch die Alkalilösung vorher erwärmt, so war der durch Kohlensäure erzeugte Niederschlag in Chlornatrium nicht mehr löslich (44 p. 544).
Zugleich scheint es Heynsius, dass die schwerere Löslickeit der Niederschläge aus Alkalialbuminatlösungen im Vergleich mit dem Seroglobin durch die grössere Alkalimenge, welche bei der Bereitung von Lieberkühn’s Alkalialbuminat angewandt wird, sich erklären lasse, weshalb er glaubt, dass concentrirte Alkalilösungen nach
•) „Bei der Vermischung der oben beschriebenen Lösungen der bei niederer Temperatur zer-setzlichen Eiweissverbindung mit soviel Alkali, dass die Flüsssigkeit beim Sieden nicht gerann, wurde bei gewöhnlicher Temperatur kein Alkalialbuminat gebildet, denn (!) Kohlensäure erzeugte in den nicht erwärmten Flüssigkeiten keinen Niederschlag, auch concentrirtes NaCl nicht, während
beide nach dem Erhitzen einen reichlichen Niederschlag hervorriefen (in der Anmerkung) Nach längerer Einwirkung hätte sich wahrscheinlich auch in der Kälte etwas Alkalialbuminat gebildet“ (44 p. 543).
:) ......und jetzt kann kein Zweifel mehr
bestellen an der Identität von Alkalialbuminat und Paraglobulin“ (ib. p. 544).